Zombicide: Night of the Living Dead

| 23. Oktober 2021 | 0 Comments

Zombicide: Night of the Living Dead von Raphaël Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult ist nicht nur eine weitere Version der beliebten Reihe des kooperativen Brettspiels mit Zombie-Survival Thematik von Guillotine Game bei Asmodee, sondern auch eine liebevolle Hommage an den Film Die Nacht der lebenden Toten von George A. Romero, welcher das Zombiefilm-Genre begründete.

Zombicide: Night of the Living Dead, Rechte bei Asmodee

Zombicide: Night of the Living Dead ist ein Spiel in 10 Kapiteln, welches recht frei die Handlung des Schwarzweißfilms nacherzählt. Es ist ein kooperatives Spiel, bei dem es darum geht so lange zu überleben, bis man das jeweilige Kapitelziel erreicht hat. Es kann sein, dass man ein bestimmtes Feld säubern muss, oder etwas finden, oder wohin bringen muss, oder eine Aufgabe wie den Pick-up aufzutanken zu erledigen hat. Schade ist, dass die einzelnen Kapitel zwar inhaltlich verknüpft sind, durch die durchgehende Filmhandlung, aber es gibt keine wirklichen Kampagnenregeln, man beginnt jedes Kapitel von vorne.

Die Herausforderung ist recht hoch. Man benötigt ein wenig Glück und koordiniertes, überlegtes Vorgehen, um die Ziele zu erreichen. Vom Ablauf her gleicht es den bisherigen Zombicide Spielen. Es gibt aber ein paar Unterschiede, wie dass die Zombies hier Ghule heißen, außerdem beginnt jeder Überlebende im sogenannten Romero-Modus, in dem man weniger Spezialfertigkeiten hat, weniger Equipment verwenden kann und nicht nach Waffen suchen darf. Erst wenn man sich vertraut, kann man in den stärkeren Zombicide-Modus wechseln.

Zombicide: Night of the Living Dead bietet das bereits aus der bisherigen Reihe bekannte Grundprinzip. Man wählt eine Quest und baut das Spiel auf. Dazu kommen bei den meisten der Kapitel noch ein, zwei Sonderregeln hinzu und es gibt unterschiedliche Ziele zu beachten. Gespielt wird übrigens unabhängig von der Spieleranzahl mit sechs Überlebenden.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt

Jede Runde beginnt mit der Spielerphase. Jeder Charakter hat dabei 3 Aktionen, später, mit genügend Erfahrungspunkten, können weitere Aktionen pro Runde dazukommen. Die meisten Aktionen sind dabei auch mehrmals durchführbar. Die möglichen Aktionen sind Bewegen, Suchen, Türaktion, Barrikadenaktion, Umsortieren/Tauschen, Kampfaktion, Zielaktion, Autoaktion oder Nichts tun. Dabei gilt es zu überleben uns sich die Zombiehorden vom Hals zu halten, sowie das Questziel zu erreichen.

  • Bewegen: 1 Zone weit bewegen
  • Suchen: Überlebende im Romero­ Modus ziehen eine Karte vom Haus- Fernkampf­ oder Nahkampfausrüstungsstapel .
  • Türaktion: man öffnet oder verschließt eine Tür
  • Barrikadenaktion: man baut eine Barrikade bei einem offenen Durchgang
  • Umsortieren/Tauschen: Ausrüstung mit anderen Überlebenden tauschen.
  • Kampfaktion: mit einer Nah- oder Fernkampfwaffe angreifen
  • Zielaktion: ein Ziel aufnehmen oder aktivieren
  • Autoaktion: in ein Auto aus- oder einsteigen bzw. damit fahren.
  • Nichts tun: alle noch verfügbaren Aktionen gehen verloren.

Anschließend folgte die Ghulphase, in welcher zunächst die Ghule entweder einen Überlebenden angreifen, eine Barrikade oder Tür zertrümmern, oder sich auf Überlebende zubewegen, in dieser Reihenfolge, je nachdem was möglich ist. Anschließend zieht man Ghulkarten für die Brutzonen und stellt gemäß der Gefahrenstufe des höchststufigsten Überlebenden neue Ghule auf den Spielplan.

Es folgende verschiedene Arten von Ghulen:

  • Fettbrocken, welche die gefährlichsten Ghule sind
  • Schlurfer, die üblichen Ghule
  • Zertrümmerer, wenn sie keine Überlebenden angreifen können, zerstören sie Barrikaden und Türen
  • Verwandte, gibt es selten, aber dadurch wechselt man wieder in den Romero Modus

Bei unserem Test mit vier Spielern haben wir durchaus das Feeling des Films gespürt, den wir uns natürlich angeschaut haben. Die Zertrümmer-Ghule sind eine interessante Art, doch wirklich zur Verzweiflung getrieben haben uns die Verwandten, da man dadurch aus dem Zombicide Modus fällt, was die Suche verhindert. Es braucht etwas taktisches Geschick, dann bereitet das Spiel viel Spaß und es schafft Spannung und gutes Zusammenarbeiten.

Asmodee hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.
Zombicide: Night of the Living Dead erschien ursprünglich bei Guillotine Games / CMON und wurde im Juni 2021 beim Spieleverlag Asmodee in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 90 bis 160 Minuten je Kapitel benötigt.
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine interessante Version von Zombicide
eine schöne Hommage an einen Horrorkultfilm
die Miniaturen sind sehr hochwertig gefertigt
das wirklich gelungene Spielprinzip bleibt erhalten
taktisch sehr anspruchsvoll
Negatives
die Verwandten Ghule sind sehr nervig
für Anfänger gibt es einige Frust-Momente
es fehlen irgendwie Kampagnenregeln

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Category: Brettspiele, Spiele

About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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