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Brass: Birmingham

Brass: Birmingham von Martin Wallace und Gavan Brown, sowie Matt Tolman, ist ein kompetitives Wirtschafts-Strategiespiel für 2 bis 4 Spieler*innen ab 14 Jahren. Die Spieler*innen sind konkurrierende Unternehmer*innen in den britischen West Midlands, zur Zeit der industriellen Revolution von 1770 bis 1870.

Brass Birmingham

Brass: Birmingham ist ein Brettspiel, in dem die Spieler*innen ihre Wirtschaftsimperien durch den Bau von Kanälen und Eisenbahnstrecken, sowie durch die Errichtung und Entwicklung diverser Industrieanlagen, einschließlich Baumwollspinnereien, Kohlebergwerken, Eisenhütten, Fabriken, Töpfereien und Brauereien, aufziehen.

Das Brettspiel besticht nicht nur durch sein wunderschönes Artwork, sondern auch durch eine ziemlich durchdachte Spielmechanik. Es ist bis zur letzten Runde spannend. Das Ende der Epoche zeigt einen guten Zwischenstand, dennoch kann man neu durchstarten und noch den Sieg erringen. Angenehm ist auch, dass trotz der Komplexität, die Regeln recht übersichtlich erklärt werden.

Auch wenn die Regeln einfach zu verstehen sind, ist es eher kein Spiel für Gelegenheitsspieler*innen. Man muss durchaus planen und kann weniger vor sich hinspielen. Die Spieltiefe ist auch dadurch gegeben, dass man sich keine Sieger*innenstrategie zurechtlegen kann. Jede Partie ist anders, nicht nur, weil der Startort zufällig zugelost wird, sondern vor allem, weil jeder Zug Einfluss auf die eigenen Züge hat.

Brass: Birmingham ist der Nachfolger von Brass: Lancashire. Es ist ein Brettspiel von Martin Wallace, welches ursprünglich nur Brass hieß und auch schon als Kohle: Mit Volldampf zum Reichtum veröffentlicht wurde. Der Unterschied ist, dass Brass: Birmingham mit Bier einen zusätzlichen Rohstoff bietet. Außerdem gibt es eine größere Palette an Gebäuden und es muss nicht jedes davon entwickelt werden. Dazu kommen noch leichte Veränderungen im Bereich der Märkte, der Kredite, bei den Jokern und dergleichen.

Das Ziel

Das Ziel ist es, am Ende der zweiten Epoche die meisten Siegpunkte zu besitzen. Das Spiel geht über 2 Epochen: die Kanalepoche (1770-1830) und die Eisenbahnepoche (1830-1870). Siegpunkte erhaltet die Spieler*innen nach dem Ende jeder Epoche für Verbindungsplättchen und umgedrehte Industrieplättchen auf dem Spielplan, sowie hin und wieder im Laufe des Spiels als Marktbonus.

Der Spielablauf

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Jede Epoche geht so lange, bis der Zugstapel aufgebraucht ist. Die Rundenanzahl variiert, abhängig von der Spieler*innenanzahl. Wer am Zug ist, führt zwei Aktionen aus. Für jede Aktion muss eine Karte von der Hand gespielt werden. Das in der Runde ausgegebene Geld bestimmt die Zugreihenfolge. Man spielt so lange, bis die Karten aufgebraucht sind.

Die Aktionen

  • Bauen – eines der Industrieplättchen wird platziert, man bezahlt die Kosten und verbraucht ggf. angegebene Kohle und/oder Eisen
  • Verbinden – das eigene Kanal- oder Eisenbahnnetzwerk wird erweitert, das wird für den Transport von Waren und Ressourcen benötigt
  • Entwickeln – Industrieplättchen werden vom eigenen Spieler*innentableau entfernt, dadurch werden höherwertige Plättchen frei
  • Verkaufen – diverse Waren werden über eine*n Händler*in verkauft, wenn nötig wird dabei Bier verbraucht
  • Kredit aufnehmen – £30 von der Bank, dafür wird der Einkommensmarker um 3 Einkommensstufen zurückgesetzt
  • Erkunden – 2 zusätzliche Karten abwerfen und dafür 1 Orts- und 1 Industriejoker auf die Hand nehmen

Die Autor*innen

Martin Wallace, geboren 1962, ist der Gründer und Hauptautor des Verlages Treefrog Games. Wallace ist bekannt für seine komplexen Strategiespiele. Zuvor machte er einen Studienabschluss in Geschichtswissenschaft und arbeitete kurze Zeit als Lehrer. Er machte bei Games Workshop sein Hobby zum Beruf. Jedoch fand er die Stelle im Verkauf bald wieder langweilig. 1997 brachte er schließlich sein erstes Brettspiel heraus.

Unsere Testrunden

Bei unserem Test mit zwei bzw. vier Spieler*innen ging es durchaus spannend zu. Während der jeweiligen Epoche ist es nicht ganz so leicht einschätzbar, wer von den anderen Spieler*innen vorne liegt. Die Zwischenwertung zeigt das aber sehr deutlich, aber man kann auch neu durchstarten und Siegpunkte durch neue Strategien wieder wettmachen.

Es ist aber auch ein Brettspiel, welches zu viert deutlich spannender ist als zu zweit, auch wenn das Spiel, bei geringerer Spieler*innenanzahl das Spielfeld limitiert. Es gibt zwar wenig direkte Interaktion, aber die Erweiterung, das Transportnetzwerk ist abhängig von den Aktionen der Mitspieler*innen. Da kann es schon öfters vorkommen, dass man die eigenen Pläne über den Haufen werfen muss und man muss sich ständig an die neue Situation anpassen.

Giant Roc hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Brass: Birmingham erschien ursprünglich bei Roxley Games. Im September 2020 wurde es beim Spieleverlag Giant Roc in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Wir haben bei unserem Test mit vier Spieler*innen ungefähr 100 bis 150 Minuten für eine Partie benötigt.

80
%
Brass: Birmingham besticht nicht nur durch sein wunderschönes Artwork und seine Ausstattung, sondern auch durch eine ziemlich durchdachte Spielmechanik. Die Zwischenwertung nach der ersten Epoche zeigt, wo die Spieler*innen stehen. Trotz der Komplexität sind die Regeln nicht nur übersichtlich, sondern auch gut erklärt. Der Wiederspielwert ist recht hoch, vor allem weil jede Partie anders ist, weil eben jeder Zug der Mitspieler*innen stark Einfluss auf die eigene Strategie nimmt.
Pros
  • das Brettspiel hat ein wunderschönes Artwork
  • auch weibliche Industriemagnat*innen werden beschrieben
  • die Trennung von Kanal- und Eisenbahnepoche ist eine nette Idee
  • die Spielmechaniken sind gut durchdacht
  • jeder Zug beeinflusst auch die anderen Spieler*innen
Cons
  • das Spiel zu viert ist besser als zu zweit
  • nicht unbedingt für Gelegenheitsspieler*innen

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