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Flash#2: Bis ans Ende der Zeit

Flash #2: Bis ans Ende der Zeit von Simon Spurrier führt die Serie weg vom bloßen Superheld*innen-Familien-Setup hin zu einer kosmischen, gelegentlich alptraumhaften Erzählung über Zeit, Verantwortung und Identität. In diesen Ausgaben stehen die Verwicklungen der Speed Force, die Grenzen zwischen Realitäten und die Folgen persönlicher Entscheidungen für Barry, Wally und die gesamte Flash-Familie im Zentrum.

Flash #2: Bis ans Ende der Zeit bietet eine spannende, tiefgründige und visuell eindrucksvolle Reise durch die Instabilität der Speed Force und die Herausforderungen, die Wally West dabei zu bewältigen hat. Simon Spurrier führt nicht nur klassische Gegenspieler*innen wie Gorilla Grodd zurück, sondern erschafft mit Uncoiled eine neue, existenzielle Bedrohung, die Wallys Verständnis seiner Kräfte auf den Kopf stellt. Die philosophischen Untertöne und die Darstellung der Speed Force als gefährliche, unkontrollierbare Kraft, geben der Serie eine besondere Tiefe. Besonders der dramatische Showdown am Ende des Comicbands hinterlässt einen bleibenden Eindruck und markiert einen Wendepunkt in der Serie.

Simon Spurriers Flash-Run ist ein ambitioniertes, tonales Richtungswechsel-Projekt. Hier treffen familiäre Superheld*innen-Momente auf metaphysische Bedrohungen und multiversale Komplexität. Die Serie brilliert in emotionalen Szenen wie der Geschichte um Wallys Erschöpfung oder seinen familiären Konflikten. Sie bietet visuell eindrucksvolle Horrorsequenzen, wie den Kampf gegen das Timepoint-Monster und der Idee, die Speed Force als beinahe religiös-philosophische Kraft zu behandeln.

Das führt zu einigen narrativen Risiken. Künstlerisch ist die Bandbreite ein klarer Gewinn. Pérez & Co. schaffen starke, atmosphärische Bilder. Für Leser*innen, die anspruchsvolle, nachdenkliche Superheld*innen-Geschichten mögen, ist das ein Muss. Für Purist*innen des klassischen, leichtfüßigen Flash-Abenteuers ist es womöglich eine Herausforderung.

Vor allem aber ist der Comicband etwas mit „Technobabble“ überfrachtet. Generell wäre weniger etwas mehr gewesen. Es gibt einfach etwas zu viele New-Wave-Ideen (Arc Angles, Crown of Thawnes, Deep Change, SpectraVerse). Die Geschichte ist dicht gedrängt, die Sprünge von herzlichen Familienmomenten zu kosmischem Horror wirken abrupt.

Zeichnerisch ist der Comicband durchaus gelungen. Ramon Pérez und Vasco Georgiev, sowie eine Reihe weiterer Zeichner*innen und Color*istinnen waren daran beteiligt. Ramon Pérez liefert detailreiche, dynamische Seiten mit klaren Figuren und cineastischer Panelführung. Das ist ideal für Monster-Sequenzen. Vasco Georgiev bringt variierende Texturen, Perspektiven und Körpersprache ein, was eine heterogene, aber thematisch passende Bildsprache bringt.

Dawn of DC

Dawn of DC ist eine umfassende, erzählerische Neuausrichtung des DC-Universums, die 2023 gestartet wurde, um neue Impulse in die Comic-Welt zu bringen. Ziel der Initiative ist es, sowohl alte Fans als auch neue Leser*innen anzusprechen und ihnen frischen Zugang zu den ikonischen Superheld*innen und ihren Geschichten zu ermöglichen. Dabei setzt die Reihe verstärkt auf Charakterentwicklung, neue erzählerische Ansätze und ein klareres, kohärentes Universum, in dem die Held*innen agieren.

Für Flash bedeutet dies eine intensivere Auseinandersetzung mit der Speed Force und ihren metaphysischen Konsequenzen. Wally West, als Hauptfigur, wird mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die weit über das typische Held*innen-Dasein hinausgeht. Die Speed Force, die ihm bisher immer als Quelle seiner Kräfte diente, wird zunehmend zu einer unberechenbaren und potenziell zerstörerischen Macht.

Dawn of DC führt auch neue Bedrohungen und Schurk*innen ein, wie den mysteriösen Uncoiled, der die Zerrissenheit und Unsicherheit in Wallys Leben verstärkt. Gleichzeitig wird aber auch das Flash-Familienleben, insbesondere mit Linda und den Kindern, stärker beleuchtet, was eine emotionale Tiefe in die Handlung bringt.

Dawn of DC bietet eine willkommene Frischzellenkur für die Serie. Besonders Fans der alten Schule werden sich über den Fokus auf traditionelle Werte und Konflikte freuen. Ob die Initiative jedoch genug Substanz bietet, um auch langfristig neue Leser*innen zu binden und tiefergehende Entwicklungen zu fördern, bleibt abzuwarten.

Der Inhalt

Flash #2: Bis ans Ende der Zeit (Flash #7 – #12, Flash Annual 2024) handelt davon, dass, Wally West verschwunden ist und die Flash-Familie macht sich auf die Suche. Gleichzeitig versuchen die Speedster, das Chaos in der Speed Force in den Griff zu bekommen. Allerdings weiß keiner, ob die Dimensionsrisse von den Speedstern, Außerirdischen oder den neuen Kräften der Rogues ausgelöst werden.

Wally West wurde von John Broome und Carmine Infantino erfunden und hatte seinen ersten Auftritt als Kid Flash in The Flash #110 vom Jänner 1960. Später war er ein wichtiges Mitglied der Teen Titans und trat nach dem vermeintlichen Tod von Barry während der Crisis on Infinite Earths dessen Nachfolge als Flash an. Während The New 52 war er verschwunden und wurde durch eine modernere Version ersetzt. Jetzt kehrt er zurück und es gibt zwei Wallys.

Eins steht jedoch fest: auf die Speedster und die gesamte Welt warten weitaus größere Gefahren, da die übermächtigen Arkusengel etwas besonders Perfides geplant haben. Der Comicband wurde von Si Spurrier geschrieben und u.a. von Ramón Pérez und Vasco Georgie gezeichnet.

Die Comickünstler*innen

Der Zeichenstil von Ramon Pérez ist geprägt durch detailreiche, dynamische Zeichnungen mit klaren Figuren und cineastischer Panelführung. Das ist ideal für sehr actionreiche Panels. Pérez zeichnet Figuren so, dass ihre Körperhaltung und Silhouette sofort eine Richtung, einen Impuls oder eine Bewegungsenergie vermitteln. Wenn Jai durch die Timepoint-Dimension stürzt oder Wally abrupt abbremst, wirken die Körper nie statisch, sondern „gedehnt“ oder „gezogen“, als ob sie selbst Teil der Bewegung wären.

Ramón K. Pérez ist ein kanadischer Comiczeichner, welche für seine Arbeit mit verschiedenen renommierten Comicpreisen wie dem Eisner Award oder dem Harvey Award ausgezeichnet wurde. Bekannt wurde er vor allem für seine Arbeiten an der Marvel Comic Reihe Hawkeye. Einige seiner Preise erhielt er, als er ein nie verfilmtes Jim Henson-Drehbuch in Comic-Form realisierte.

Der britische Comicautor Simon „Si“ Spurrier hat bereits für alle großen Comicverlage geschrieben und war Art Director bei BBC. Seine Karriere als Comicautor begann beim britischen Verlag 2000 AD. Er hat schon für die Comicreihe Star Wars: Dr. Aphra geschrieben, aber mit The Dreaming wurde er zum Autor des neuen Sandman-Universums. Er hat einige Romane, Krimis und Fantasy-Bücher zu Warhammer geschrieben.

Panini Comics hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Flash #2: Bis ans Ende der Zeit ist ein Comicband mit der deutschsprachigen Ausgabe der gleichnamigen US-Serie von DC Comics. Der Comicband wurde am 18. Februar 2025 in deutscher Übersetzung als Softcover herausgebracht.

Simon Spurriers Flash-Run ist ein ungewöhnlicher, aber wirkungsvoller Ansatz, die Serie neu auszurichten. Die Hefte verbinden familiäre Konflikte von Wally und Barry mit einer zunehmend unruhigen, fast schon unheimlichen Speed-Force-Mythologie. Besonders stark wirkt der Run, wenn er kosmische Horror-Elemente mit dem emotionalen Kern der Flash-Familie verschränkt, etwa in den albtraumhaften Timepoint-Sequenzen oder in Wallys Überforderung, die Spurrier glaubwürdig inszeniert. Gleichzeitig trägt die visuelle Vielfalt der beteiligten Künstler*innen zur Atmosphäre bei, auch wenn die wechselnden Stile gelegentlich brüsk wirken. Insgesamt präsentiert der Run ein ambitioniertes, mutiges Kapitel der Flash-Historie, das nicht immer rund, aber immer interessant ist, besonders für Leser*innen, die offen für neue, experimentelle Wege innerhalb eines Traditionsfranchises sind.
Pros
  • ambitionierte Themenexploration
  • sehr starke Horror-Sequenzen
  • Mut zur erzählerischen Veränderung
  • ein starkes Finales
Cons
  • Überfrachtung mit Konzepten
  • erzählerisch sehr sprunghaft
  • manche Nebenfiguren bleiben blass

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