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Neuromancer

Neuromancer von William Gibson ist der erste Band seiner Neuromancer Trilogie und der Autor gilt neben Philip K. Dick als Begründer des Cyberpunk Genres. Neuromancher zählt zu den ersten Cyberpunk-Romanen, einem Subgenre der Science Fiction, in der eine dystopische Zukunft beschrieben wird und wo Konzerne die Welt beherrschen und das Internet.

Neuromancer

Neuromancer ist ein fast nachdenklicher, reflektierter Science-Fiction-Roman mit durchaus philosophischem Ansatz, dessen Hauptfigur Case, ein gescheiterter und nicht allzu kluger Hedonist ist. Die Dystopie der Welt wird dabei weder infrage gestellt, noch zu verändern versucht. Man nimmt die Welt so als gegeben, hat sich arrangiert, weil man auch keine andere kennt und man versucht zu überleben.

Der Tod ist allgegenwärtig und nicht immer unbedingt das Ende, denn in einer Welt der Technologie können künstliche Konstrukte ein Abbild von Menschen erschaffen, aber es bleiben Abbilder. Im Mittelpunkt steht eine Künstliche Intelligenz und die verkrachte Existenz eines junge, ehemaligen Hackers.

Das Buch ist nicht einfach geschrieben und sehr dialoglastig. Die einzelnen Figuren hängen stark ihren Gedanken nach. Neben Case sind vor allem Molly und der Finne wichtige Personen. Armitage selbst bleibt recht einsilbig, fast eindimensional, aber das nicht grundlos. Und dann ist da immer wieder der geheimnisvolle Wintermute.

Oft sind Romane, welche eine zukünftige Welt beschreiben, vor allem wenn die Zukunft nicht mehr allzu fern scheint, Jahre später recht lächerlich zu lesen, oft peinlich. Nicht so Neuromancer. Mag nicht alles wie die Besiedlung des Monds zutreffend sein. So wirkt einiges, was damals nur Science Fiction war, erschreckend real und vieles machbar, vor allem ist es aber eine kalte, technische Welt.

Der Roman

Neuromancer handelt davon, dass sich nach einem fehlgeschlagenen Auftrag die Träume des jungen Hackers Case erstmal erledigt zu haben scheinen. Sein Nervensystem ist beschädigt und der Zugang zum Cyberspace damit unmöglich. Aussichten auf Heilung scheint es erstmal keine zu geben. Doch da kommt Case zu einem neuen Auftrag, einem, der das Blatt wenden soll. Die Frage ist nur, für wen?

Der Autor

William Gibson, geboren 1948 in Conway, South Carolina ist ein US-amerikanischer, in Kanada lebender Science-Fiction-Autor. Bekannt wurde er mit seiner Neuromancer-Trilogie, für die er alle gängigen SF-Preise erhielt: Den Philip K. Dick Award, den Nebula Award, sowie den Hugo Award. Seinem Genre blieb er treu und veröffentlicht noch immer alle 4 bis 6 Jahre einen Roman.

Der Verlag Klett-Cotta wurde 1977 gegründet und der Ernst-Klett-Verlag, welcher 1897 von Ernst Klett in Stuttgart gegründet wurde, übernahm die über 300 Jahre alte Tradition des berühmten Cotta-Verlages. Der Verlag veröffentlicht Belletristik und Sachbücher von der literarischen Fantasy, über Psychoanalyse, Psychologie, Pädagogik einschließlich Humanwissenschaften.

Klett-Cotta hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Fotos: Michael O'Shea und Klett-Cotta

Neuromancer von William Gibson, in der Übersetzung von Reinhard Heinz und Peter Robert, ist seit dem Frühjahr 2021 bei Klett-Cotta als Taschenbuch und E-Book erhältlich.

85
%
Neuromancer ist ein fast nachdenklicher, reflektierter Science Fiction Roman mit durchaus philosophischem Ansatz, dessen Hauptfigur Case, ein gescheiterter und nicht allzu kluger Hedonist ist. Die Dystopie der Welt wird dabei weder infrage gestellt, noch zu verändern versucht. Man nimmt die Welt so als gegeben, hat sich arrangiert, weil man auch keine andere kennt und man versucht zu überleben.
Pros
  • auch nach fast 40 Jahren ein sehr moderner Roman
  • einer der wichtigsten Cyberpunk-Romane
  • die Welt ist faszinierend kalt und berechnend
  • eine sehr innovative Geschichte
  • Case ist wahrlich kein Superheld
Cons
  • die Geschichte ist sehr dialoglastig
  • die Dramaturgie ist nicht leicht verständlich

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