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Aventurische Meisterschaft

Aventurische Meisterschaft von Ulisses Spiele ist ein Quellenbuch für das Fantasy Rollenspielsystem Das Schwarze Auge, 5. Edition. Da im Zentrum diesmal Reflektionen über die eigene Spielgruppe stehen und der Band wertvolle Tipps für die Spielleitung und den Meister oder die Meisterin bietet, ist dieses Buch auch für viele Spielleiter*innen interessant, welche nicht Das Schwarze Auge, sondern andere Pen & Paper Rollenspiele spielen.

DSA5: Aventurische Meisterschaften

Aventurische Meisterschaft ist einer der interessantesten Bände der fünften Edition des Pen & Paper Rollenspiels Das Schwarze Auge. Eben weil er nicht nur systemspezifischen Inhalt bietet, sondern stark allgemein gültige Hilfen und Werkzeuge für die Spielleitung bietet.

Die alternativen Regeln, sicherlich ein weiteres Kernelement, bieten durchaus interessante Ansätze, ändern aber auch einige grundlegende Eigenschaften von DSA ab. Wer als Spielleiter*in neben alternativen Regeln und Reflektion über Spieler*innentypen auch die Atmosphäre von Aventurien in seinem Abenteuer stärken möchte, sollte zugreifen.

Der Band ist aber durchaus auch für Spieler*innen, die sozusagen mehr Verständnis für ihre Rolle und die der anderen Spieler*innen am Spieltisch entwickeln wollen.

Rollenspieltheorie

Wenn dieses Quellenbuch, bzw. Regelwerk, oder Werkzugkasten ein Motto hätte, würde es lauten: „Es gibt keinen richtigen oder falschen Spielstil, sondern nur den jeweils persönlichen Spielstil.“ Die Grundlage dazu ist die Rollenspieltheorie. Welche vor allem in Form der GNS-Theorie von Ron Edwards, einem amerikanischen Spieleautor und -theoretiker. Er versucht Rollenspielrunden zu klassifizieren, skizziert wird und das recht ausführlich, in einem recht umfangreichen Kapitel.

Das deutsche Fantasy Rollenspiel Das Schwarze Auge wurde erstmalig 1984 veröffentlicht und zählt zu den ältesten und beliebtesten Rollenspielen im deutschsprachigen Raum. Es wurde von Ulrich Kiesow erfunden und basiert auf der Fantasy-Spielwelt Aventurien, die von Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow entworfen wurde. Mittlerweile gibt es bereits die 5. Edition des aktuellen Regelwerks. Mehr darüber findet ihr bei unseren DSA Rezensionen.

Es gibt aber keine allgemeingültige Rollenspieltheorie. Sondern verschiedene Theorien und Modelle, die sich vor allem in den 1980ern bis Anfang der 2000er entwickelt haben und sich mit Abläufen und Elementen von Pen-&-Paper-Rollenspielen befassen. In der GNS-Theorie konzentriert man sich hauptsächlich auf die Teilnehmer*innen von Rollenspielen und kategorisiert ihre Interaktionen in drei Kategorien:

  • Gamism (Leistungsrollenspiel)
  • Narrativism (Thematisches Rollenspiel)
  • Simulationism (Erlebnisrollenspiel)

Archetypen

Das ursprüngliche Konzept der Archetypen geht auf den Schweizer Psychiater und Psychologen Carl Gustav Jung zurück, der die Analytische Psychologie erfand. Darauf basierend gibt es verschiedene Spieler*innentypen und verschiedene Modelle. Das Bekannteste, welches auch in diesem Buch verwendet wird, stammt dabei vom kanadischen Spieleerfinder und Autor Robin D. Laws. Welcher sieben Spieler*innentypen vom Optimierer bzw. der Optimiererin bis zum Gelegenheitsspieler bzw. der Gelegenheitsspielerin definiert hat.

  • Der Optimierer / Die Optimiererin
  • Die Überlegene / Der Überlegene
  • Der Schauspieler / die Schauspielerin
  • Die Geschichtenerzählerin / Der Geschichtenerzähler
  • Der Taktiker / Die Taktikerin
  • Die Spezialistin / Der Spezialist
  • Der Gelegenheitsspieler / Die Gelegenheitsspielerin

Kaum ein Spieler oder eine Spielerin entspricht dabei völlig einem der Spieler*innentypen. Die meisten sind eine Mischung aus mehreren Spieler*innentypen, in unterschiedlicher Ausprängung. Jeder der sieben Spieler*innentypen wird recht gut erklärt und auch ihre Position innerhalb der GNS Theorie. Auch gibt es, neben Information welchen Einfluss welcher Spieler*innentyp auf die Gruppe und im speziellen auf DSA hat, eine Art Test. Um mittels Fragen den Spieler*innentyp herauszufinden. Jede der 11 Fragen bietet verschiedene Antworten, um die Präferenz für jeweils einen der Spieler*innentypen herauszukristallisieren.

Ein bisschen gewagt und nicht immer zutreffend, finde ich die Alternativregel-Affinität nach GNS-Spieler*innentyp. Ich kann verstehen, dass die Alternativen Regeln für die fünfte Edition von Das Schwarze Auge, den Ausgangspunkt dieses Quellenbuchs gebildet haben. Aber ich hätte mir (noch) mehr Werkezuge und Informationen zur Spielleitung gewünscht. Den alternativen Regeln hätte ich durchaus einen eigenen Regelband gegönnt. Vor allem damit man sich ausführlicher Gedanken hätte machen können, über die Auswirkungen, welche die verschiedenen Alternativen Regeln auf andere regeltechnischen Aspekte haben könnten.

Alternative Regeln

Die zehn alternative Regeln, welche vorgestellt werden, sind sehr unterschiedlich und nicht unbedingt miteinander kombinierbar. Sie haben manchmal größere und dann wieder kleinere Auswirkungen. So wie die Idee, dass der oder die Spieleiter*in mittels Meisterschips transparent und fair den Held*innen das Abenteuer schwerer machen kann. Die Meisterschips stärken beispielsweise Gegner*innen, sorgen für Missgeschicke der Abenteurer*innen oder verändern die Umgebung so, dass Proben nicht mehr so leicht gelingen. Trotzdem gibt es Transparenz statt reiner Meisterwillkür.

  • Meisterschips
  • Startspieler*in
  • Inrahkarten
  • Runensteine
  • 1W20-Probe
  • Keine aktive Parade
  • Mehr Aktionen pro Kampfrunde
  • Beschleunigte Held*innenerstellung
  • Das Spiel mit Markern und Bodenplänen
  • DSA-Narrativ

Gerade einige Spielgruppen, welche schon mit Hausregeln spielen, oder mit dem einen oder anderen Aspekt von DSA 5 unzufrieden sind, könnten hier durchaus wichtige Anregungen und Regeln finden.

SL Werkzeugkasten

Als Spielleiter fand ich den Werkzeugkasten fast am besten. Weil er eben Tools für das praktische Spiel bietet, wenngleich es stark auf DSA 5 fokkusiert ist. So gibt es Informationen über das Scheitern der Probe. Abhängig davon welche Eigenschaft den größten Ausschlag für das Misslingen gegeben hat. Das ist ein interessanter Ansatz, denn das bedeutet, wenn man beim Klettern bei Mut schlecht gewürfelt hat, versagen einem z.B. die Nerven. War bei Körperkraft schwächste Ergebnis, kommt man einfach nicht weiter und bei einer schlechten Gewandtheit ist es oft der gefürchtete Sturz, der das Ergebnis des Misserfolgs darfstellt. In der Praxis ist es anfänglich ein bisschen Rechnerei gewesen. Weil es ja nicht auf den Würfelwurf ankommt, sondern im Grunde auf die Differenz zwischen Würfelergebnis und dem Eigenschaftswert, von den Talentpunkten abgesehen.

Qualitätsstufen und Feiertage

Auch das Qualität-Preis-System beschreibt ausführlich jede der sechs Qualitätsstufen. Und zwar in den Bereichen Gasthäuser & Tavernen, Bordelle & Freudenhäuser sowie Handwerker*innen & Dienstleistungen. Auch lange vermisst, gibt es wieder eine schöne Tabelle um aventurische Dörfer und Kleinstädte auswürfeln zu können. Zuletzt hat es die in Die Kreaturen des Schwarzen Auges für die zweite Edition gegeben. Auch wenn es scheinbar eine Kleinigkeit ist, aber Speiselisten von Tavernen aus den verschiedensten aventurischen Regionen, bringen durchaus Atmosphäre in die Spielsitung.

Die Feiertage sind sehr umfangreich, aber nicht ganz so vollständig wie gewünscht. Es ist aber auch schwierig eine Grenze zu finden, um nicht jedes Dorffest aufzunehmen, aber durchaus überregionale Feiertage zu beschreiben. Angenehm überrascht wurde ich, dass bei den Sprachen und Schriften, nicht nur aventurische, sondern auch die myranischen und uthurischen Sprachen Aufnahme fanden. Die generischen Gegner*innen, welche den Band abrunden, empfinde ich eher als Füllmaterial.

Ulisses Spiele hat uns eine elektronische Ausgabe für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Aventurische Meisterschaft ist ein Quellenbuch für das Rollenspielsystem Das schwarze Auge von Ulisses Spiele und ist ab Juni 2021 als pdf und als Hardcover erhältlich.

90
%
Aventurische Meisterschaft ist einer der interessantesten Bände der fünften Edition des Pen & Paper Rollenspiels Das Schwarze Auge, eben weil er nicht nur systemspezifischen Inhalt bietet, sondern stark allgemein gültige Hilfen und Werkzeuge für die Spielleitung bietet. Er ist durchaus auch für Spieler*innen geeignet, die sozusagen mehr Verständnis für ihre Rolle und die der anderen Spieler*innen am Spieltisch entwickeln wollen.
Pros
  • die Rollenspieltheorie wird gut und umfassend erklärt
  • es gibt interessante alternative Regeln
  • die Spieler*innentypen laden zur Selbstreflexion ein
  • viele Tipps und Tricks für mehr Atmosphäre im Spiel
  • Aventurien wird noch eine Spur lebendiger
Cons
  • die generischen Gegner*innen wirken wie Füllmaterial
  • die Alternativen Regeln hätten einen eigenen Band vertragen

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