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Borderlands 4

Borderlands 4 ist eine weitgehend gelungene Fortsetzung der Reihe, die viele der Neuerungen erfolgreich umsetzt. Der neue Schauplatz Kairos bietet mehr Bewegungsfreiheit, eine dichtere und offenere Welt sowie das bewährte Loot- & Koop-Prinzip. Man versucht diesmal den Spagat zwischen dem typischen, zum Teil schon recht infantilen Witz der Borderlands-Reihe zu bewahren, und eine durchaus dramatische und tragische Geschichte zu erzählen.

Borderlands 4 bleibt sich selbst treu, seien es die berühmten Zilliarden an Waffen, oder der Humor, der in manchen Nebenmissionen ein bisschen weh tut. Es gibt eine Nebenmission, in der man Zutaten sucht, damit ein Wirt nicht verarmt. Seine Getränke sind zu alkoholisch und nach einem alten Familienrezept nüchtert er seine Kunden aus. Das kommt bei Psycho Bandits nicht besonders gut an und demnach führt es zu einem großen Gemetzel. He, es ist Borderlands!

Das Game ist eine ambitionierte Fortsetzung für alle Fans des Looter-Shooter-Genres und speziell für Fans der Borderlands-Serie. Es nimmt die klassischen Elemente: das Looten von Waffen, das Gefühl von Eskalation, die irre Action, den chaotischen Koop und packt sie in eine größere, offenere Welt. Der neue Planet Kairos wirkt nicht nur als Kulisse, sondern ist eine lebendige Umgebung, mit Konflikten, Überwachung, Rebellion und Themen, die mehr Tiefgang verleihen, ohne das, für die Serie typische Maß an Wahnsinn und Übertreibung, völlig zu vergessen.

Die offene und vor allem ladefreie Welt ist ein deutlicher Gewinn, ebenso wie die Freiheit, Gegenden unabhängig voneinander zu erkunden, Schatzverstecke zu finden, sowie Welt-Events zu erleben. Viele Side-Quests haben kreative Ideen („Mini-Tediore-Guns einfangen“, Grappling Hooks, diverse Umgebungen etc.). Der Sound und die Charakterstimmen leisten gute Arbeit. Die Wirkung von Explosionen, Waffen und Effekten ist befriedigend, die Atmosphäre hoch.

Die Schattenseite betrifft einerseits die Technik, denn es gibt ab und an Performanceprobleme, insbesondere was Framerate oder Stabilität in sehr actionreichen Szenen angeht. Die Story, während grundsätzlich sinnvoll und mit interessanten Elementen (Timekeeper, Bolts, Überwachung) gestaltet, erzeugt nicht in jedem Moment emotionale Wucht oder erinnerungswürdige Bösewichte, wie es z. B. Borderlands 2 geschafft hat. Auch der Humor schwankt. Gelegentlich trifft er ins Schwarze, häufig wirkt er kalkuliert und weniger organisch.

GAME & STORY

Die Story von Borderlands 4 wirkt, als wolle Gearbox die Essenz dessen bewahren, was Borderlands ausmacht: Loot, Chaos, verrückte Charaktere, dramatische Action. Gleichzeitig wollen sie das Game-Erlebnis moderner und offener gestalten. Es gibt weniger Zwang zu linearem Fortschritt, mehr Freiheit beim Erkunden, mehr Beweglichkeit und eine durchgehende Spielwelt.

Trailer – Borderlands 4

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Kontrolle und Rebellion: Wie viel Überwachung erträgt eine Gesellschaft? Wie reagiert man auf Unterdrückung und was heißt Freiheit? Der Timekeeper als Antagonist ist kein simpler Cartoon-Bösewicht, sondern ein System, das lange Bestand hatte, gegen das sich die Bewohner*innen auflehnen. Diese Themen werden allerdings nicht zentral tief philosophisch ausgeschlachtet, sondern bleiben im Rahmen eines Action-Shooter-Settings mit Humor und Eskapismus.​

Etwas seltsam finde ich, was den designtechnischen Ansatz betrifft, dass man sinnvollerweise alle Nebenquests, erst nach dem Abschluss der Hauptstory angehen sollte.

GRAFIK & GAMEPLAY

Optisch setzt gearbox auf die bekannte Cel-Shading-Grafik mit Comic Ästhetik, welche handgemalte Texturen mit deutlichen Kontrasten und Tuschelinien kombiniert. Die Umgebungen auf Kairos sind sehr unterschiedlich, mit vertikalen Terrain-Unterschieden, großen Höhenlagen, tiefen Schluchten, neue Regionen und der bekannt gefährlichen Fauna.

Borderlands 4 bringt etliche Verbesserungen im Gameplay mit Neuerungen wie Doppel-Sprung, Gleiten, Greifhaken, Jet-Boost und mehr vertikale Mobilität. Die offene bzw. nahtlose Welt auf Kairos lädt dazu ein Erkundung nicht nur linear zu betreiben, sondern auch frei zwischen Regionen zu wechseln, Events zu erleben und versteckte Lootstellen oder geheime Vaults zu entdecken.

Der Loot-Shooter-Mechanismus bleibt dabei zentral, mit vielfältigen Waffen, Modifikationen und Skillbäume für die Vault Hunters, Ausrüstung etc. Aber die KI von Gegner*innen ist nicht immer überzeugend. Manchmal ist sie zu generisch. Für die Hauptstory des Games selbst benötigt man rund 20 bis 30 Stunden. Wenn man aber auch alle Nebenmissionen und Sammelquests machen möchte, kommt man leicht auf über 50 Stunden.

ENTWICKLER & PUBLISHER

Borderlands 4 ist ein Action Role-playing first-person Looter Shooter Game, welches von Gearbox entwickelt und von 2K veröffentlicht wurde. Es ist das mittlerweile fünfte Main Game dieser Reihe, die auch ein paar Ableger wie New Tales from the Borderlands und sogar einen eigenen Film hervorgebracht hat.

2K Games entwickelt und vermarktet seit 2005 weltweit interaktive Unterhaltung für PCs & Konsolen. Zu den bekanntesten 2K Titeln zählen die BioShock-, Borderlands-, XCOM und die NBA 2K Reihen. 2K hat seinen Hauptsitz in Novato, Kalifornien und ist firmeneigene Marke der Take-Two Interactive Software, Inc.

Die texanische Softwareschmiede Gearbox Software wurde im Jahr 1999 gegründet. Sie ist nicht nur für die Half Life Portierung auf die PS 2, sondern auch für die Brothers in Arms Shooter Serie und das eher unrühmliche Duke Nukem Forever, aber auch für die famosen Borderlands Games berühmt.

2K hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Borderlands 4 von 2K erscheint mit PEGI 18 und ist ab 13. September 2025 u.a. für PlayStation 5 und Xbox Series X erhältlich. Wir haben das Game auf einer Xbox Series X getestet.

Borderlands 4 schafft es das, was Fans lieben, auf ein höheres Niveau zu bringen. Der Wechsel zu Kairos als zentralem Schauplatz, die Open World und ein paar neue Mechaniken geben dem Game eine moderne und aktuelle Frische. Die großen Stärken liegen beim Gameplay, dem Loot und dem Gefühl, eine dynamischere Welt zu erforschen. Der Humor, der bei Borderlands traditionell wichtig ist, wirkt manchmal bemüht und weniger pointiert als in den Vorgängern. Aber ansonsten ist das der erste Schritt einer neuen und dennoch altbekannten Reise, die uns nach Kairos führt. Es ist eine Reise, die einen wie immer in seinen Bann zieht.
Pros
  • eine große Welt zum erforschen
  • eine durchaus gute und packende Story
  • ein fantastisches Gameplay
  • wunderbare Borderland Grafik
  • Starkes Loot- und Skill-System
Cons
  • der Humor ist nicht mehr so treffsicher wie einst
  • vor allem der Norden wirkt sehr leer
  • das Charakterdesign kann nicht immer überzeugen

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