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Horrible Therapist

Horrible Therapist von Matthew Inman alias The Oatmeal ist ein freches, schwarzhumoriges Party-Kartenspiel. In Runden mit 3 – 8 Spieler*innen werden dreiteilige Mini-Comics gelegt. Es gibt immer ein Frage-/Problem-Panel, ein Antwort-/Kontext-Panel und schließlich eine Therapie-/Behandlungs-Karte. Diejenige bzw. derjenige Spieler*in, mit der witzigsten finalen Pointe auf der Therapie-Karte, gewinnt die Runde.

Horrible Therapist ist ein provokantes Partyspiel, das durch Tempo, auffälliges Artwork und viel Humor besticht. Die Dreier-Comicstruktur (Frage–Antwort–Therapie) bietet eine kreative Abwandlung klassischer „Fill-in-the-blank“-Spiele und erzeugt kurze, unterhaltsame Geschichten. Das Spiel ist perfekt für größere Gruppen, die schwarzen Humor schätzen. Das Spiel ist einfach und das Glück, Situationskomik, sowie die Gruppendynamik bestimmen, wie unterhaltsam das Spiel ist. Allerdings gibt es wenig Abwechslung. Thematische Wiederholungen und eng gesteckte Tonalitäten können die Spielbarkeit beeinträchtigen. Zudem ist das Thema (Parodie auf Therapie, intrusive Gedanken, Tabus) nicht für jeden geeignet. Ethische Bedenken dem Spiel gegenüber sind verständlich.

Spielmechanisch ist der Inhalt bewusst minimalistisch. Die Karten sind so gestaltet, dass sie sofort gelesen und interpretiert werden können. Lange Regelerklärungen entfallen (die Anleitung selbst weist ironisch darauf hin, die Regeln nicht zu lesen). Das erlaubt schnelle Runden und viele Kombinationen in kurzer Zeit. Allerdings wiederholen sich bestimmte Tonfälle und Motive, sodass der inhaltliche Reiz nach mehreren Durchläufen abnehmen kann.

Weil die „Geschichten“ von den Mitspielenden abhängig sind, spielt sich das Narrativ stark dialogisch und performativ. Die Gruppe bewertet, wessen Therapie am besten sitzt. Das macht die Story-Ebene interaktiv. Gleichzeitig führt das Fehlen tieferer Erzählstränge dazu, dass Horrible Therapist eher als Zuschuss zur Party-Atmosphäre funktioniert, weniger als ein Spiel mit erzählerischem Fortgang. Rezensionen heben genau dieses Moment hervor: hohe Kurzzeitwirkung, geringe Langzeit-Narrativtiefe..

Das Ziel

Das Ziel ist es, mit den witzigsten Antworten durch die eigenen Comickarten die meisten Punkt zu erringen. Aber das eigentliche Ziel, wie bei vielen Spielen, ist vor allem das gemeinsame Lachen über die schrägen Geschichten, die dabei entstehen.

Der Spielablauf

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Horrible Therapist liefert ein umfangreiches Kartenset, das aus drei Kartentypen besteht: Fragen/Probleme, Antworten/Äußerungen und Therapien/Behandlungen. Jede Runde wird ein kurzer Comic-Strang aus genau diesen drei Elementen aufgebaut. Oft entstehen so absurde oder makabre Gags, weil Karten aus völlig unterschiedlichen Kontexten zusammengesetzt werden. Ein konkretes Beispiel aus der Anleitung/Beispielkarten: „Ich habe ermordet.“ als Eingangsstatement und darauf absurd-unpassende Therapien. Das Ergebnis ist bewusst irritierend und provokativ.

Das Spielprinzip ist simpel und effizient. Jede*r Spieler*in erhält eine Hand voller Antwort- und Therapie-Karten (je nach Variante). Es wird eine Fragekarte aufgedeckt, die Spieler*innen legen passende Antwort- und Therapie-Karten und die Runde wird von dem*der aktiven Spieler*in entschieden. Ziel ist es drei „Siege“ (Therapie-Karten) zu sammeln. Wer zuerst diese Anzahl hat, gewinnt. Diese Klarheit macht das Spiel sofort für Einsteiger*innen zugänglich.

Horrible Therapist, Rechte bei Asmodee

Die Illustrationen sind im Stil von The Oatmeal. Seine markanten, übertriebenen Strichfiguren, expressive Gesichter und ein sehr prägnanter, cartoonhafter Look, unterstreichen die pointierten, oft derben Gags visuell. Grafiken sind knapp, klar und tragen durch Mimik und kleine Details zur Pointe bei. Auf der Produktseite und in Bildbeispielen ist die Optik sofort wiedererkennbar. Sie transportiert genau die The-Oatmeal-Ästhetik.

Die Autor*innen

Horrible Therapist ist direkt aus dem Comic-Schaffen von Matthew Inman entstanden. The Oatmeal veröffentlichte zuvor einen Online-Random-Comic-Generator, aus dem das Kartenspiel konzipiert wurde. Die Spielidee ist also eine formale Übertragung des Web-Comics in ein Partyspiel. Exploding Kittens/Asmodee brachten das Projekt als kommerzielle Publikation heraus, damit es breitere Distribution erhält. Interviews mit Inman beschreiben, dass die Idee aus seinen „intrusive thoughts“ und dem Hang zu schwarzem Humor gewachsen ist.

Der US-amerikanische Comiczeichner arbeitete zunächst als Webdesigner und Online-Marketer, bevor er begann, humoristische Comics über Alltagsabsurditäten, Internetkultur, Katzen und Wissenschaft zu veröffentlichen. Er verbindet in seinem Werk bitterbösen Humor mit charmantem Wahnsinn, egal ob in seinen Webcomics oder in Spielen wie Exploding Kittens und Horrible Therapist. Mit seinem unverkennbaren Stil, mit einfache Strichfiguren, übertriebene Emotionen und messerscharfe Pointen schafft Inman es, Alltagsabsurditäten und menschliche Macken gleichzeitig liebevoll und gnadenlos zu sezieren.

Unsere Testrunden

Bei unserem Test mit sieben Spieler*innen haben wir viel gelacht. Auch wenn die Comic Panels nicht immer gepasst haben, hatte doch immer wieder eine der Spieler*innen eine wirklich witzige letzte Karte. Aber man merkt auch, dass, wenn man länger spielt, sich die Karten oder vielmehr die Gedanken dazu wiederholen.

Die Spielmechanik ist sehr schnell erklärt und leicht verständlich. Zwei Karten werden zufällig gezogen und jede*r Spieler*in wählt aus seiner Hand eine dazu passende letzte Karte, um dem Cartoon eine Pointe zu geben. Für ein kurzes Spiel in geselliger Runde, welche nicht leicht aus dem Konzept zu bringen ist, ist es sehr unterhaltsam.

Asmodee hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Horrible Therapist erschien ursprünglich bei Exploding Kittens. Im Februar 2025 wurde es beim Spieleverlag Asmodee in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Wir haben bei unserem Test mit sieben Spieler*innen ungefähr 10 bis 15 Minuten für eine Runde benötigt.

Horrible Therapist ist ein zielgerichtet provokantes Partyspiel, das seine Stärken in Tempo, Markenzeichen-Artwork und dem sofortigen Lachpotenzial hat. Die Dreier-Comicstruktur (Frage–Antwort–Therapie) ist ein cleverer Twist auf klassische „Fill-in-the-blank“-Partyspiele, weil sie kurze erzählerische Momente produziert. Das Spiel ist ideal für größere, tolerante Gruppen, die schwarzen Humor mögen. Mechanisch ist das Spiel bewusst einfach: Zugglück, Situationskomik und das Verständnis für die Gruppe entscheiden über Sieg oder Niederlage. Kritisch ist die begrenzte Varianz. Thematische Wiederholung und Tonalitätsengpässe führen dazu, dass die Langlebigkeit bei häufigem Spielen leidet. Außerdem ist die thematische Ausrichtung (Parodie auf Therapie, intrusive Gedanken, Tabus) nicht für alle geeignet — ethische Vorbehalte sind legitim.
Pros
  • sehr lustig und unterhaltsam
  • einfach und schnell erklärt
  • gute Skalierung für mehr Mitspieler*innen
  • witzige und böse Zeichnungen
Cons
  • begrenzte Langzeitmotivation
  • Geschmackssensitivität
  • glücksabhängig
  • die Spielgruppe dazu muss passen

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