Die Stille des Todes

| 29. März 2020 | 0 Comments

Die Stille des Todes von Eva García Sáenz ist der erste Fall für Inspector Ayala, der sich auf die Jagd nach einem Serienmörder in Spanien macht, der seine Inspiration scheinbar aus religiösen Motiven findet und eigentlich schon seit 20 Jahren im Gefängnis sitzen sollte. Das Buch wurde von Netflix mit Javier Rey in der Hauptrolle verfilmt.

Die Stille des Todes von Eva García Sáenz, Rechte bei Scherz / Fischer

Die Stille des Todes ist sehr spannend geschrieben und man spürt die akribische Vorbereitung durch die Autorin Eva García Sáenz. Man erfährt auch so einiges über den Ermittler, Inspector Ayala, sowie über seinen Vater, seinen kleinwüchsigen Bruder, dessen an Krebs erkrankte Verlobte, seine Vorliebe fürs Laufen und auch einiges über die Region und die Religion, die tiefer verwurzelt ist als das Christentum.

Es gibt von Anfang an immer wieder kurze Rückblenden in die 1960er Jahre, zu der Affäre zweier unglücklicher Menschen. Lange Zeit ist nicht klar in welchem Zusammenhang diese Liebesgeschichte zur Gegenwart steht. Nett finde ich außerdem die kleinen zwischenmenschlichen Begebenheiten. So trifft der Inspector zu Beginn seine neue Chefin bei seiner Laufrunde und man lernt, dass sich beide, ohne den anderen schon zu kennen, falsche Namen geben. Angenehm ist, dass der tragische Tod seiner Familie nicht wie ein erstickendes Damoklesschwert über der Erzählung schwebt.

Die Stille des Todes ist der erste Fall für Inspector Ayala, genannt Kraken und handelt von einer Stadt in Angst. In der Kathedrale von Vitoria liegt ein totes Paar, völlig nackt, die Hände auf der Wange des anderen. Das alles gleicht exakt einer Serie von Verbrechen von vor zwanzig Jahren, welche die Stadt in Atem hielt. Doch der Fall gilt als gelöst, der Täter sitzt in strenger Einzelhaft. Hat man damals einen Unschuldigen verurteilt?

Inspector Ayala ist ein sehr verbissener Ermittler, wenngleich er nicht unsympathisch ist. Er ist nicht perfekt, aber gut in dem was er tut und er hat eine tragische Geschichte. Er verlor seine Familie bei dem Selbstmord seines besten Freundes. Das ist die Grundlage seiner Motivation, damit er nie wieder die Anzeichen einer solchen Tragödie übersehen möchte.

Eva García Sáenz, geboren 1972 in Vitoria-Gasteiz im Baskenland, begann zunächst eine Ausbildung zur Augenoptikerin. Erst mit 40 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Roman, der in Spanien ein großer Erfolg wurde. Vier Jahre später hatte sie mit dem ersten Band der Inspector Ayala Trilogie ihren großen internationalen Durchbruch.

1938 wurde der Scherz Verlag vom Schweizer Buchhändler Alfred Scherz gegründet und wurde vor allem für seine angelsächsische Krimi-Literatur bekannt. Seit 2003 ist der Verlag Teil der Fischer Verlage in Frankfurt. Der S. Fischer Verlag wurde 1886 von Samuel Fischer in Berlin gegründet und zählt zu den bedeutendsten deutschen Verlagen für Belletristik. Der Roman erschien im Original unter dem Titel El silencio de la ciudad blanca im Verlag Grupo Planeta, Madrid.

Fotos: Nines Mínguez und Fischer Scherz

Fischer Scherz hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.
Die Stille des Todes von Eva García Sáenz ist seit März 2016 bei Fischer Scherz als Paperback, ebook und als Taschenbuch erhältlich.
85 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
der Thriller ist spannend geschrieben
der Ermittler ist durchaus greifbar
die Mordserie hat spannende Aspekte
man spürt, dass sich die Autorin gut vorbereitet hat
Negatives
es gibt ein paar Klischees, die bedient werden
die lange Pause wird nicht sehr gut erklärt

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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