Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae

| 29. Januar 2021 | 0 Comments

Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae von Manuro, mit den Zeichnung von oTTami, ist ein Solo-Abenteuer-Comic in welchem der Spieler einen Anhänger der dunklen Künste spielt, der sein gutes Gewissen, seine Familie und seine Freunde aufgegeben hat, im Austausch der Magie. Dafür dient er nun einem Dämonenprinzen.

Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae, Rechte bei Pegasus Spiele

Das Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae ist insofern ein überraschendes Comic-Abenteuer, da es diesmal nicht um einen klassischen Helden oder Abenteurer geht, sondern um einen bösen Magier, welcher der Finsternis dient. Edle Ritter, tapfere Wächter, mutige Priesterinnen sind in diesem Fall die Feinde des Spielers und er wird sie töten oder ihnen schlimmeres antun.

Es ist ein recht tödliches Abenteuer. Schnell kann einem das Mana ausgehen, oder die Finsternis steigt durch die bösen Taten so hoch an, dass man durch die Hexenjäger stirbt, die ebenfalls recht tödlich sind. Außerdem bekommt man, je böser man wird, weniger optionale Wege, weil die Menschen auf die Finsternis reagieren.

Sehr gelungen fand ich, dass es verschiedene Enden gibt. Man kann sich dazu entscheiden dem Dämonenprinz weiterhin zu dienen, um auf die Belohnungen zu hoffen, um die höheren Mysterien der dunklen Magie zu erhalten. Oder man wendet sich von der Finsternis ab, versucht sich vom Dämonenprinzen zu lösen, selbst wenn man dadurch seine Macht und sogar womöglich sein Leben verliert. Man hat also die Wahl.

Aber man kann eben das Abenteuer auch erfolgreich beenden, indem man die bösen Aufgaben des Dämonenprinzen löst, wie z.B. den Mord an einem jungen, unschuldigen Priester des Guten, um in den Genuss von Macht und Magie zu gelungen.

Das Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae folgt dem üblichen Schema der Solo Abenteuer. Man liest das Comics, bis man zu einer Entscheidung kommt, wobei bei jeder Wahl eine Zahl steht. Dazu verstecken sich auch immer wieder verschiedene Zahlen in den Panels. Diese Zahlen führen zu verschiedenen Abschnitten, in denen die Geschichte weitergeführt wird.

Es gibt aber ein paar Unterschiede, welche das Solo-Abenteuer besonders machen. Man wählt zunächst zwei von vier Magiearten, wobei immer, wenn ein bestimmtes Symbol in einem Panel zu sehen ist, man Magie anwenden kann. Je nach Magieart zählt man dabei 5 bzw. 10 Abschnitte dazu oder ab, um die Auswirkung zu sehen. Doch jeder Einsatz der Magie kostet Mana, welches sich nur schwer regeneriert.

Eine weitere Besonderheit ist, dass es den Wert der Finsternis gibt. Für jede böse Tat erhöht sich dieser Wert. In verschiedenen Abschnitten wird geprüft, ob dieser Wert eine Schwelle übersteigt. Wenn dies der Fall ist, kommt es meist zu kritischen Ereignissen, da die Menschen das Böse in der Spielerfigur spüren.

Es gibt auch verschiedene Gegenstände bzw. Stichwörter, welche man in verschiedenen Panels verwenden kann. Im Gegensatz dazu gibt es keine Lebenspunkte und man muss auch keine Proben ablegen. Man trifft einfach nur Entscheidungen und versucht mit Magie seinen Auftrag zu erfüllen.

Die Zeichnungen sind recht detailgetreu und überraschend farbenfroh. Die fast schon fröhlichen Zeichnungen stehen dabei im Gegensatz zu der finsteren Geschichte. Witzig ist auch Grixi, das kleine Familiar unseres Dämonenanhängers und es gibt durchaus ein paar witzige Details in den verschiedenen Panels.

Manuro ist das Pseudonym des französischen Comicautors Emmanuel Quaireau, welcher bereits einige Soloabenteuer geschrieben hat. Er hat aber auch einen Fantasyroman und Drehbücher geschrieben. Der französische Comiczeichner oTTami ist ein junger Künstler, welcher rund ein halbes Dutzend Alben, darunter Dofus Monster, gestaltet hat.

Pegasus Spiele hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Spiele-Comic Noir: Magica Tenebrae ist ein Solo-Abenteuer Spielbuch von Pegasus Spiele und es ist ab 15. Oktober 2020 als Hardcover erhältlich.
89 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die Zeichnungen mildern die finstere Geschichte ab
man ist nicht gezwungen sich zum Guten bekehren zu lassen
der Einsatz von Magie ist ein sehr innovativer Ansatz
der Wiederspielwert des Abenteuers ist sehr hoch
man hat die Wahl ob und wie böse man agiert
Negatives
man kommt recht rasch zu einem Ende
die Mana-Regeneration ist sehr gering
eine Fortsetzung ist nur sehr schwierig möglich

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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