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Das Haus am Meer #1

Das Haus am Meer #1 von James Tynion IV, mit den Zeichnungen von Álvaro Martínez Bueno, ist die Fortsetzung seines Überraschungserfolgs The Nice House on the Lake. In dieser Fortsetzung verlagert Tynion die apokalyptische, klaustrophobische Folie vom See an die Küste. Er erzählt erneut von einer kleinen Gruppe von Menschen und dem, was sie mit „Außerirdischen“, Geheimnissen und moralischen Abgründen verbindet.

Inhaltlich folgt Das Haus am Meer einem neuen Ensemble, das in ein scheinbar idyllisches Anwesen am Meer zieht. Doch unter der Oberfläche lauern nicht nur zwischenmenschliche Spannungen, sondern auch außerirdische Manipulationen und kulturelle Rätsel. Tynion baut das Setting sorgfältig auf. Es gibt gemeinsame Mahlzeiten, intime Streitgespräche, seltsame Artefakte und Momente von Körper- und Kosmos-Horror. Tynion verwendet die neue Location für frische Möglichkeiten an Machtspielen und Paranoia.

Im Zentrum stehen mehrere Figuren. Die Serie ist nicht ausschließlich auf eine einzelne Hauptperson fixiert. Oliver fungiert häufig als Bezugspunkt. Seine Erinnerungen, seine früheren Bindungen (etwa zu Walter aus dem vorherigen Comicband) und seine sich verändernde Loyalität treiben viele Szenen an. Tynion zeichnet die Figuren mit klaren, oft widersprüchlichen Charakterzügen. Sie sind charmant, verletzlich, bishin zu berechnend. Gleich zu Beginn wird etwa Olivers Zögern dokumentiert, als er für Max’ Auswahl ins Haus eingeladen wird. Das ist ein kleines Detail, das später große Folgen hat.

Der Spannungsbogen führt in den ersten sechs Ausgaben zu mehreren Höhepunkten, von denen das Eindringen „von außen“ in die Hausgemeinschaft und die große Enthüllung um Max’ Identität zentrale Momente sind. Ein markantes Panel in Heft #4 zeigt die Bewohner*innen, wie sie panisch eine Tür verriegeln. Die Panik ist greifbar, weil zuvor intime Beziehungsarbeit etabliert wurde. Als Leser*in spürt man, was auf dem Spiel steht. Tynion sichert seinen Horror stets emotional ab, die physischen Bedrohungen sind immer Spiegel innerer Brüche.

Die Zeichnungen sind ein zentraler Pluspunkt. Das Artwork ist detailreich, schön komponiert und zugleich in der Lage, Körperhorror und subtile Mimik gleichermaßen zu transportieren. Die Serie verwendet ausdrücklich verschiedene Zeichenstile, um Stimmung zu modulieren, von ruhigen, offenen See-Panoramen bis zu engen, klaustrophobischen Körperaufnahmen. In manchen Rückblenden wechselt die Seitenaufteilung zu kleineren Panels mit dichterem Strich, was das Gefühl von Erinnerung und Fragmentierung verstärkt.

Der Inhalt

Das Haus am Meer (The Nice House by the Sea #1–#6) stellt die Frage, wer überleben darf. Die Menschheit wurde bei der Invasion der Erde durch Außerirdische fast völlig ausgelöscht. Die Wenigen, die überlebt haben, wurden von „Walter“, einem der Außerirdischen, handverlesen in einem abgelegenen Haus an einem See versammelt. Doch sind sie tatsächlich die letzten Menschen? Oder sind sie Teil von etwas Größerem? Schon bald stellt sich heraus, dass es tatsächlich mehr Überlebende in anderen Häusern gibt. Die verschiedenen Gruppen müssen unter Beweis stellen, dass sie es wert sind, überlebt zu haben, womit der Horrortrip erst richtig beginnt.

Niemand, der in das Haus eingeladen wurde, kannte Max, aber sie kannte alle. Unter ihnen waren die Besten der Besten in Industrie und Wissenschaft. Sie flüsterte ihnen ein, dass sie der großen Katastrophe entkommen und die Fackel der Zivilisation weitertragen könnten. Und natürlich waren sie Feuer und Flamme. Denn wer hätte das Überleben mehr verdient als sie? James Tynion IV hat das Comic geschrieben und von Álvaro Martínez Bueno stammen die Zeichnungen.

Die Comickünstler

Gezeichnet wurden die Hefte von Álvaro Martínez Bueno, mit Farben von Jordie Bellaire. Die kreative Zusammenarbeit trägt viel zur Atmosphäre bei: Álvaro Martínez Bueno liefert das Layout und die Figurenarbeit, Bellaire färbt mit feinem Gespür für Stimmung, und Andworld sorgt für die typografischen/Interface-Elemente, welche die außerirdische Technologie glaubwürdig machen. Solche Credits sind in den Solicit-Infos und Heftseiten aufgeführt.

Der spanische Comiczeichner Álvaro Martínez Bueno begann seine Karriere nach seinem Studium in der Bildenden Kunst, in der Werbebranche. Erst rund 10 Jahre später begann er auch Comics zu zeichnen, darunter für DC Comics, wo er für Batman Detective Comics und für die Justice League Dark gezeichnet hat.

Der US-amerikanische Comicautor James Tynion IV. hat für so ziemlich jede Batman-Serie bei DC Comics geschrieben und die Serie Red Hood und die Outlaws betreut. Zuletzt war er einer der Autor*innen der Batman Eternal Serie und arbeitete auch an der Batman & Robin Eternal Serie mit. Bei DC Rebirth wurde er mit der ehrwürdigen Serie Detective Comics betraut, welche mit Heft #934 an ihre alte Nummerierung anschloss. Er war auch der Hauptautor des Batman Events The Joker War.

Panini Comics hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Das Haus am Meer #1 ist ein Comic mit der deutschsprachigen Ausgabe der gleichnamigen amerikanischen Ausgabe von DC Comics und wird von Panini Comics am 20. Mai 2025 in deutscher Übersetzung, als Softcover und in einer auf 222 Exemplare limitierten Hardcover Version herausgebracht.

Das Haus am Meer #1 ist ein souverän inszenierter, atmosphärisch dichter Fortsetzungszyklus, der das Konzept des „zufälligen Zufluchtsorts“ weiterdenkt und mit neuen, moralisch komplexen Figuren füllt. James Tynion IV nutzt sein Talent für dialoggetriebene Eskalation, während Álvaro Martínez Bueno mit Jordie Bellaire ein visuelles Gegenstück schafft, das sowohl große, stille See-Bilder als auch intime Körper- und Horrorszenen meistern kann. Das Finale von Heft 6 erweitert die Mythologie sinnvoll, ohne alle Fragen zu beantworten. Das macht die Serie spannend, kann aber auch frustrieren, wenn man auf schnelle Auflösungen hofft. Insgesamt ist es eine Pflichtlektüre für Fans von anspruchsvollem Horror-Comic.
Pros
  • Kombination aus ruhigen Küstenpanoramen und Körper-/Kosmos-Horror
  • Vielschichtige Charaktere mit moralischen Nuancen
  • Das Comic behandelt Gemeinschaft, Kontrolle, Identität und Manipulation
  • Die Verbindung zum ersten Zyklus schafft Tiefe
Cons
  • Ein zu langsames Erzähltempo
  • Das Ende bleibt sehr offen, aber Fortsetzung ist fraglich
  • Viele rätselhaften Symbole in Hintergrundszenen

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