The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte

| 28. November 2020 | 0 Comments

The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte von Mike Gnade ist ein spannendes, taktisches Deck-Building Abenteuerspiel für bis zu vier Fluchjäger, mit einer sehr düsteren postapokalyptischen Hintergrundgeschichte. Das Brettspiel basiert dabei auf der gleichnamigen Comicserie von Felipe Cagno und Fabiano Neves. Die beiden sind auch für das Artwork und Design des Spiels verantwortlich. Die Spieler jagen Monster, um den Untergang von San Andreas zu verhindern.

The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte, Rechte bei Grimspire

The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte ist ein sehr atmosphärisches Spiel, in dem die Spieler gegeneinander antreten, um Monster in einer düsteren Welt, welche durchaus an Deadlands erinnert, zu jagen. Durch das Besiegen von Monstern und anderen furchterregenden Gegnern erhält man Schneidpunkte, der Maßstab um am Ende den Sieger zu ermitteln.

Dem Spiel gelingt es nicht nur die Atmosphäre der Comics einzufangen, sondern es ist auch unabhängig davon ein gelungenes Spiel mit einem durchdachten Spielablauf. Etwas schade ist, dass das Spiel die Geschichte der Comics nur in Ansätzen erzählt. Es gibt zwar Eventkarten, aber ein Spielmechanismus, der mit Storykarten eine Geschichte erzählt wäre sicher toll gewesen.

Neben dem üblichen Spielmodus, in welchem die Spieler gegeneinander im Wettstreit antreten und sich auch gegenseitig überfallen können, gibt es auch einen kooperativen Modus, wobei die Auswirkungen bei den Überfällen verhältnismäßig klein bleiben. Man verliert einen Lebenspunkt und der Gegner kann Wasser und Schneid gewinnen. Dennoch spielt man ein wenig nebeneinander her, einzig um die Artefakte wird gekämpft.

Beide Spielmodi sind durchaus spannend und haben ihre Berechtigung. Den kooperativen Spielmodus darf man aber, was den Schwierigkeitgrad betrifft, nicht unterschätzen. Durch den anfänglichen Teamschneid kann man die Schwierigkeit noch sehr gelungen anpassen.

Im Kooperativen Modus, der uns persönlich besser gefallen hat, gibt es Teamschneid, das sich jede Runde verringert, um den Wert der offenen Monster auf dem Most Wanted Bereich. Fällt es dabei auf 0 bevor die Spieler drei der vier Bossmonster besiegt haben, hat man verloren. Auch wenn San Andreas, wie im regulären Spielmodus zerstört wird, hat man verloren.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt

Zu Beginn werden die Artefakte verteilt und die Boss-Monster werden zufällig ganz unten auf die Most Wanted Stapel verteilt. Jeder Spieler wählt einen Charakter, wobei es sich um asymmetrische Charaktere handelt, was bedeutet, dass jeder andere Werte und andere Fähigkeiten hat. Grundsätzlich haben wir aber keinen davon als übermächtig oder schlecht empfunden. Jede Runde besteht aus vier Phasen.

Improvisationsphase
Man zieht zwei, oder aufgrund von Fähigkeiten, Artefakten oder Karten, mehr Verbesserungskarten, davon behält man in der Regel eine Karte. Grundsätzlich startet man mit einem sehr kleinen Deck, das durch diese Verbesserungskarten größer und vor allem besser wird.

Begegnungsphase
In San Andreas kann man einkaufen, Gegenstände oder seine Attribute verbessern, etwas das durchaus wichtig ist, oder Auftragskarten erhalten. Wobei man Aufträge jederzeit, wenn man die verschiedenen Bedingungen erfüllt, erledigen kann. Ist man unterwegs, kommt es zu Begegnungen, vor allem auf den verfluchten Orten gibt es sehr interessante und nicht nur negative Begegnungen.

Aktionsphase
In dieser Phase hat man nur eine einzige Aktion zur Verfügung. Man kann dazu aus sechs verschiedenen Aktionen wählen. Es ist dabei eine wichtige Entscheidung und wird zum Teil auch durch die anderen Spieler beeinflusst. Für einige Aktionen muss man sich am richtigen Ort befinden.

  • Ein Kopfgeld eintreiben: 1 Karte vom „Most Wanted“ oder „Wanted“ Bereich erledigen.
  • Ein Artefakt finden: 1 Artefakte aussuchen, man darf keine Artefaktfarbe doppelt besitzen.
  • Einen anderen Spieler ausrauben: Bei Erfolg erhöht man seinen Fluchwert, erhält dann Schneid und Geld, der ausgeraubte Spieler verliert 1 Gesundheit.
  • Eine weitere Begegnungsphase haben: Man wählt eine für seinen Ort passende Begegnungskarte.
  • Das Lager aufschlagen: Man mischt alle Karten aus Spielbereich, Abwurfstapel und Handkarten zurück ins Deck.
  • Die Charakteraktion ausführen: Die besondere Aktion seines Charakter ausführen.

Aufräumphase
In der letzten Phase werden Karten nachgezogen, aber auch die Boss-Monster nähern sich San Andreas, wenn sie sich bereits auf dem Spielfeld befinden. Der nächste Spieler wird Startspieler und eine neue Runde beginnt. Das geht so lange, bis die Bedingungen für das Ende des Spiels erfüllt sind.

The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte wurde von Mike Gnade erfunden. Der amerikanische Spieleerfinder Mike Gnade ist Gründer und Chefdesigner von Rock Manor Games und hat weit mehr als ein Dutzend verschiedener Brettspiele entworfen, darunter The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte oder Einspruch! Duell der Anwälte.

Grimspire hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

The Few and Cursed – Eine Handvoll Verdammte, ursprünglich bei Rock Manor Games erschienen, ist im Oktober 2020 bei Grimspire in deutscher Übersetzung erschienen. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 60 Minuten pro Partie benötigt, exkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die beiden Spielmodi sind durchaus gelungen
die Spielmechaniken sind sehr durchdacht
die Begegnungen sind sehr spannend und vielseitig
das Brettspiel ist sehr atmosphärisch, mit tollem Artwork
die asynchronen Spielmechaniken sind spannend
Negatives
das Regelheft ist ein wenig umständlich geschrieben
man erfährt recht wenig von der Geschichte der Comics
ein paar mehr Monster zur Auswahl wären toll gewesen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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