Psychiatrie des Schreckens – Teil 1

| 6. Juni 2020 | 0 Comments

Psychiatrie des Schreckens – Teil 1 von Martin N. Andersen, Alexander Peshkov und Ekaterina Pluzhnikova ist ein Escape Room Spiel, bei dem man sich während einer Nacht in der psychiatrischen Klinik von North Oaks befindet. Die Spieler erleben aus Sicht von 5 verschiedenen Charakteren in 5 separaten Handlungssträngen die Flucht aus dem düsteren Gemäuer. Dabei decken sie in diversen Rätseln immer mehr von den seltsamen Vorgängen auf, die sich im Institut des Dr. Dark abspielen.

Psychiatrie des Schreckens – Teil 1, Rechte bei Huch!

Psychiatrie des Schreckens – Teil 1 ist ein klassisches Escape Spiel. Der besondere Kniff daran ist, dass man nicht eine Geschichte, sondern fünf miteinander verwobene Geschichten erlebt und diese sich auch an bestimmen Punkten beeinflussen können. Manchmal ist es durch das Spiel selbst vorgegeben, aber öfters durch die Entscheidung der Spieler. Dabei werden Karten ausgetauscht, welche die Handlung verändern.

Ein weiterer Kniff des Spiels ist, dass man die verschiedenen Räume, sprich Rätsel mehrfach aufsucht, je nach Charakter, den man gerade spielt. Doch die Rätsel werden nicht einfach wiederholt, sondern das Spielmaterial ist so gestaltet, dass es unterschiedliche Rätsel bedienen kann. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist sehr unterschiedlich. Einige sind durchaus knackig, die meisten haben einen recht gut gewählten Schwierigkeitsgrad, auch wenn es ein, zwei Rätsel gab, die uns im wahrsten Sinn des Wortes ratlos zurückgelassen haben.

Sehr schön ist, dass die Rätsel sehr unterschiedlich sind, auch wenn der Schwerpunkt auf logischen, mathematischen Rätseln liegt. Neben Rätseln, die sich auf den Karten finden lassen, gibt es auch viel Spielmaterial in Kuverts. Bei jeder der fünf Geschichten hat man so rund ein halbes Dutzend größere Rätsel zu lösen. Was uns sehr gefallen hat ist, dass die Geschichte sehr stark erzählt wird. Durch die vielen Karten erfährt man so einiges über das Schicksal der fünf Patienten, über die Anstalt und die Vorkommnisse in Bezug auf Dr. Dark. Doch die Flucht ist erst der Anfang und noch ist keiner unserer fünf Freunde in Sicherheit. Wie es weitergeht erfährt man in Teil 2.

Die Spielregeln werden vereinfacht dargestellt

Es beginnt mit einer der Karten und dann auch schon bald mit dem ersten Rätsel. Die Rätsel befinden sich in verschiedenen Kuverts, welche Räume darstellen, aber die in der Regel erst geöffnet werden können, wenn man ein Eingangs- oder sagen wir Zugangsrätsel löst. Wenn man glaubt das Rätsel gelöst zu haben, wählt man die richtige der vierstellig nummerierten Karten. Dadurch erfährt man, ob es weitergeht, oder ob man sich geirrt hat.

Psychiatrie des Schreckens – Teil 1, Rechte bei Huch!

Es gibt natürlich auch eine Hilfe, wobei die Bewertung durchaus fordernd ist. Man sollte für einen guten Abschluss jede der Geschichten innerhalb von 60 Minuten lösen können, wobei dieser Wert auch noch durch die Benutzung von Hilfs- und Lösungskarten erhöht wird. Dafür gibt es Strafminuten, wobei rein rechnerisch würde man durch das Lesen aller Lösungskarten das Spiel innerhalb von rund 30 Minuten inklusive Strafminuten absolvieren, aber natürlich bliebe dann der Spielspaß in der Anstalt.

Martin Nedergaard Andersen ist ein dänischer Spielautor und hat bereits viele Spiele entwickelt. Gemeinsam mit Alexander Peshkov und Ekaterina Pluzhnikova hat er an seinem ersten Escape Room Spiel gearbeitet. Man kann gespannt auf den zweiten Teil der Psychiatrie des Schreckens sein, da dieser erste Teil mit einem kleinem Cliffhanger endet.

Der Spieleverlag Huch! hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Psychiatrie des Schreckens – Teil 1 erschien im November 2018 beim Spieleverlag Huch!. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 60 bis 75 Minuten pro Geschichte und inkl. „Strafminuten“ für dieses Spiel benötigt.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die Geschichten sind packend geschrieben
die Rätsel sind recht unterschiedlich
die Schwierigkeit der Rätsel ist großteils gut
die fünf Geschichten beeinflussen sich gegenseitig
recht nett ist der Mehrfachbesuch von Rätseln
Negatives
die Zeitanforderung ist recht knackig
ein paar wenige Rätsel sind etwas unverständlich
das Strafminutenmanagment ist ziemlich misslungen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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