Drachenland

| 27. Juni 2020 | 0 Comments

Drachenland – Mystische Orte, gierige Kobolde, wertvolle Schätze von Darren Kisgen ist ein Brettspiel über das Drachenland, welches die Spieler mit ihren Helden durchwandern, um wertvolle Münzen und die begehrten Drachensteine zu plündern. Aber es gibt auch immer diese verflixten Kobolden, die sich immer wieder in das Ringen um die wertvollsten Schätze einmischen.

Drachenland, Rechte bei Game Factory

Drachenland ist ein sehr nettes familientaugliches Fantasyspiel, das durchaus taktisch ist. Man wählt nicht nur den Ort, sondern überlegt auch welche Art von Karten man spielen kann und wie viele Helden bereits dort sind. Außerdem überlegt man, ob man noch die Möglichkeit hat Münzen zu gewinnen, oder zu verhindern, dass andere Spieler Münzen gewinnen oder Drachensteine erhalten.

Das Artwork ist recht hübsch gemacht. Witzig sind außerdem die unberechenbaren Kobolde, welche sehr niedliche Figuren haben. Gut finde ich auch, dass man beim Nachziehen wählt, ob man entweder eine oder beide offene Heldenkarten nimmt, oder, wenn man hofft besser passende Karten zu ziehen, blind vom Heldenstapel. Dabei kann man eben auch Kobolde ziehen, welche dann auf einen Ort gesetzt werden, um so mit den Spielern um die Schätze an diesem Ort zu streiten.

Bei Drachenland hat jeder das Ziel möglichst viele Schätze zu sammeln. Am Ende gewinnt derjenige, der die meisten Münzen sammeln konnte. Bei einem Gleichstand gewinnt der Spieler mit den meisten Drachensteinen, besteht dann weiterhin ein Unentschieden gewinnen eben mehrere Spieler.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt

Zunächst werden die Ortskarten vorbereitet und jeder bekommt 5 Abenteurer-Karten, dazu erhält jeder zufällig gezogene 3 Verstärkungskarten. Jeder wählt, ob man von diesen die zwei Stufe 1 Verstärkungskarten behält, oder lieber die eine Stufe 2 Verstärkungskarte.

Drachenland, Rechte bei Game Factory

Drei Ortskarten liegen bereit und sobald eine gewertet wird, wird nachgezogen, bis man zur grünen Drachenortskarte kommt. Da es mehr Ortskarten gibt als man beim Spielen benötigt, gibt es auch immer wieder Abwechslung und keine Partie gleicht, im kleinen Rahmen, einer anderen. Reihum kommt jeder Spiel dran und hat die Wahl zwischen zwei Aktionen:

A) Ausruhen: man zieht 2 Abenteurer-Karten, man darf maximal 9 Handkarten haben

B) Entdecken: man versucht, eigene Abenteurer auf einem der Orte zu platzieren

Jede Ortskarte hat eine bestimmte Anzahl an Feldern Platz für Helden. Sobald kein Platz mehr frei ist, wird die Karte gewertet. Die Spieler mit den meisten Helden an diesem Ort erhalten Goldmünzen. Die Münzen werden bei Gleichstand geteilt, aber die Ortskarte mit den Drachensteinen gibt es nur für maximal einen Spieler, bei Gleichstand wird sie abgelegt.

Um einen Helden auf einem Ort zu platzieren muss man zunächst Heldenkarten ausspielen. Für jede ausgespielte Heldenkarte wird ein Würfel geworfen. Wenn die Würfelsumme dabei den Wert der gewählten Entdeckungsart erreicht, darf man einen Helden platzieren. War die Entdeckungsart mit einem goldenen Kreis versehen, darf man sogar zwei Helden platzieren.

Es gibt drei Entdeckungsarten: Schleichen, Ausspionieren und Stürmen. Für jede braucht man eine andere Kombination an Heldenkarten. Man darf nämlich nicht beliebige Heldenkarten spielen, sondern entweder Karten in einer Reihe in beliebiger Farbe, Karten mit derselben Zahl, oder Karten mit derselben Farbe.

Der US-amerikanische Spieleerfinder Darren Kisgen wurde in Omaha, Nebraska geboren und er war nach seinem Universitätsstudium 7 Jahre lang Investmentbanker an der Wall Street und 13 Jahre lang Professor für Finanzen am Boston College. Er ist ein großer Fantasy-Fan, hat aber herausgefunden, dass die meisten Spiele mit diesem Thema nicht familientauglich sind und auch oft viel zu lange dauern. Deshalb entschied er sich seine eigenen Spiele in diesem Setting zu erfinden.

Game Factory hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Drachenland erschien im August 2019 beim Spieleverlag Game Factory. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 30 bis 45 Minuten für dieses Spiel benötigt, inkl. Erklärung und Aufbau des Spiels.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein durchaus taktisches Spiel
es eignet sich für die ganze Familie
durch die vielen Ortskarten gibt es Abwechslung
die Spielmechaniken sind ziemlich durchdacht
die Kobolde sind ein unberechenbares, witziges Element
Negatives
die taktischen Möglichkeiten bleiben überschaubar
die Abenteurerfiguren wirken merkwürdig

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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