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Die Verschwörung von Gareth

Mit den Zeilen „Es bangt der Fuchs um seinen Erben, es lacht der Rab‘ in seinem Nest. Der junge Fuchs soll balde sterben auf einem großen Minnefest.“ beginnt das Abenteuer Die Verschwörung von Gareth von Reinhold H. Mai und Andreas Blumenkamp, letzteres ein Pseudonym von Ulrich Kiesow, dem geistigen Vater von Das Schwarze Auge. Es war das erste Abenteuer vom Fantasy Rollenspielsystem Das Schwarze Auge mit echter kosmopolitischer Auswirkung. Es war auch das erste Abenteuer mit den erweiterten Regeln des Abenteuer-Ausbau-Spiels und erschien im Jahr 1985.

Cover vom Rollenspielabenteuer - Die Verschwörung von Gareth, Rechte bei Ulisses Spiele

Die Verschwörung von Gareth, Rechte bei Ulisses Spiele

Die Verschwörung von Gareth ist der erste Auftritt des Hochadels mit Kaiser Hal von Gareth, Kronprinz Brin, Graf Answin Garbit Hildebald von Rabenmund, Herzog Kunibald Frankward zu Ehrenstein, Fürst Cuanu Ui Bennain, Herzog Jast Gorsam vom Großen Fluß und vielen weiteren wichtigen Persönlichkeiten des Kaiserreichs. Sie alle wurden hier vorgestellt.

Das Abenteuer beginnt am ersten Turniertages des jährlich stattfindenten Kaiserturniers am 1. Praios. Wie damals üblich gab es eine ca. einseitige Einführung über die Vorgeschichte des Abenteuers und den Tod des Barden Odilbert. Anschließend beginnt das eigentliche Abenteuer mit dem ersten Turniertag. Das Abenteuer geht dabei fix davon aus dass die Spieler Ritter, aber auf jeden Fall Teilnehmer des Kaiserlichen Turniers sind. Der Umfang des Turniers ist daher recht überschaubar. Als Wettbewerbe gibt es das Gestampfe, die Tjoste, und Zweihand – bzw. Einhandkämpfe. Für Nicht-Ritter gibt es noch die Wurfwettbewerbe, den Bogenschützenwettbewerb, den Bardenwettbewerb und die Ringkämpfe am Jahrmarkt.

Eine detallierte Zeittafel gibt dem Meister die Möglichkeit die Spieler, während sie nach dem Mörder ihres Freundes suchen und die Verschwörung entlarven, am Turnier selbst teilnehmen zu lassen. Interessant ist der Ansatz dass die Spieler nach dem Weihegottesdienst auch immer mit dem jeweiligen Geweihten über den höfischen Adel und die Verschwörung sprechen können. In kurzen Absätzen wird dabei immer die Reaktion des Geweihten und sein Informationsstand abgeklärt. Ich persönlich hätte da einen anderen Ansatz gewählt und hätte wohl andere Personen aufgesucht um mehr zu erfahren.

Fast die Hälfte des Abenteuerheftes besteht aus der Vorstellung der Schauplätze der Handlung. Neben den Zelten der Teilnehmer, welche man im Schlosspark des alten Schlosses neben dem Turnierfeld aufgestellt hat, ist auch das alte Schloss selbst beschrieben. Es gibt 48 Räume, welche ausführlich mit allgemeiner Beschreibung, speziellen Informationen und Meisterinformationen vorgestellt sind. Heute würde man sich dazu auf die wichtigsten Örtlichkeiten beschränken oder nur kurz auf sie eingehen. Für den Meister selbst bleibt viel Arbeit übrig, da neben der Beschreibung der Schauplätze und die Erklärungen der einzelnen Wettbewerbe kaum Raum für das eigentliche Abenteuer bleiben. Auch von den vielen NSCs hat man vor allem ihre Werte, Wappen und Namen, da muss man sich etwaige Informationen aus dem Abenteuertext direkt zusammensuchen.

Man sieht, man muss sich bewusst sein dass viele Bestandteile des Abenteuers nicht mehr zeitgemäß sind, sehr antiquiert wirken und in dieser Form vor allem Old-School-Gamer ansprechen. Aber das Abenteuer hat einen hohen nostalgischen Wert und kann als Ausgang von zahlreichen Entwicklungen in Aventurien gesehen werden, bishin zur Kampagne Das Jahr des Feuers im Jahr 1027 nBF, oder wie es eine Mitspielerin ausdrückte „Oh, das ist dieser Answin“.

Viele Spieler welche die spätere Entwicklung kennen, spielen das Abenteuer durchaus mit einem Schmunzeln. Auch bei unserem Test war ziemlich bald klar wer die Verschwörer sind, aber das zu beweisen war etwas völlig anderes. Eine weitere zusätzliche Arbeit erfordert es wenn man weitere NSCs, welche in der damaligen Zeit durchaus am Hofe gewesen sein könnten, wie Dexter Nemrod, Helme Haffax oder auch den Hofmagier Galotta einbauen will. Als Cameo Auftritt sind diese NSCs durchaus geeignet auch wenn sie im ursprünglichen Abenteuer noch gar nicht vorgesehen waren und zum Teil erst wesentlich später erfunden wurden.

Die Verschwörung von Gareth ist auf jeden Fall eine gute Mischung aus Intrigenabenteuer, Ritterturnier und Historischem Ereignis. Meister, welche daraus ein Abenteuer basteln wollen das eher aktuellen Abenteuer entspricht, werden einiges an Arbeit investieren müssen. Da die allermeisten NSCs aber wichtige aventurische Persönlichkeiten sind, gibt es genügend Material um das recht leicht zu bewerkstelligen. Am meisten Arbeit macht das schwache Komplett selbst, das kaum ausgearbeitet ist. Es gibt einen groben Ablauf und einige schlimme Logik-Schnitzer und Deus Ex Machina Elemente. Die allerschlimmste Szene war für mich gegen Ende des zweiten Turniertags, als eine Frau die Helden entweder in eine Falle lockt oder mittels Bezahlung zum Reden gebracht wird und die Helden dadurch erfahren sollten wen die Verschwörer beauftragt haben das Gift herzustellen. Trotz solcher Schnitzer wird es einem als Spieler aber bei dem Abenteuer regelrecht warm ums Herz und es wäre sicher sehr schön wenn man bei Ulisses gerade solche Abenteuer von aventurischer Trageweite in überarbeiteter Form wieder herausbringen würde.

Die Verschwörung von Gareth von Ulisses Spiele ist seit 12. August 2014 als pdf in der originalen Version von 1985 erhältlich und wir haben bei dem Abenteuer, welches wir in 1 Spielsitzung mit ca. 8 Spielstunden bewältigen konnten, mit 4 SpielerInnen und 1 Spielleiter auf der Basis des pdfs gespielt. Die Softcover Ausgabe ist vergriffen.
75 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
recht gelungene Regeln für Turnierkämpfe
begegnet zahlreichen wichtigen Persönlichkeiten
kann aventurische Geschichte erleben und beeinflussen
Negatives
Das Komplott selbst schlecht aufgearbeitet
entspricht nicht unbedingt heutigen Anforderungen
es gibt kaum eine Beschreibung der wichtigen NSCs
Mit den Zeilen "Es bangt der Fuchs um seinen Erben, es lacht der Rab' in seinem Nest. Der junge Fuchs soll balde sterben auf einem großen Minnefest." beginnt das Abenteuer Die Verschwörung von Gareth von Reinhold H. Mai und Andreas Blumenkamp, letzteres ein Pseudonym von Ulrich Kiesow, dem geistigen Vater von Das Schwarze Auge. Es war das erste Abenteuer vom Fantasy Rollenspielsystem Das Schwarze Auge mit echter kosmopolitischer Auswirkung. Es war auch das erste Abenteuer mit den erweiterten Regeln des Abenteuer-Ausbau-Spiels und erschien im Jahr 1985. [caption id="attachment_16884" align="alignleft" width="200"] Die Verschwörung von Gareth, Rechte bei Ulisses Spiele[/caption] Die Verschwörung von Gareth ist der erste Auftritt des Hochadels mit Kaiser Hal von Gareth, Kronprinz Brin, Graf Answin Garbit Hildebald von Rabenmund, Herzog Kunibald Frankward zu Ehrenstein, Fürst Cuanu Ui Bennain, Herzog Jast Gorsam vom Großen Fluß und vielen weiteren wichtigen Persönlichkeiten des Kaiserreichs. Sie alle wurden hier vorgestellt. Das Abenteuer beginnt am ersten Turniertages des jährlich stattfindenten Kaiserturniers am 1. Praios. Wie damals üblich gab es eine ca. einseitige Einführung über die Vorgeschichte des Abenteuers und den Tod des Barden Odilbert. Anschließend beginnt das eigentliche Abenteuer mit dem ersten Turniertag. Das Abenteuer geht dabei fix davon aus dass die Spieler Ritter, aber auf jeden Fall Teilnehmer des Kaiserlichen Turniers sind. Der Umfang des Turniers ist daher recht überschaubar. Als Wettbewerbe gibt es das Gestampfe, die Tjoste, und Zweihand - bzw. Einhandkämpfe. Für Nicht-Ritter gibt es noch die Wurfwettbewerbe, den Bogenschützenwettbewerb, den Bardenwettbewerb und die Ringkämpfe am Jahrmarkt. Eine detallierte Zeittafel gibt dem Meister die Möglichkeit die Spieler, während sie nach dem Mörder ihres Freundes suchen und die Verschwörung entlarven, am Turnier selbst teilnehmen zu lassen. Interessant ist der Ansatz dass die Spieler nach dem Weihegottesdienst auch immer mit dem jeweiligen Geweihten über den höfischen Adel und die Verschwörung sprechen können. In kurzen Absätzen wird dabei immer die Reaktion des Geweihten und sein Informationsstand abgeklärt. Ich persönlich hätte da einen anderen Ansatz gewählt und hätte wohl andere Personen aufgesucht um mehr zu erfahren. Fast die Hälfte des Abenteuerheftes besteht aus der Vorstellung der Schauplätze der Handlung. Neben den Zelten der Teilnehmer, welche man im Schlosspark des alten Schlosses neben dem Turnierfeld aufgestellt hat, ist auch das alte Schloss selbst beschrieben. Es gibt 48 Räume, welche ausführlich mit allgemeiner Beschreibung, speziellen Informationen und Meisterinformationen vorgestellt sind. Heute würde man sich dazu auf die wichtigsten Örtlichkeiten beschränken oder nur kurz auf sie eingehen. Für den Meister selbst bleibt viel Arbeit übrig, da neben der Beschreibung der Schauplätze und die Erklärungen der einzelnen Wettbewerbe kaum Raum für das eigentliche Abenteuer bleiben. Auch von den vielen NSCs hat man vor allem ihre Werte, Wappen und Namen, da muss man sich etwaige Informationen aus dem Abenteuertext direkt zusammensuchen. Man sieht, man muss sich bewusst sein dass viele Bestandteile des Abenteuers nicht mehr zeitgemäß sind, sehr antiquiert wirken und in dieser Form vor allem Old-School-Gamer ansprechen. Aber das Abenteuer hat einen hohen nostalgischen Wert und kann als Ausgang von zahlreichen Entwicklungen in Aventurien gesehen werden, bishin zur Kampagne Das Jahr des Feuers im Jahr 1027 nBF, oder wie es eine Mitspielerin ausdrückte "Oh, das ist dieser Answin". Viele Spieler welche die spätere Entwicklung kennen, spielen das Abenteuer durchaus mit einem Schmunzeln. Auch bei unserem Test war ziemlich bald klar wer die Verschwörer sind, aber das zu beweisen war etwas völlig anderes. Eine weitere zusätzliche Arbeit erfordert es wenn man weitere NSCs, welche in der damaligen Zeit durchaus am Hofe gewesen sein könnten, wie Dexter Nemrod, Helme Haffax oder auch den Hofmagier Galotta einbauen will. Als Cameo Auftritt sind diese NSCs durchaus geeignet auch wenn sie im ursprünglichen Abenteuer noch gar nicht vorgesehen waren und zum Teil erst wesentlich später erfunden wurden. Die Verschwörung von Gareth ist auf jeden Fall eine gute Mischung aus Intrigenabenteuer, Ritterturnier und Historischem Ereignis. Meister, welche daraus ein Abenteuer basteln wollen das eher aktuellen Abenteuer entspricht, werden einiges an Arbeit investieren müssen. Da die allermeisten NSCs aber wichtige aventurische Persönlichkeiten sind, gibt es genügend Material um das recht leicht zu bewerkstelligen. Am meisten Arbeit macht das schwache Komplett selbst, das kaum ausgearbeitet ist. Es gibt einen groben Ablauf und einige schlimme Logik-Schnitzer und Deus Ex Machina Elemente. Die allerschlimmste Szene war für mich gegen Ende des zweiten Turniertags, als eine Frau die Helden entweder in eine Falle lockt oder mittels Bezahlung zum Reden gebracht wird und die Helden dadurch erfahren sollten wen die Verschwörer beauftragt haben das Gift herzustellen. Trotz solcher Schnitzer wird es einem als Spieler aber bei dem Abenteuer regelrecht warm ums Herz und es wäre sicher sehr schön wenn man bei Ulisses gerade solche Abenteuer von aventurischer Trageweite in überarbeiteter Form wieder herausbringen würde. [box style="tip"]Die Verschwörung von Gareth von Ulisses Spiele ist seit 12. August 2014 als pdf in der originalen Version von 1985 erhältlich und wir haben bei dem Abenteuer, welches wir in 1 Spielsitzung mit ca. 8 Spielstunden bewältigen konnten, mit 4 SpielerInnen und 1 Spielleiter auf der Basis des pdfs gespielt. Die Softcover Ausgabe ist vergriffen. [/box] [rwp-review id="0"]
Pros
Cons

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