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Silverview

Silverview, ein Spionageroman von John le Carré, ist der letzte Roman des britischen Großmeisters der Spionageliteratur, welches erst nach seinem Tod, im Dezember 2020, veröffentlicht wurde. Es ist ein durchaus gelungener Spionageroman, der aber leider nicht zu seinen besten Romanen zählt.

Silverview

Silverview ist ein spannender Spionageroman und auch wenn er die typische Handschrift von John le Carré trägt, zählt dieses Buch leider nicht zu seinen besten Romanen. Es ist zu behäbig, aber die eigentliche Erzählung ist auch etwas zu dünn.

Dem Roman fehlt etwas der Feinschliff. Die Komponenten sind durchaus da, Erfahrung trifft auf Unschuld, Integrität auf Loyalität. Man fühlt sich ein wenig an Das Russlandhaus erinnert. Auch dort ging es um Verrat, Loyalität, Liebe und Spionage.

Die Handlung plätschert leise, aber nicht seicht dahin und es gibt ironische Anspielungen. Leider bleibt das große Finale aus. Es gibt nur ein kleines, mit leisen Worten geschriebenes. Ich finde Stewart Proctor als obersten Hexenjäger etwas zu milde. Natürlich kann und will man in einem John le Carré Roman keinen zynischen Actionhelden, aber er ist eben auch kein George Smiley, nicht einmal ein Percy Alleline oder ein Ned. Das ist schade.

Der roman

Silverview handelt von Julian Lawndsley, welcher seinen Überflieger-Job in London aufgegeben hat, für ein einfacheres Leben als Buchhändler in einem kleinen englischen Küstenort. Kaum ist er ein paar Monate dort, stört ein abendlicher Besucher seine Ruhe. Es ist Edward, ein polnischer Emigrant, der auf Silverview lebt und ein großes Anwesen am Ortsrand besitzt.

Er scheint viel über Julians Familie zu wissen und zeigt großes Interesse an den Details seines neuen kleinen Unternehmens. Gleichzeitig erhält in London ein Agentenführer des britischen Geheimdienstes einen Brief, der ihn vor einer undichten Stelle im Dienst warnt. Die Ermittlungen führen ihn in einen kleinen Ort an der englischen Küste.

Der Autor

John le Carré hatte ein bewegtes Leben. Sein Vater war ein mehrfacher Hochstapler und Betrüger, der ihn beeinflusste. Dann war der Autor mehrere Jahre lang Geheimagent beim britischen Geheimdienst. Er weiß also, wovon er schreibt. Der Spion, der aus der Kälte kam, hat er, wie er später einmal in einem Interview erzählte, geschrieben, als er „in Beruf und Privatleben zutiefst unglücklich war“.

Viele Jahre spielten seine Bücher im Spionage-Milieu des Kalten Kriegs. Aber es gelang ihm sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion neu zu erfinden und seitdem griff er andere Themen auf. Meist geht es um die Verstrickung von Politik und Wirtschaft. Zu seinem Œuvre zählen mehr als zwei Dutzend Bücher, die vielfach und größtenteils sehr erfolgreich verfilmt wurden.

Der Verlag

Der Ullstein Verlag wurde 1877 von Leopold Ullstein als reiner Zeitungsverlag in Berlin gegründet. Aber bereits seit 1903 werden auch Bücher verlegt. Der Buchverlag wurde 2003 an den schwedischen Medienkonzern Bonnier verkauft und neu aufgestellt. Ullstein zählt zu den ältesten und größten Buchverlagen Deutschlands.

Der Roman erschien im Original unter dem gleichen Titel im Verlag Viking, London.

Ullstein hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Fotos: White Hare und Ullstein

Silverview von John le Carré, in der Übersetzung von Peter Torberg, ist seit Oktober 2021 bei Ullstein als Hardcover und E-Book erhältlich.

70
%
Silverview, ist ein spannender Spionageroman und auch wenn er die typische Handschrift von John le Carré trägt, zählt er leider nicht zu seinen besten Romanen. Das Buch ist zu behäbig. Gleichzeitig ist die eigentliche Erzählung auch etwas zu dünn.
Pros
  • im klassischen John le Carré Stil geschrieben
  • seine ruhige Sprache zieht einen in seinen Bann
  • der letzte Roman von John le Carré
  • die Ausgangslage ist durchaus interessant und spanned
Cons
  • handwerklich wirkt der Roman etwas steif
  • es fehlt dem Roman ein großes Finale
  • die Figuren wirken nicht ganz ausgearbeitet
  • der Roman hätte noch einen Feinschliff vertragen

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