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Things from the Flood – Regelwerk

Things from the Flood – Regelwerk von Nils Hintze und Tomas Härenstam ist ein Science Fiction Rollenspielsystem vom Verlag Free League. Das Rollenspiel, welches inhaltlich auf den erzählerischen Kunstbüchern des Loop Universums von Simon Stålenhag basiert, ist eine eigenständige Fortsetzung von Tales from the Loop.

Das Things from the Flood – Regelwerk bietet als Spin-off von Tales from the Loop durchaus ein anderes Setting. Der Loop ist stillgelegt, die Wirtschaftskrise hat das Leben aller Bewohner erfasst. Alles rostet vor sich hin, die Aufbruchsstimmung ist verschwunden, es herrscht eine traurige Trostlosigkeit. Statt offener Gefahren gibt es Langeweile, aber dahinter verbirgt sich ein Mysterium.

Ebenfalls geändert haben sich die Spielercharaktere, die man spielt. Die Held*innen des Spiels sind keine Kinder mehr, sondern man spielt Teenager*innen, im Alter von 14 bis 19 Jahren. Es gibt auch keine Glückspunkte mehr und statt Stolz gibt es nun Schande. Die Trostlosigkeit und auch dass man Teenager*innen spielt, wurde durchaus gut umgesetzt. Auch wenn es dafür keine speziellen Regeln gibt, spielen vor allem Drogen, aber auch Gewalt in der Familie, Sex und die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern eine Rolle.

Grundsätzlich kann man natürlich noch immer alle möglichen Abenteuer erleben, aber die Welt, das Setting und die sehr schlanken Regeln eigenen sich sehr gut für Abenteuer, in denen Teenager*innen, ohne besondere Kräfte oder spezielle Fähigkeiten, düstere, gefährliche Abenteuer erleben, wie man sie durch TV-Serien wie The Tribe oder Filme wie The Blair Witch Project kennt.

Man kann die Abenteuer weiterhin wahlweise auf den schwedischen Mälarinseln oder in der Gegend von Boulder City erleben. Es gibt Veränderungen, Evakuierungszonen, mehr Ruinen als zuvor und vieles, das scheinbar verlassen wirkt. Es gibt außerdem mehr Kämpfe, aber noch immer kein wirkliches Kampfsystem. Des Weiteren greift man auf die verschiedenen Fertigkeiten zurück.

Things from the Flood

Things from the Flood

Am Anfang war das wunderschöne, melancholische Kunstbuch Tales from the Loop, mit seiner Fortsetzung Things from the Flood, welches ganzseitige Bilder von traurigen, fast einsamen Landschaften zeigt. In diesen wird seltsame Technik so natürlich und gleichzeitig so verstörend dargestellt, wie Tiere am Rande einer Stadt. Diesem Buch sind weitere Medien gefolgt, vom vorliegenden Rollenspiel bishin zu einer US-amerikanischen Science-Fiction-Anthologie-Serie, in der Größen wie Andrew Stanton, Mark Romanek oder Jodie Foster Regie führten.

Das regeltechnische Konzept wurde nicht großartig verändert. Da aber die Abenteuer weniger kindlich, dafür düsterer und gefährlicher sind, hätte man auch das Regelwerk stärker anpassen sollen. So ist es eine abgespeckte Version des Rollenspiels Mutant: Jahr Null. Die Summe aus Eigenschaft und Fertigkeit ist die Summe der sechsseitigen Würfel, die man zur Verfügung hat. Dazu kommen noch etwaige Bonuswürfel durch Ausrüstung etc. Eine gewürfelte Sechs reicht in der Regel für einen Erfolg, mit weiteren Sechsen kann man Bonuseffekte aktivieren.

Sollte man dennoch nicht erfolgreich sein, kann man seinen Wurf strapazieren. Dazu markiert man einen Zustand und wirft erneut. Wenn man bei dieser Probe nicht erfolgreich ist, verändert sich die Situation trotzdem, wahrscheinlich zum Schlechteren. Jeder der vier Zustände: Aufgebracht, Verängstigt, Erschöpft und Verletzt gibt einen kumulativen Malus von -1 auf den Würfelpool.

Teenager sterben

Der letzte Zustand ist gebrochen. Jedes Mal, wenn man gebrochen wird, wird man körperlich oder geistig von der Tortur gezeichnet und erhält eine Narbe. Danach wird der Todeswürfel gewürfelt. Je mehr Narben man hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Teenager oder die Teenagerin stirbt, spurlos verschwindet oder anderweitig aus dem Spiel entfernt wird. Für das nächste Abenteuer muss man sich einen neuen Helden oder eine neue Heldin erstellen.

Bei der Charaktererschaffung wählt man einen der folgenden Archetypen: Einsamer Wolf, Hacker, Partylöwe, Raver, Rocker, Schrauber, Snob, Sportskanone, Straßenkind, Sucher. Dadurch werden die jeweiligen Hauptfertigkeiten festgelegt, aber auch der ikonische Gegenstand, sowie sein Problem, die Motivation, die Schande und seine Beziehungen. Anschließend werden weitere Aspekte festgelegt, wie das Alter, Narben, Probleme, etc.

Die Abenteuer

Things from the Flood

Rund die Hälfte des Regelwerks besteht aus vier Abenteuern oder Mysterien, wie sie hier genannten werden. Diese können einzeln gespielt werden, oder zusammengefasst als Kampagne Propheten der Pandora. Im Mittelpunkt steht die Hybris von Wissenschaftlern, Zeitreisen und erneut gefährliche Experimente, die Auswirkungen auf alle in der Gegend haben. Die ganze Welt ist in Gefahr. In jedem Abenteuer sind Informationen enthalten, um wahlweise in Schweden oder in den USA spielen zu können.

Bis auf das letzte Abenteuer lassen sich alle an ein bis zwei Spielsitzungen spielen. Das letzte Abenteuer hat ungefähr einen doppelt so großen Umfang. Die Abenteuer sind spannend, auch wenn die Zeitreise wieder arg die Logik strapaziert. Außerdem gibt es ein schönes Kapitel, welches sehr gut und recht ausführlich das Erstellen eigener Mysterien, sprich Abenteuer erklärt. Im Gegensatz zu Tales from the Loop wird hier auch der Horror-Aspekt stärker betont.

Es gibt ein Spielset mit einer schönen Landkarte und mit vorgefertigten Charakteren, damit man gleich loslegen kann, wobei die Charaktererschaffung selbst recht zügig von der Hand geht.

Ulisses Spiele hat uns ein elektronisches Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Things from the Flood – Regelwerk erschien im Oktober 2021 bei Ulisses Spiele in deutscher Übersetzung und ist als Hardcover und auch als pdf erhältlich.

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Das Things from the Flood - Regelwerk bietet ein anderes Setting. Der Loop ist stillgelegt, die Wirtschaftskrise hat das Leben aller Bewohner erfasst. Alles rostet vor sich hin, die Aufbruchsstimmung ist verschwunden, er herrscht eine traurige Trostlosigkeit. Statt offener Gefahren, gibt es Langeweile, aber dahinter verbirgt sich ein Mysterium. Die Held*innen des Spiels sind keine Kinder mehr, man spielt Teenager*innen, im Alter von 14 bis 19 Jahren. Es gibt auch keine Glückspunkte mehr und statt Stolz gibt es nun Schande.
Pros
  • die Vorlage ist sehr gut getroffen
  • eine durchaus spannende Kampagne
  • das Regelwerk ist recht schlank und einfach gehalten
  • beide Settings, USA und Schweden, sind gleichwertig
  • die Welt hat sich verändert, es ist düsterer geworden
Cons
  • die Kampagne ist nicht immer logisch
  • sehr viel Redundanz in diesem Spin-Off
  • das Regelwerk hinkt hinter dem Setting hinterher

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