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John Constantine – Hellblazer – Tot in Amerika

John Constantine – Hellblazer – Tot in Amerika, ist auf zwei Comicsammelbände mit der kompletten Miniserie aufgeteilt. Geschrieben wurde es von Simon Spurrier und gezeichnet von Aaron Campbell. Das Comic, ein wahres Roadmovie durch die düsteren USA, versetzt Constantine mitten in ein moralisch kompliziertes, magisches Amerika. Es unterscheidet sich von vielen früheren Hellblazer-Interpretationen dadurch, dass es soziale, politische und metaphysische Fragen bündelt. Spurrier verbindet schwarzen Humor, politische Schärfe und existenzielle Verzweiflung. Campbell liefert ein visuell kraftvolles Gegenstück, das zwischen rauer Realität und alptraumhafter Surrealität pendelt.

Der Band folgt John Constantine, wie er in den USA eine Serie übernatürlicher Ereignisse untersucht, die auf den ersten Blick lokal, auf den zweiten Blick jedoch systemisch sind. Die Handlung verwebt kleinere Fälle, wie verfluchte Gemeinden, politisierte Dämonenbeschwörungen und marginalisierte Opfer zu einer großen Erzählung über kollektive Schuld und persönliche Sühne. Die Aufgabe, die John von Dream zu Beginn erhält, führt zu einem wahren Roadmovie, durch das finstere Amerika.

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Frage, wie weit Constantine bereit ist zu gehen, um Menschen zu retten, ohne dabei selbst endgültig zu verlieren. Beispielhaft ist eine Sequenz, in der Constantine auf einer verlassenen Highschool landet. Anfangs sieht man eine klassische Exorzismus-Szene, die sich in eine kluge Untersuchung darüber verwandelt, wie gesellschaftliche Vernachlässigung Monster erzeugt. Solche Szenen zeigen, wie Spurrier Horror mit sozialer Kritik verbindet.

Constantine bleibt ein Antiheld. Er ist schlau, manipulativ und selbstschädigend. In diesem Band wirkt er älter und müder, getragen von Schuldgefühlen über vergangene Fehlentscheidungen und nicht mehr lebendig. Trotzdem ist er handlungsfähig. Sein Intellekt, seine Kontakte in der okkulten Szene und sein skrupelloser Pragmatismus sind wiederholt hilfreich. Seine Methoden sind moralisch problematisch, aber Spurrier zeigt, dass Constantine stets versucht, das kleinere Übel zu wählen, selbst wenn der Preis hoch ist.

Aaron Campbell schafft eine visuelle Welt, die zugleich realistisch und verzerrt ist. Seine Charaktere sind ausdrucksstark, seine Stadtlandschaften schmutzig und atmosphärisch. Campbell arbeitet viel mit Schatten, schroffen Linien und einem Layout, das Panels flexibel bricht. Das verstärkt den psychologischen Druck der Geschichte.

Der Inhalt

John Constantine – Hellblazer – Tot in Amerika #1 (Hellblazer: Dead in America #1–#6) erzählt von John Constantine, dem berühmten Okkultisten und Exorzisten. Doch nun ist er dem Tod näher als dem Leben und er flieht zusammen mit seinem kriminellen Sohn Noah und Türsteherin Nat aus England in die USA. In einem roten Doppeldeckerbus fahren sie durch die Staaten, bis Traumherr Dream aus Sandman Constantine damit beauftragt, seinen gestohlenen Sand wiederzubeschaffen. Um diese Mission erfüllen zu können, muss Constantine seinen alten Kumpel Swamp Thing retten, in New Orleans einem Vampir gegenüber treten und sich dem Wahnsinn an der amerikanisch-mexikanischen Grenze stellen.

John Constantine wurde von Alan Moore mit Steve Bissette und John Totleben erschaffen und hatte seinen ersten Auftritt in der US-Comic Serie Swamp Thing (vol. 2) #37 im Juni 1985. Bereits 1988 erhielt er seine eigene Serie Hellblazer, die 300 Ausgaben erreichte, bevor sie mit Constantine #1 in das neue DC Universum überführt wurde.

John Constantine – Hellblazer – Tot in Amerika #2 (Hellblazer: Dead in America #7–#11) erzählt von der Suche nach dem Sandbeutel von Traumherr Dream, die für den britischen Okkultisten John Constantine und seine Begleiter*innen zu einer wahren Odyssee durch die finstersten Ecken der USA geworden ist. Jetzt reist Constantine alleine weiter. Er trifft in San Francisco einen alten Geist, wird in der Hölle vom Dämon Etrigan erwartet und muss sich der dunklen Magie der Albtraumfabrik Hollywood stellen. Am Ende des Trips wartet diesmal womöglich Death.

Beide Comicbände wurde von Simon Spurrier geschrieben. Die Zeichnungen stammen u.a. von Aaron Campbell.

Die Comickünstler*innen

Die beiden Comicbände werden von Aaron Campbell geprägt. Seine Zeichnung machen die mentale Erschöpfung Constantines spürbar. Campbell zeigt ein feines Gespür für Mimik. Kleine Blicke oder Hände, die nervös Zigaretten halten, erzählen mehr als viele Dialogzeilen. Er hat schon früher für die Comic-Reihe John Constantine: Hellblazer gezeichnet.

Der US-amerikanische Comiczeichner und Illustrator Aaron Campbell hat sich vor allem durch seine düsteren, realistischen und atmosphärischen Arbeiten im Horror- und Crime-Genre einen Namen gemacht hat. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Arbeiten für DC Comics, Vertigo, Dynamite Entertainment und später Boom! Studios. Besonders seine Bond-Zeichnungen, die düster, ästhetisch elegant und filmisch sind, erhielten viel Lob für ihre Mischung aus realistischer Action und atmosphärischen Schatten.

Der britische Comicautor Simon „Si“ Spurrier hat bereits für alle großen Comicverlage geschrieben und war Art Director bei BBC. Seine Karriere als Comicautor begann beim britischen Verlag 2000 AD. Er hat schon für die Comic-Reihe Star Wars: Dr. Aphra geschrieben, aber mit The Dreaming wurde er zum Autor des neuen Sandman-Universums. Er hat einige Romane, Krimis und Fantasy-Bücher zu Warhammer geschrieben.

Panini Comics hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

John Constantine – Hellblazer – Tot in Amerika ist eine Comic-Reihe mit den deutschsprachigen Ausgaben der gleichnamigen Mini-Serie von DC Comics. Der Comicsammelnband #1 wurde am 14. Jänner 2025, #2 wurde am 24. Juni 2025 in deutscher Übersetzung als Softcover und als Hardcover in limitierte Auflage von 150 Exemplare herausgebracht.

John Constantine: Hellblazer — Dead in America ist ein ambitionierter, inhaltlich dichter Beitrag zum Hellblazer-Mythos. Simon Spurrier verknüpft gesellschaftliche Kritik mit persönlicher Dramatik und Aaron Campbell liefert ein visuelles Rückgrat, das die emotionale und metaphysische Spannung unterstützt. Die Bände arbeiten mit Ambivalenz. Sie bieten weder einfache Erlösungen noch billige Schocks, stattdessen fordern sie Leser*innen heraus, selbst zu beurteilten, welchen Preis, den man für Handlungen zu zahlen hat, es auch wert ist. Das mutige narrative Element vom Tod Constantines macht das Werk interessant und ist der Auftakt zu einem gewaltigen Road Movie durch die düsteren Seiten der USA. Die Comics um John Constantine haben immer schon die moralischen Grautöne erkundet, mit diesen Comicbänden findet sich aber eine der konsequentesten modernen Interpretationen.
Pros
  • Horror wird mit sozial politischen Fragen verknüpft
  • Scharfe Dialoge, moralische Komplexität und schwarzer Humor
  • Visuelle Vielfalt und Ausdruckskraft
  • Starke Nebenfiguren und Antagonist*innen
Cons
  • Ambivalente Auflösung mancher Nebenplots
  • für ein Comic extrem textlastig
  • Düsterer, manchmal schwer zugänglicher Ton

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