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Superman: Jenseits der Erde

Superman: Jenseits der Erde ist eine bemerkenswerte Geschichte von Tom King und Andy Kubert, die als 6-teilige Mini-Serie erschienen ist. Sie erzählt von einer scheinbar einfachen Mission. Superman muss ein entführtes Kind namens Alice durch die Weiten des Alls retten. Doch aus dieser simplen Prämisse entwickelt King eine tief emotional aufgeladene, philosophische Reise, die den Kern dessen auslotet, was es bedeutet, Superman zu sein. Und es zeigt, dass selbst Superman nicht frei von Sorgen und Ängsten ist.

Superman am Cover

Superman: Jenseits der Erde beginnt mit der Entführung des Mädchens Alice durch unbekannte Außerirdische. Superman, dessen Leben auf der Erde ruht, wirft alles über Bord und reist weit in den Kosmos, in der Hoffnung, Alice lebend zu finden. Eine scheinbar kleine Mission führt zu einem großen Abenteuer und zu einer Reise zu Supermans Ich. Auch wenn sich die Dialoge zuweilen wiederholen und bei Alice, durchaus gewollt, zu kindlich werden, zeigt sich schön, wie menschlich Superman ist.

Auf dem Weg begegnet er Herausforderungen wie einem intergalaktischen Boxkampf, dramatischen Visionen von Lois‘ Tod, Begegnungen mit ikonischen Figuren wie Sgt. Rock in einem Zeitsprung und Konfrontationen mit Darkseid-artigen Mächten und Robotern. Parallel kämpft die restliche Held*innen-Gemeinschaft auf der Erde gegen eine Alien-Roboterinvasion. Am Ende muss Superman nicht nur seine körperliche Stärke einsetzen, sondern auch seine moralische Überzeugung, um die Erde und Alice zu retten.

Superman ist hier nicht nur ein Superheld, er ist ein Symbol für kompromisslose Hoffnung. Zwar hat er die Kraft, ganze Planeten zu retten, doch King wählt den Weg, ihn um eine einzelne, verletzliche Person kämpfen zu lassen – Alice. Dadurch entsteht eine intime Lesart der Figur. Clark bzw. Kal-El zeigt sich gleichermaßen stark und verletzlich, geprägt von Sehnsucht, Pflichtgefühl und echter emotionaler Tiefe. Sein innerer Monolog, in welchem er darüber reflektiert, wie weit er bereit ist zu gehen, zeigt den Mensch hinter dem Mantel der Unsterblichkeit und dass selbst ein Superman zuweilen Zweifel verspürt.

Die Zeichnungen stammen von Andy Kubert, einem renommierten Künstler, der bereits an großen DC-Projekten gearbeitet hat. Sein Stil kombiniert klassische Superheld*innen-Kunst mit expressiven, emotionalen Momenten. Kubert nutzt dynamische Panels für Action-Szenen im Kampf gegen intergalaktische Gegner*innen und stille, intime Sequenzen, um innere Konflikte zu visualisieren, wie z.B. Superman in seinen Visionen. Dazu kommt Colorist Brad Anderson, dessen Farbpalette die kosmische Reise ebenso betont wie die Wärme zwischen Superman und Alice.

Superman – Mensch oder Held?

Zentral ist die Frage: Ist ein Leben wichtiger als tausend andere? King stellt Supermans unerschütterliche Ethik gegen utilitaristische Dilemmata. Indem Clark beschließt, Alice zu retten, selbst wenn die Erde bedroht ist, reflektiert das Comic die Idee, dass Einzelschicksale zählen. Diese Philosophie durchzieht jede Begegnung und unterstreicht eine der klassischen Superman-Botschaften: Empathie über Effizienz, Menschlichkeit über Zweckmäßigkeit.

Der dramatische Höhepunkt findet statt, als Superman gefangen genommen wird und die Erde gleichzeitig von Robotern überrannt wird. In dieser Situation zeigt sich Supermans wahre Natur. Er ist nicht nur physisch übermächtig, sondern unbeugsam im Glauben an Menschlichkeit. Er befreit sich aus unzerbrechlichen Fesseln und kehrt zurück, um die Bedrohung zu stoppen, bevor er die Reise mit Alice fortsetzt. In dieser Sequenz kristallisiert sich nicht nur die actiongeladenen Aspekte der Serie heraus, sondern auch die philosophische Essenz. Superman kämpft für alles Leben, egal wie klein oder scheinbar unbedeutend es scheint.

Im Vergleich zu Kings früheren Arbeiten wie Heroes in Crisis, Rorschach oder Mister Miracle Megaband: Darkseid, ist Superman: Jenseits der Erde klarer strukturiert und optimistischer. Wo King sonst oft psychologische Zerlegungen von Figuren zeigt, präsentiert er hier eine klar definierte Moralität und eine zeitlose Superman-Erzählung. Während Heroes in Crisis düster und introspektiv ist, strahlt Up in the Sky eine klassische, beinahe mythologische Version Supermans aus, die weniger über Zerbrechlichkeit als über Hoffnung spricht.

Der Inhalt

Superman: Jenseits der Erde (Superman: Up in the Sky #1–#6) handelt davon, dass Außerirdische ein junges Mädchen aus Gotham City entführen und nur Superman helfen kann. Doch wie weit wird und kann der Mann aus Stahl gehen, um ein einziges Opfer nach Hause zu bringen? Bei jedem neuen Schritt seiner Rettungsmission trifft der kryptonische Held stets auf neue Rätsel, unwägbare Herausforderungen und übermächtige Widersacher.

Superman wurde von den beiden US-Amerikanern Jerry Siegel und Joe Shuster geschaffen und hatte seinen ersten Auftritt 1938 mit Action Comics #1 von DC Comics. Er stammt vom Planeten Krypton und lebt auf der Erde als Journalist Clark Kent, verheiratet mit der Reporterin Lois Lane. Er zählt zu den berühmtesten Superheld*innen der Erde und ist eine echte Comic-Ikone.

Superman wird all seinen Mut, seine Entschlossenheit und seine Güte brauchen, um diese Aufgabe zu einem guten Ende zu bringen und zu zeigen, wieso er der größte aller Superheld*innen ist. Doch während der Mann aus Stahl auf seiner einsamen Mission den Kosmos bereist, wer beschützt da in seiner Abwesenheit die Erde? Der Comicband wurde von Tom King geschrieben und von Andy Kubert gezeichnet.

Die Comickünstler*innen

Andy Kuberts Zeichenstil ist eine Mischung aus klassischer Superheld*innen-Ästhetik, dynamischer Körperlichkeit und klarer, emotionaler Lesbarkeit. Er steht in der Tradition der großen DC-Zeichner*innen. Geprägt durch seine Arbeit an Batman, Flashpoint oder Superman, bringt Kubert hier aber eine bewusst reduzierte, fast ikonische Klarheit ein, die perfekt zu Tom Kings moralisch-philosophischem Ansatz passt.

Andy Kubert trat in den 1980er Jahren in die Fußstapfen seines Vaters Joe Kubert, einen der letzten „Meister“ der „goldenen Ära“ des amerikanischen Comics. Andy wurde durch eine seiner ersten Arbeiten, einer Mini-Serie um den Sci-Fi-Helden Adam Strange von DC Comics bekannt und hatte seinen Durchbruch mit dem Crossover Comic Batman vs. Predator. Danach arbeitete er viele Jahre für Marvel Comics, bevor er 2006 zu DC Comics zurückkehrte, um dem dunklen Ritter Gestalt zu geben.

Der US-amerikanische Autor Tom King ist Ex-CIA Agent und daher auch eine gute Wahl für die Comicserie. Neben Greyson ist The Omega Men eine weitere bekannte Serie von ihm und auch für seine Arbeiten an Batman von DC Comics und The Vision von Marvel Comics wurde er ausgezeichnet. Er war der Stammautor der Batman Rebirth Serie von DC Comics und konnte mit dem umstrittenen Batman Event Heroes in Crisis reüssieren. Bekannt wurde er auch für verschiedene Mini-Serien wie Rorschach oder Batman/Catwoman.

Panini Comics hat uns die Rezensionsexemplare für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Superman: Jenseits der Erde ist ein Comicband mit der deutschsprachigen Ausgabe der gleichnamigen US-Mini-Serie von DC Comics. Der Comicband wurde am 3. Juni 2025 in deutscher Übersetzung als Softcover herausgebracht.

Superman: Jenseits der Erde ist ein wunderbares Superman-Epos, das klassische Superheld*innen-Themen mit tiefen moralischen Fragen kombiniert. Tom King gelingt es, Superman nicht nur als Kraftpaket, sondern als Symbol reiner Hoffnung darzustellen, während Andy Kuberts Zeichnungen die erzählerische Reise visuell eindrucksvoll untermalen. Trotz kleiner struktureller Schwächen bietet das Comic eine emotionale Tiefe, die sowohl neue als auch langjährige Fans berührt. Der große Held nimmt große Gefahren auf sich, um ein kleines Mädchen zu retten.
Pros
  • Tiefe Charakterisierung von Superman
  • Epische kosmische Reise
  • Emotionale Bindung zu Alice
  • Andy Kuberts ausdrucksstarke Zeichnungen
Cons
  • Die Dialoge sind etwas zu ausgeschmückt
  • Bei Alice werden die Dialoge zu kindlich
  • Die Handlung hat durchaus Längen

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