Coriolis – Oasen & Technik

| 1. Oktober 2021 | 0 Comments

Coriolis – Oasen & Technik ist ein Quellenbuch für das Science Fiction Rollenspielsystem Coriolis des schwedischen Autors Tomas Härenstam. Das Buch beschreibt nicht nur geheimnisvolle Artefakte und mächtige Fraktionstechnologie, sondern bietet mit der Kolonie Arams Kluft, der Hamurabi-Portalstation und der Mahanji-Oase auch drei Szenario-Hintergründe.

Coriolis – Oasen & Technik, Rechte beim Uhrwerk Verlag

Coriolis – Oasen & Technik deckt zwei sehr unterschiedliche Themengebiete ab, einerseits gibt es drei Szenario-Hintergründe mit ausführlichen Beschreibungen, andererseits gibt es Artefakte und verschiedene Technologien der Fraktionen. Der Band teilt sich etwa gleichmäßig auf diese unterschiedlichen Inhalte auf.

Die Abenteuerschauplätze sind recht unterschiedlich, aber gleichzeitig auch recht typische Schauplätze in Coriolis. Es handelt sich dabei um eine Kolonie, eine Oase und eine Raumstation und man bekommt genügend Ideen und Hintergrundinformationen, um ein paar nette Spielsitzungen dort verbringen zu können. Das Highlight des Quellenbuchs ist für mich aber die Beschreibung der Artefakte und Technologien.

Die Artefakte selbst sind durchaus interessant und spannend. Ein wenig fehlt mir jedoch eine Art Generator für Artefakte, oder mehr Hintergrundinformationen, um Artefakte zu erschaffen, oder persönlich zu gestalten bzw. um sie abzuwandeln. Es gibt leider nur eine Würfeltabelle und ein paar vage Informationen, wo man Artefakte finden kann, wobei im Prinzip vermerkt ist, dass man sie überall finden kann.

Es werden 36 Artefakte vorgestellt, von einem deprogrammierten Nanitenschwarm bis zu einer Zuckerkugel. Letztere gibt es in verschiedenen Farben und sie sind Leuchtkugeln, welche aktiviert werden, wenn man Zuckerwasser darüber gießt. Es handelt sich also eher um ein Statussymbol, als ein mächtiges Objekt. Im Gegensatz dazu kann der Nanitenschwarm schwere Wunden vollständig schwere heilen, oder Gegenstände reparieren.

Bei jedem Artefakt ist vermerkt ob und wie viele Finsternispunkte man erhält, wie das Artefakt funktioniert und mit welcher Fertigkeit, inkl. der Modifikatoren, man das Artefakt auch verstehen kann. Es sind wirklich sehr unterschiedliche Artefakte vorhanden, aber es hätten gerne auch noch mehr sein können.

Die Technologien der Fraktionen, die im letzten Kapitel zu finden sind, lassen die Fraktionen individueller werden, aber es wären nett gewesen, wenn man mehr grundlegende Informationen bekommen würde, etwa über die Herkunft, oder über eventuelle Nebenwirkungen, abgesehen von Finsternispunkten. So findet man hier verschiedene Technologien der Drakoniter, dem Orden des Paria, der Legion, des Konsortiums, von Ahlams Tempel, der Zenitischen Hegonomie, etc. Von mancher Fraktion, gibt es nur zwei, drei technologischen Objekte, von anderen gibt es mehr als ein halbes Dutzend.

Die drei Szenario-Hintergründe bieten sehr stylische Karten, Zeichnungen und Beschreibungen der Örtlichkeiten. Es werden verschiedene NSCs, wie die Salzwitwe Shana, der Sharif Hector Akoub oder die Korsarenkapitänin Samira vorgestellt. Außerdem gibt es ein paar Infokästchen mit den Besonderheiten, von den Kalitern bishin zum Bergbaumond Abui.

Es gibt auch verschiedene Ereignisse, welche Abenteuerideen darstellen, von einem Mörder auf der Flucht, der Entdeckung einer Ölquelle bishin zu einem misslungenem Attentat. Den meisten Raum bekommen die kurzen Beschreibungen der rund ein Dutzend verschiedener Örtlichkeiten von jedem der drei Hintergründe.

Arams Kluft ist die einzige Kolonie auf Jina, dem zweite Planet des Kua-Systems. Die Kolonie ist eine Bergbaustation für Bauxit und andere Mineralsalze und voller Bergwerksbesitzer, die um Macht und Einfluss kämpfen. Zahlreiche Säurestürme erschweren das Leben in dieser Kolonie.

Mahanji-Oase ist ein Zufluchtsort vor der sengenden Sonne und beinahe unerträglichen Hitze auf der Nordhalbkugel Lubaus. Nomadenkarawanen, Entdecker von der Zenith und altertümliche Kultisten treffen sich hier, um sich zu erholen, Handel zu treiben und Ränke, sowie Intrigen gegeneinander zu schmieden.

Hamurabi-Portalstation ist ein offener Sektor und eine archetpysche Station im Dritten Horizont. Sie liegt im Hamura System zwischen zwei Portalfeldern und ist damit Anlaufstelle zahlreicher Reisender. Es ist ein Außenposten der Zivilisation im großen, kalten Nichts und Ort zahlreicher Abenteuer und überraschender Ereignisse.

Der Uhrwerk Verlag hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Der Coriolis – Oasen & Technik erschien im Jänner 2019 beim Uhrwerk Verlag in deutscher Übersetzung und ist auch als pdf erhältlich.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
drei sehr schöne Abenteuerschauplätze
die Zeichnungen sind sehr stimmungsvoll
es sind Coriolis typische Hintergründe
die Artefakte selbst sind durchaus gelungen
es gibt einige nette Abenteuerideen
Negatives
Grundlegendes über Artefakte fehlt etwas
die Fraktionstechnologien sind sehr unterschiedlich
Zeichnungen für jedes Artefakt wären schön gewesen

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Category: Rollenspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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