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Flash#3: Urlaub im Wilden Land

Flash #3: Urlaub im Wilden Land von Simon Spurrier ist eine kontrovers diskutierte Flash-Saga im Dawn of DC-Universum. In diesen Ausgaben verschiebt sich das Setting radikal von den Straßen von Central City zu den mythischen Ebenen von Skartaris, einem magischen Reich im Inneren der Erde. Simon bringt klassische DC-Elemente wie Familie, kosmische Mächte und uralte Schurk*innen wie Eclipso in eine spannende Geschichte. Bis auf das überraschende Finale steht, trotz der fantastischen Umgebung, die Familie im Fokus seiner Saga.

Comic Cover

Flash#3: Urlaub im Wilden Land erzählt von Wally West, der gemeinsam mit seiner großen Liebe Linda Park-West und den Kindern einen scheinbar harmlosen Familienausflug unternimmt. Dieser führt sie aber auf eine Mission nach Skartaris, einem sagenumwobenen Land im Erdinneren. Dort trifft die Familie auf allerlei Gefahren, urweltliche Kreaturen und uralte Mysterien. Gleichzeitig spitzt sich die Lage im Universum zu, als sie auf den mächtigen Schurken Eclipso stoßen, dessen Einfluss weit über simple Schurk*innenpläne hinausgeht. Spurrier versucht in seiner Saga familiäre Konflikte, Heroismus und kosmische Bedrohung zu einer epischen Reise zu verknüpfen, die immer wieder zwischen vertrackter Mythologie und banalen Momenten des Alltags pendelt.

Spurriers Ansatz ist stark introspektiv und philosophisch. Themen wie Selbstaufopferung, die Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und der Platz des Helden in einer sich ständig wandelnden Welt ziehen sich durch den Band. Wally Wests innerer Dialog über Verantwortung und Identität macht aus einer klassischen Superheld*innenstory ein nachdenkliches Drama über die Balance zwischen Pflicht und persönlichem Glück. Streckenweise wird die Subtilität zur Hürde, die Banalitäten des Alltags bekommen eine Bühne.

Auch wenn ich verstehen kann, dass Spurrier neue Wege beschreiten möchte, vermisse ich klassische Flash-Themen. Die Erzählweise ist mir fast schon zu esoterisch. Ich brauche nicht ständig temporeiche Action in Central City, aber die langen Dialogpassagen, innere Monologe und auch das Fantasy-Setting in Skartaris wirkt einfach nicht mehr wie ein Flash-Comic. Auch fühlt sich Eclipso als kosmisch-mythische Bedrohung zu abstrakt inszeniert und emotional zu wenig greifbar an. Im Finale bleiben viele Fragen offen. Eclipso ist aber erst der Auftakt zu einer, den DC Comics Kosmos umfassenden Saga.

Die Zeichnungen dieses Sammelbands stammen primär von Vasco Georgiev, mit Beiträgen anderer Zeichner*innen wie Ramon Perez und Scott Koblish. Georgievs Stil ist dynamisch, detailliert und stark auf dramatische Körpersprache und expressive Panels ausgelegt. Gerade in Skartaris, mit seinen fantastischen Landschaften, urzeitlichen Kreaturen und surrealen Elementen, zeigt der Stil seine Stärken. Allerdings finde ich einige Figuren und Zeichnungen etwas disproportioniert.

Skartaris und Eclipso

Skartaris ist ein mythisches Reich im Inneren der Erde, ursprünglich eingeführt in Warlord-Comics der 1970er. Es verbindet Fantasy-Elemente wie Dinosaurier, Magie und vergessene Zivilisationen mit klassischen Abenteuermotiven. Für The Flash dient es als exotisches Setting, das die Grenzen des Speed Force-Mythos erweitert und Wally sowie seiner Familie nicht nur physische, sondern auch philosophische Herausforderungen bietet.

Der Hauptantagonist dieses Arcs ist Eclipso, eine kosmische Entität und uralter Feind der Justice League. Eclipso, ursprünglich die Manifestation eines göttlichen Zorns, ist ein magischer, manipulativer und extrem mächtiger Gegner, der Wut, Dunkelheit und Chaos in sich trägt. In diesem Comicband übernimmt Eclipso nicht nur Skartaris, sondern entfacht eine Bedrohung, die weit über simple Schurk*innenpläne hinausgeht, bishin zur Kontrolle über den Mond und Machtspiele mit kosmischen Konsequenzen.

Dawn of DC

Dawn of DC ist eine umfassende, erzählerische Neuausrichtung des DC-Universums, die 2023 gestartet wurde, um neue Impulse in die Comic-Welt zu bringen. Ziel der Initiative ist es, sowohl alte Fans als auch neue Leser*innen anzusprechen und ihnen frischen Zugang zu den ikonischen Superheld*innen und ihren Geschichten zu ermöglichen. Dabei setzt die Reihe verstärkt auf Charakterentwicklung, neue erzählerische Ansätze und ein klareres, kohärentes Universum, in dem die Held*innen agieren.

Für Flash bedeutet dies eine intensivere Auseinandersetzung mit der Speed Force und ihren metaphysischen Konsequenzen. Wally West, als Hauptfigur, wird mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die weit über das typische Held*innen-Dasein hinausgeht. Die Speed Force, die ihm bisher immer als Quelle seiner Kräfte diente, wird zunehmend zu einer unberechenbaren und potenziell zerstörerischen Macht.

Dawn of DC führt auch neue Bedrohungen und Schurk*innen ein, wie den mysteriösen Uncoiled, der die Zerrissenheit und Unsicherheit in Wallys Leben verstärkt. Gleichzeitig wird aber auch das Flash-Familienleben, insbesondere mit Linda und den Kindern, stärker beleuchtet, was eine emotionale Tiefe in die Handlung bringt.

Dawn of DC bietet eine willkommene Frischzellenkur für die Serie. Besonders Fans der alten Schule werden sich über den Fokus auf traditionelle Werte und Konflikte freuen. Ob die Initiative jedoch genug Substanz bietet, um auch langfristig neue Leser*innen zu binden und tiefergehende Entwicklungen zu fördern, bleibt abzuwarten.

Der Inhalt

Flash#3: Urlaub im Wilden Land (Flash #14 – #19) handelt davon, dass, Wally West samt Familie nach Skartaris zu einem wahren Abenteuerurlaub reist, in ein Land im Inneren der Erde. Er will sich nach den jüngsten Strapazen mit der Speed Force endlich mal so richtig erholen.

Wally West wurde von John Broome und Carmine Infantino erfunden und hatte seinen ersten Auftritt als Kid Flash in The Flash #110 vom Jänner 1960. Später war er ein wichtiges Mitglied der Teen Titans und trat nach dem vermeintlichen Tod von Barry während der Crisis on Infinite Earths dessen Nachfolge als Flash an. Während The New 52 war er verschwunden und wurde durch eine modernere Version ersetzt. Jetzt kehrt er zurück und es gibt zwei Wallys.

Allerdings ist das wilde Land mit seinen Dinosauriern nicht unbedingt der ruhigste Ferienort. Zudem ist Wally hin- und hergerissen zwischen seinem wohlverdienten Urlaub und einer wichtigen Mission auf dem Wachturm der Justice League. Der Comicband wurde von Simon Spurrier geschrieben und u.a. von Vasco Georgiev, Ramon Perez, Scott Koblish gezeichnet.

Die Comickünstler*innen

Der Zeichenstil von Vasco Georgiev ist durch dynamische und, expressive Zeichnungen geprägt und von seiner architektonischen Ausbildung inspiriert. Seine Panels zeichnen sich durch klare Raumkompositionen, monumentale Hintergründe und eine ausgeprägte räumliche Tiefe aus. Figuren wirken oft etwas überproportional und leicht stilisiert, mit langen Gliedmaßen, überzeichneten Posen und sehr körperlicher Mimik.

Vasco Georgiev ist ein bulgarischer Comic-Künstler, studierte Architektur und arbeitete in der Schweiz als Architekt, bevor er hauptberuflich Zeichner wurde. Nach frühen Independent-Projekten und Arbeiten für Dynamite Entertainment (u. a. Xena: Warrior Princess) begann er ab 2022 regelmäßig für DC Comics zu arbeiten, unter anderem an Batman: Urban Legends, Nightwing und The Flash.

Der britische Comicautor Simon „Si“ Spurrier hat bereits für alle großen Comicverlage geschrieben und war Art Director bei BBC. Seine Karriere als Comicautor begann beim britischen Verlag 2000 AD. Er hat schon für die Comicreihe Star Wars: Dr. Aphra geschrieben, aber mit The Dreaming wurde er zum Autor des neuen Sandman-Universums. Er hat auch einige Romane, Krimis und Fantasy-Bücher zu Warhammer geschrieben.

Panini Comics hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Flash#3: Urlaub im Wilden Land ist ein Comicband mit der deutschsprachigen Ausgabe der gleichnamigen US-Serie von DC Comics. Der Comicband wurde am 22. Juli 2025 in deutscher Übersetzung als Softcover herausgebracht.

Flash#3: Urlaub im Wilden Land ist ein mutiges, ideenreiches Kapitel im Flash-Universum, das grenzenlos zwischen Abenteuer, Mythos und persönlicher Reflexion wandert. Simon Spurrier schafft eine Geschichte, welche die Figur Wally West in neue thematische Gefilde führt und sowohl visuell als auch narrativ große Ambitionen zeigt. Allerdings ist diese Ambition zugleich Fluch und Segen. Die komplexe Mythologie, philosophischen Exkurse und erzählerischen Verdichtungen können Leser*innen verwirren, wenn sie einen klassischeren Superheld*innenplot erwarten. Wer sich auf Spurriers Vision einlässt, kann ein emotionales, reich strukturiertes Abenteuer erleben. Für andere bleibt das Comic fragmentiert und überfrachtet.
Pros
  • Originelle Story-Konzeption
  • Ambitionierter Einsatz von Mythologie
  • Kreative und starke Zeichnungen
Cons
  • Überkomplexe Geschichte
  • Uneinheitlicher Zeichenstil
  • Übergroße Langatmigkeit
  • introspektiven Monologe
  • Das Finale enttäuscht

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