The Church in the Darkness

| 20. August 2019 | 0 Comments

Ich verstecke mich in der Hütte in einer Truhe und hoffe, dass der Alarm, den ich ausgelöst habe, bald wieder aufgehoben wird. Ich sehe wie die Wachen hektisch herumlaufen, von den Lautsprechern angetrieben mich, den Eindringling, zu suchen. Doch ich kann nicht fliehen, zuerst muss ich sie finden. Es darf nicht umsonst sein. Ich schleiche mich schließlich raus, doch ich laufe einer Versammlung in die Arme. Soll ich sie töten? Ich kann es nicht und lasse sie laufen, doch nun muss ich wieder fliehen.

The Church in the Darkness, Rechte bei Fellow Traveller

The Church in the Darkness ist insofern spannend, da sich das Szenario mit jedem Neustart ändert und man jedes Mal aufs Neue herausfinden muss wie gefährlich die Anführer Rebecca und Isaac wirklich sind. Handelt es sich um ein sozialistisches Utopia, oder um ein Unterdrückerregime? Die Antwort fällt von Mal zu Mal schwerer. Auch wenn man endlich seinen Neffen gefunden hat, wird man sich der Frage stellen müssen, ob man ihn seinen Weg gehen lässt, oder für ihn bestimmt was das Beste sei.

Der Fokus des Games liegt dabei auf der Heimlichkeit, dem sich verbergen und verstecken. Dabei wurde leider viel Potential verschenkt. Zu gering ist die Interaktionsmöglichkeit, zu stark liegt der Fokus auf dem Stealth Gameplay. Es wäre schön gewesen, man hätte die Gemeinschaft als eine Art Novize, Neuling infiltrieren könnte. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass es 19 potentielle Enden gibt. Es gibt aber viele Möglichkeiten, um Wachen abzulenken oder zu besiegen, aber gerade bei diesem Thema wäre Interaktion schön gewesen, nicht nur Informationen, die man hauptsächlich aus Briefen und Broschüren, welche man findet, erfährt.

In den späten 1970er-Jahren führen Isaac und Rebecca Walker die Collective Justice Mission an. Da sie als radikal gelten und sich von der US-Regierung verfolgt fühlen, führen sie ihre Anhänger zu dem einzigen Ort, den sie für sicher halten, um dort ein sozialistisches Utopia zu gründen: Den Dschungel von Südamerika. Dort errichten sie Freedom Town. Niemand wird gezwungen sich einem Kult anzuschließen, doch er versteht dich. Er bietet Sicherheit und seine Worte bedeutet irgendwann mehr als nur die Wahrheit. Sie sorgen dafür, dass du dich vollkommen fühlst.

The Church in the Darkness spielt im Jahr 1977. Der Neffe von Vic, einem ehemaligen Polizisten, hat sich einem religiösen Kult angeschlossen und sich auf den Weg in den südamerikanischen Dschungel gemacht, um dort in Freedom Town zu leben. Es liegt am Gamer die Gemeinschaft zu infiltrieren und herauszufinden was dort wirklich vor sich geht. Außerdem muss man sich entscheiden, ob man seinen Neffen dort rausholt.

The Church in the Darkness hat ein einfaches, aber sehr kniffliges Gameplay. Man infiltriert das Gelände und beobachtet die Leute, die sich dort aufhalten. Man kann schleichen, sich verbergen, die Bewohner töten oder bewusstlos ausschalten. Dazu kann man verschiedene Gegenstände in sein Inventar aufnehmen, um sich zu bewaffnen, sich zu heilen, Alarmanlagen kurzzuschließen und mehr.

The Church in the Darkness ist grafisch durchaus detailreich und mit seiner Top-Down Perspektive erinnert es mich ein wenig an Aufbau-Simulationen, doch diesmal gilt es die Umgebung im Auge zu behalten. Schade fand ich, dass das Game nicht lokalisiert wurde. Selbst deutsche Untertitel hätten die Story noch intensiviert. Der Sound des südamerikanischen Dschungels ist gut eingefangen, und auch die beklemmende Atmosphäre. Schon oft hat allein ein über den Bildschirm fliegender Papagei mich in Angst versetzt, sodass ich einen Wächter übersehen habe.

The Church in the Darkness, ein Stealth-Game vor einem spannenden Hintergrund, wurde von Paranoid Productions entwickelt. Als Publisher konnte Fellow Traveller gewonnen werden. Paranoid Productions ist ein kleiner Independent Game Developer, welcher sich bei seinen Games mit einzigartigen Themen befassen möchte. Das Unternehmen wurde 2014 von Richard Rouse III. in Seattle, USA gegründet, um seine 20 Jahre alte Idee umzusetzen.

Fellow Traveller ist ein junges Indie-Games-Label, welches im Jahr 2011 in Melbourne, Australia gegründet wurde und das die Möglichkeiten von narrativen Spielen auslotet. Es hat bisher vor allem Windows PC Games veröffentlicht. Der Publisher will sich mit seinen Gamern auf auf eine Reise in eine Welt voller überraschender Games und ungewöhnlicher Geschichten begeben.

The Church in the Darkness von Fellow Traveller ist ab 01. August 2019 für die Nintendo Switch, PlayStation 4 und Xbox One, sowie schon länger für Microsoft Windows erhältlich. Wir haben das Game auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
78 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
es funktioniert als Stealth Game
das Game hat einen spannenden Ansatz
die detailreiche Grafik ist sehr atmosphärisch
es gibt viele Ansätze, um der Entdeckung zu entgehen
das Game hat 19 verschiedene Enden
Negatives
leider wurde viel Potential verschenkt
es gibt viel zu wenig Interaktionsmöglichkeiten
das Gameplay sorgt für recht viel Frustration
die Geschichte des Kultes erfährt man vor allem indirekt

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Category: Games, Xbox One

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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