Der Metropolist

| 1. Dezember 2019 | 0 Comments

Der Metropolist von Seth Fried ist ein schräger Zukunftstrip und unterhaltsamer Thriller in einer nicht allzu fernen Zukunft. Ein überaus korrekter Beamter und eine etwas durchgeknallte KI müssen eine groß angelegte Verschwörung entlarven, bevor das Chaos über die Welt hereinbricht.

Buch Cover

Der Metropolist von Seth Fried, Rechte bei Heyne

Es ist vor allem das schräge Zusammenspiel zwischen einer KI mit einem Alkoholproblem, welche aber nur als Licht und Illusion existiert, sowie einem stocksteifen Beamten mit wenig Fantasie und fehlenden körperlichen Attributen, das mir öfters ein Schmunzeln bereitet hat. Die brüllenden Lacher sind spärlich gesät, aber man wird beim Lesen durchwegs gut unterhalten.

Vielleicht wird die KI etwas zu zickig, fast schon zu menschlich dargestellt, während Henry zu stocksteif, zu knochentrocken beschrieben wird. Aber vermutlich ist das auch eine Sehnsucht in uns allen, dass wir uns bemühen mehr so zu sein wie die anderen, während wir dabei übersehen, dass wir nur die sein brauchen, die wir sind.

Der Autor will weniger ein getreues oder realistisches Bild der nahenden Zukunft zeichnen, sondern unterhalten. Mit seinem etwas schrägen Science Fiction Ansatz gelingt ihm das. Er hat einige gute Ideen, auch wenn er zu oft klischeehaft erzählt. Dafür schildert er auch seine Nebenfiguren durchaus menschlich und nicht farblos.

Der Metropolist spielt in Metropolis, der strahlenden Stadt der Zukunft. Sie ist der wahr gewordene amerikanische Traum und Henry Thompson, ein pflichtbewusster Beamter der Verkehrsbehörde, ist bereit alles zu tun, damit das auch so bleibt. Als seine Behörde ins Kreuzfeuer eines mächtigen Feindes gerät, beginnt Henry zu ermitteln.

Korrekt und regelkonform möchte er rasch Ergebnisse präsentieren. Zu dumm nur, dass man ihm als Partner in diesem Fall ausgerechnet die Künstliche Intelligenz OWEN zur Seite stellt: Die KI säuft, raucht und scheint von Vorschriften noch nie etwas gehört zu haben, doch um Metropolis zu retten, müssen sich Henry und OWEN wohl oder übel zusammenraufen

Der junge amerikanische Schriftsteller Seth Fried ist Romanautor und Humorist. Er schreibt für The New Yorker »Shouts and Murmurs« und NPR »Selected Shorts«. Seine Geschichten wurden in verschiedenen Magazinen und einer Story-Sammlung veröffentlicht. Er ist Gewinner des Pushcart Preises und des William Peden Preises. Mit Der Metropolist legt er seinen zweiten fiktionalen Roman vor.

Der Heyne Verlag ist ein deutscher Verlag mit Sitz in München, der 1934 in Dresden gegründet wurde und seit 2003 zur Verlagsgruppe Random House gehört und Literatur abseits der ausgetretenen Mainstream-Pfade vertreibt, auf denen sich alle tummeln. Das ist auch das Motto des 2005 gegründeten Labels Heyne Hardcore. Der Roman wurde unter dem Originaltitel: The Municipalist im Verlag Blackheart Books veröffentlicht.

Fotos: © Julia Mehoke; Heyne und Verlagsgruppe Random House
Der Metropolist von Seth Fried ist seit 15. Juli 2019 in der Übersetzung von Astrid Finke bei Heyne als eBook und Taschenbuch verfügbar.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
eine durchaus witzige Geschichte
der Schreibstil ist recht flott
auch die Nebenfiguren sind gut beschrieben
interessantes Wechselspiel zwischen lustiger KI und strengem Beamten
Negatives
die großen Lacher fehlen etwas
der Roman plätschert nett dahin

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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