Zombicide Green Horde

| 21. September 2019 | 0 Comments

Zombicide Green Horde von Asmodee ist eine weitere Version der beliebten Reihe des kooperativen Brettspiels mit Zombie-Survival Thematik von Guillotine Games. Nach Zombicide Black Plague müssen sich die Spieler erneut einer Zombieapokalypse in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt stellen. Die eigenständige Fortsetzung rückt diesmal Orks als Zombies in den Mittelpunkt.

Brettspielschachtel

Zombicide Green Horde, Rechte bei Asmodee

Zombicide Green Horde verlangt von den Spielern, wie auch die bisherigen Zombicide-Spiele ein sehr überlegtes Vorgehen und Glück ab. Fehler oder unüberlegte, aber vor allem nicht abgesprochene Aktionen, rächen sich recht schnell. Vor allem sind die Orks recht stark, sie machen durchwegs 2 Wunden. Ohne Rüstung ist man da sehr schnell tot. Zählt Zombicide generell zu den schwereren kooperativen Brettspielen, so ist Green Horde eines der schwersten Zombicide Brettspiele.

Während man vieles, wie den Fernkampf oder die Totenbeschwörer bereits von Zombicide Black Plague her kennt, so gibt es auch einige Neuerungen, darunter Wasserfelder, Hecken, die Horde und den Tribok. Wasserfelder verlangsamen die Helden, aber an bestimmten Stellen kommen die Zombies nicht ans Ufer. Wenn man hingegen Hecken durchbricht, wird gewürfelt, ob sich ein Schlurfer Zombie dahinter aufhält.

Jedes Mal, wenn in der Zombiephase eine Zombiekarte mit Horden-Symbol gezogen wird, muss man einen zusätzlichen Zombie der gleichen Art der Horde hinzufügen. Diese Horde befindet sich außerhalb des eigentlich Spielplans. Diese gesammelte Horde kommt, wenn man die Zombiekarte „Die Horde erscheint“ zieht, auf ein einziges Feld. Man kann aber den Tribok mit 3 Aktionen verwenden. Das ist sehr teuer, immerhin bindet man einen Helden damit vollständig, dafür kann man auf ein beliebiges Feld schießen, ohne Sichtfeldbeschränkung und selbst auf die Horde außerhalb des Spielplans. Es ist eine mächtige Waffe, aber dennoch nicht ganz gelungen, da man sich dabei jede Runde auf diese Tribok-Aktion beschränkt. Allerdings ist es schon auch hilfreich und eine Aktion zum Bedienen des Triboks wäre wohl zu wenig, um das Spiel immer noch ausgewogen zu nennen.

Zombicide Green Horde bietet das bereits aus der bisherigen Reihe bekannte Grundprinzip. Man wählt eine Quest und baut das Spiel auf. Dazu kommen bei den meisten der vorhandenen Quests noch einige Sonderregeln hinzu und es gibt unterschiedliche Ziele zu beachten. Gespielt wird übrigens unabhängig von der Spieleranzahl mit 6 Überlebenden. Grafisch ist Zombicide Green Horde nicht so gut ausgefallen, vor allem die Abgrenzung zu den Wasserfelder ist nicht immer leicht erkennbar.

Zombicide Green Horde, Rechte bei Asmodee

Jede Runde beginnt mit der Spielerphase. Jeder Charakter hat dabei 3 Aktionen, später, mit genügend Erfahrungspunkten, kann 1 weitere Aktion pro Runde dazukommen. Die meisten Aktionen sind dabei auch mehrmals durchführbar. Die möglichen Aktionen sind Bewegen, Suchen, Türe öffnen, Umsortieren/Tauschen, Kampf, Verzauberung, Ziel einsammeln oder aktivieren, Lärm machen oder Aktion beenden. Dabei gilt es zu überleben sich die Zombiehorden vom Hals zu halten und das Questziel zu erreichen.

Anschließend verursachen alle Zombies, welche in der selben Zone wie Überlebende stehen, Wunden, während sich die restlichen Zombies bewegen. Dabei gilt, dass die Zombies sich immer auf die lauteste Lärmquelle in Sichtweite bewegen. Manche der Zombies haben auch mehrere Aktionen, andere Zombies haben mehr Lebenspunkte. Das Monstrum kann überhaupt nur mit der Drachengalle und einer Fackel, bzw. mit dem Tribok besiegt werden.

Wenn man bereits eine andere Version von Zombicide gespielt hat, findet man sich recht schnell zurecht. Die Anleitung ist aber recht gut geschrieben, sodass auch kaum Fragen offen bleiben, wenn man das Spiel das erste Mal spielt. Als Spielmaterial gibt es die Spielbretter, die flexibel zu einem Setting zusammengebaut werden, diverse Marker aus Karton, Würfel, Spielkarten, Decks und Kunststofffiguren, die sehr liebevoll gestaltet sind.

Bei unserem Test mit vier Spielern haben wir gespürt, dass der Schwierigkeitsgrad doch recht hoch ist und dass es wichtig ist, dass alle Spieler eine ähnliche Stufe haben und sich sehr gut absprechen. Außerdem braucht es etwas taktisches Geschick, dann bereitet das Spiel viel Spaß und es schafft auch wirklich Spannung und gutes Zusammenarbeiten.

Zombicide Green Horde von Raphaël Guiton, Jean-Baptiste Lullien und Nicolas Raoult erschien ursprünglich bei Guillotine Games / CMON und wurde im Juli 2018 beim Spieleverlag Asmodee in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern nach einem ca. einstündigen Tutorial mit dem Regelwerk ungefähr 100 bis 150 Minuten pro Quest benötigt.
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
Die Horde und die Wasserfelder sind eine gute Ergänzung
das wirklich gelungene Spielprinzip bleibt erhalten
taktisch durchaus sehr anspruchsvoll
die Hecken sind eine nette und gelungenen Idee
gut mit Zombicide Black Plague kombinierbar
Negatives
für Anfänger sehr viele Frust-Momnte
der Tribok bindet einen Helden/Spieler
das Einsortieren der Zombies ist ein Geduldsspiel

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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