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Das Schwarze Auge 5. Edition – Regelwerk

Das Schwarze Auge 5. Edition – Regelwerk von Ulisses Spiele ist das derzeit aktuelle Regelwerk für das deutsche Rollenspielsystem Das Schwarze Auge. Wir haben das neue Regelwerk nicht nur gelesen und uns überlegt, was ist gut gelungen, was ist weniger gut gelungen. Wir haben mit dem Regelwerk auch Abenteuer gespielt, um in der Praxis zu sehen, was ist unserer Meinung nach gelungen, was ist weniger gelungen.

Das Schwarze Auge 5, Rechte bei Ulisses Spiele

Das DSA5 Regelwerk von Ulisses Spiele ist seit August 2015 die 5. und aktuellste Regelversion vom deutschen Rollenspiel Das Schwarze Auge. Rund 30 Jahre nachdem die erste Regelversion von Das Schwarze Auge erschienen ist und nach einer ungefähren Entwicklungszeit von 2 Jahren, in welcher über zahlreiche Beta-Tests und Werkstättenberichten die Community an der Entwicklung beteiligt wurde, gibt es ein neues Regelkonstrukt für Abenteuer in Aventurien, das unter der Redaktion von Eevie Demirtel, Daniel Simon Richter, Alex Spohr und der Autorenschaft von Alex Spohr und Jens Ullrich entstanden ist.

Ulisses Spiele hat es geschafft das DSA5 Regelwerk zu entrümpeln und ja, leider ist manche liebgewonne Regel dabei auch unter die Räder gekommen, aber vieles wurde durchaus richtig gemacht. Man merkt auch, dass einiges dem aktuellen Zeitgeist in der RPG Szene angepasst wurde. So gibt es jetzt Qualitätsstufen bei Proben, es gibt kleine Zaubertricks, die einfach zu handhaben sind, es gibt Schicksalspunkte, mit denen man Ergebnisse beeinflussen kann, es gibt auch Zustände und Stati, welche Proben erschweren. Das Regelwerk fühlt sich beim Spielen selbst aber gut an, wenngleich es vor allem im Vergleich zu DSA4.1 noch einige Lücken gibt, welche von späteren Regelergänzungsbänden noch gefüllt werden müssen.

Die Regeln

Meine Befürchtungen dabei waren, dass sich DSA 5 zu einem Fantasyregelwerk mit generischen Mechanismen wie Pathfinder oder Dungeon & Dragons entwickelt, was zum Teil entkräftet wurde. Das Regelwerk ist durch die vielen Vereinfachungen sicher ein wenig anfängerfreundlicher geworden. Dennoch kann noch immer das komplexe Aventurien regeltechnisch abgebildet werden. DSA5 ist also durchaus eine sinnvolle Weiterentwicklung des Regelwerks. Ulisses Spiele wird sich aber daran messen lassen müssen, wie die regeltechnischen Ergänzungsbände aufgebaut sind.

Gleich vorweg, die grundlegenden Regelmechanismen haben sich nicht großartig geändert, noch immer werden die üblichen 3W20-Proben auf Fertigkeiten abgelegt. Jeder Fertigkeit sind dabei drei der acht Eigenschaften zugeordnet und auf diese Eigenschaften werden mit dem W20 Proben abgelegt, bei denen man maximal den Eigenschaftswert erwürfeln darf. Sollte man zu viel würfeln, kann man mit dem Fertigkeitswert dies ausgleichen. Neu ist auf jeden Fall, dass die übriggebliebenen Fertigspunkte eine von 6 möglichen Qualitätsstufe ergeben.

Nicht gänzlich unüblich bei großen Regelwerken, aber für Anfänger vermutlich ein wenig enttäuschend, gibt es kaum Informationen über die Spielwelt Aventurien selbst. Nur über die einzelnen Kulturen kann man ein wenig erfahren. Verwirrung dürfte vor allem dadurch entstehen, dass im Gegensatz zu anderen Regelwerken bei DSA die Hintergrundwelt sehr stark mit dem Regelwerk verflochten ist. Erfahrene DSA Spieler dürften dieses Fehlen wohl kaum bemerken, bzw. würden die rudimentären Informationen über Aventurien kaum Unbekanntes liefern.

Die Charaktererschaffung

Umgestellt wurde angenehmerweise auch die Charaktererschaffung, nämlich völlig auf Abenteuerpunkte. Man hat also nicht mehr mehrere Tabellen oder Generierungspunkte, sondern einfach seine Abenteuerpunkte, wodurch man sich auch nach der Charaktererschaffung nicht mehr umstellen muss. Vor allem bei so komplexen Regelwerken wie Das Schwarze Auge habe ich es immer als sehr störend empfunden, wenn man sich in Charaktererschaffungsregeln einarbeiten muss, die man danach nicht mehr benötigt. Allerdings wirkt es auch so, als wären die Charaktere im Durchschnitt etwas besser als mit der vorigen Edition, wobei es auch die Möglichkeit gibt, den Erfahrungsgrad zu verringern oder zu erhöhen. Man kann also auch ziemliche Neulinge, oder bereits erfahrene Helden generieren.

Wer übrigens mehr über die Welt von Aventurien erfahren möchte, sollte sich am besten das Quellenbuch Aventurischer Almanach anschauen.

Das DSA5 Regelwerk ist optisch höchst professionel gelayoutet. Nicht nur, dass es grafisch einem Konzept folgt, man hat auch nicht mehr das Gefühl, dass bloß Bilder verwendet wurden, die gerade da waren. Auch die Aufteilung von Zusatzinformationen in abgetrennten Kästen sorgt für eine gute Lesbarkeit. War bereits das damalige Das Schwarze Auge – Basisregelwerk zu DSA 4.1 sehr schön im Design, so hat man sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht, sondern sich weiter verbessert. Das Ergebnis ein echt schickes Regelwerk, das durchaus seinesgleichen sucht.

Der Kampf

Auch die Kampfregeln wurden entstaubt. Gab es früher regelrechte Würfelorgien, um einen Kampf zu bewältigen, geht es jetzt wenngleich nicht zügig, aber doch wesentlich zügiger voran. So gibt es, statt den 5 Distanzklassen welche man überwinden musste, um den Gegner zu treffen nur mehr 3 Waffenreichweitenkategorien, welche Mali im Kampf gegen eine andere Kategorien geben. Auch andere Kampfregeln wurden überarbeitet und entrümpelt, dabei wurde der Kampf wesentlich gefährlicher, aber endlich auch schneller. Attacke und Parade werden nicht mehr aufgeteilt, sondern anhand des Wertes in der jeweiligen Waffeneigenschaft berechnet. So ist man generell, wenn man die Charaktere ohne jegliche Zusatzfähigkeiten vergleicht, ein besserer Kämpfer als noch in der vorhergehenden Edition.

Die Magie

Die Magie wurde nur geringfügig verändert, das meiste dazu wurde unverändert übernommen. Es gibt aber jetzt auch Zaubertricks, mit denen man ohne großen Regelaufwand kleinere Effekte hervorrufen kann. Wesentlich unstimmiger finde ich die Ritualmagie, welche jetzt fast schon wie Zauber funktionieren. Das finde ich fast ein wenig schade, haben mir doch die komplexeren Rituale bei DSA4 wirklich gut gefallen. Die Verschärfung von Bann des Eisens finde ich gut, fand ich doch immer, dass dieser Aspekt ein klassischer Bestandteil von DSA war.

Mit dem Bereich der Liturgien und Wunder habe ich das größte Problem. Sie wurden stark an die gleiche Regelmechanik der Zauber angepasst. Da fand ich die Sperrigkeit der alten Regeln sehr angenehm. Für mich waren Liturgien und vor allem die Wunder immer etwas anderes als eine Art göttliche Zauberei. Jetzt sind die Unterschiede zwischen Magier und Geweihten zwar noch immer nicht reine Semantik wie bei Pathfinder, aber die beiden sind sich ähnlicher geworden. Für die Spielbarkeit ist es naturlich gut, dass die Regeln leichter geworden sind, aber der Flair leidet darunter etwas. Wirklich irritierend für alle war, dass man bei den Geweihtenprofessionen nur die Hälfte der Zwölfgötter im Regelwerk hat. Eine Darstellung aller zwölf Geweihten hätte nicht so viele Seiten mehr gekostet.

Der Hintergrund

Ebenfalls geändert hat sich der soziale Stand. Er wurde deutlich entschwächt und ist nun auch nicht mehr mit AP mühsam zu erkaufen, sondern durch den Vorteil Adel I-III. Es gibt auch nur mehr 5 unterschiedliche Stufen. Einerseits ist es durchaus verständlich. Immerhin ist es etwas schwierig eine Spielergruppe mit sehr unterschiedlichen sozialen Ständen zu spielen, andererseits hatte das durchaus auch seinen Reiz.

Natürlich sind im DSA5 Regelwerk auch wieder ein paar Monster beschrieben. Und es gibt ein eigenes Kapitel über die Ausrüstung, wobei hier natürlich nur grundlegende Sachen aufgelistet und beschrieben sind. Aber es folgen ja wieder ausführlichere Bücher, die für Spielgruppen, die öfter spielen schon sehr hilfreich und interessant sind. Immerhin möchte man nicht dauernd nur auf die selben Bestien treffen.

Ulisses Spiele hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Das Schwarze Auge 5. Edition – Regelwerk ist das Grundregelwerk für das Rollenspielsystem Das schwarze Auge von Ulisses Spiele und ist ab Februar 2016 als pdf und als Hardcover erhältlich.

90
%
Ulisses Spiele hat es geschafft das DSA5 Regelwerk zu entrümpeln und ja, leider ist manche liebgewonnene Regel dabei auch unter die Räder gekommen, aber vieles wurde durchaus richtig gemacht. Man merkt auch, dass einiges dem aktuellen Zeitgeist in der RPG Szene angepasst wurde. Das Regelwerk fühlt sich beim Spielen selbst aber gut an, wenngleich es vor allem im Vergleich zu DSA4.1 noch einige Lücken gibt, welche von späteren Regelergänzungsbänden noch gefüllt werden müssen.
Pros
  • hervorragendes Layout mit einem einheitlichen Design
  • durchdachte Regelüberarbeitung der bestehenden Spielmechanismen
  • das Rollenspiel wurde anfängerfreundlicher gestaltet
  • die neue Regeledition fühlt sich beim Spielen gut an
  • eine sinnvolle Weiterentwicklung und empfehlenswert
Cons
  • nur die Hälfte der Zwölfgötter bei den Professionen berücksichtigt
  • noch immer einige Lücken im Regelwerk (Ergänzungsbände)
  • Regelwerk dem Zeitgeist der RPG Szene angepasst

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