Atomfall besticht durch seine authentische Atmosphäre, die gelungene Kombination aus Survival und investigativer Story, sowie einem Setting, das stark an reale historische Ereignisse angelehnt ist. Mit einer durchdachten narrative Struktur und einer detailreichen visuellen Umsetzung liefert Atomfall eine einzigartige Alternative zu bekannten post-apokalyptischen Games.
Atomfall bietet ein frisches und intensives Erlebnis im Postapokalypse-Genre. Es ist die britische Antwort auf die Post-Apokalypse. Das Game besticht durch seine authentische britische Atmosphäre, eine spannende Story und detaillierte visuelle, sowie akustische Gestaltung. Die Kombination aus investigativem Gameplay und Entscheidungsfreiheit ermöglicht es den Gamer*innen, in eine tiefgründige Welt einzutauchen. Trotz einiger technischer Schwächen bleibt Atomfall eine empfehlenswerte Alternative.
Das Game stellt Fragen zu Macht, Kontrolle und Überlebensinstinkt in einer postapokalyptischen Welt. Die Spieler*innen werden mit ethischen Dilemmas konfrontiert, etwa ob sie ihre Ressourcen teilen oder nur an das eigene Überleben denken. Atomfall zwingt dazu, über Konsequenzen nachzudenken, anstatt einfache Gut-Böse-Entscheidungen zu treffen.
In Atomfall übernehmen die Gamer*innen die Rolle einer namenlosen Hauptfigur, die in einer Quarantänezone in Nordengland erwacht. Ohne Erinnerung an die eigenen Umstände gilt es, die Geheimnisse der Zone zu entschlüsseln. Dabei stehen Erkundung, Interaktion mit NPCs und das Sammeln von Hinweisen im Vordergrund. Ein Beispiel hierfür ist die Suche nach Dokumenten in verlassenen Häusern, die Aufschluss über die Ereignisse nach dem Windscale-Zwischenfall geben.
Das Game legt großen Wert auf Entscheidungsfreiheit und sein Fokus liegt auf der Story. Die Gamer*innen können Hinweise sammeln und diese nach eigenem Ermessen interpretieren, was zu unterschiedlichen Enden führt. Diese nicht-lineare Struktur ermöglicht es, das Spiel auf vielfältige Weise zu erleben und fördert den Wiederspielwert. Basierend auf dem realen Windscale-Unfall von 1957, entwickelt Atomfall eine alternative Geschichtsschreibung, in der Regierungsexperimente und Verschwörungen eine zentrale Rolle spielen. Die enge Verknüpfung mit historischen Bezügen verleiht dem Game eine besondere Tiefe.
GAME & STORY
Die Handlung von Atomfall ist tief in der britischen Geschichte verwurzelt. Sie stellt eine alternative Realität dar, in welcher der Windscale-Unfall katastrophale Folgen hatte. Die Gamer*innen decken nach und nach die Machenschaften der Regierung und verschiedener Fraktionen auf, die um die Kontrolle der Zone ringen. Ein Beispiel ist die Begegnung mit einer Gruppe von Kultist*innen, die in den Ruinen eines Dorfes ein neues religiöses Zentrum errichtet haben.
Die Story wird durch investigative Elemente vorangetrieben. Die Gamer*innen müssen Gespräche führen, Hinweise kombinieren und Entscheidungen treffen, welche den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Diese Tiefe verleiht dem Spiel eine immersive Qualität, die zum Nachdenken anregt.
GRAFIK & GAMEPLAY
Optisch setzt Atomfall auf eine realistische Darstellung der britischen Landschaft, die von sanften Hügeln bis zu zerstörten Dörfern reicht. Das Zusammenspiel aus natürlicher Schönheit und postapokalyptischer Verwüstung verleiht dem Game eine einzigartige Ästhetik. Besonders die Beleuchtung und Wettereffekte tragen zur dichten Atmosphäre bei.
Der Soundtrack kombiniert klassische britische Musik mit unheilvollen, ambienten Klängen, die das Gefühl von Isolation und Gefahr verstärken. Die Geräuschkulisse, von knarrenden Dielen bis zum entfernten Heulen des Windes, sorgt für ein immersives Erlebnis. Allerdings gibt es Berichte über Audioprobleme, die das Spielgefühl stören können
Das Game kombiniert Survival, Stealth und Detektivarbeit. Die Gamer*innen verwalten Ressourcen, suchen Hinweise und stellen sich Feinden entweder oder umgehen sie. Die offene Spielweise erlaubt verschiedene Lösungsansätze, doch die Steuerung kann anfangs herausfordernd sein.
Für das Game selbst benötigt man rund 20 bis 30 Stunden, eine durchaus umfangreiche, aber auch übersichtlich bleibende Anzahl von Stunden.
ENTWICKLER & PUBLISHER
Atomfall ist ein Action Survival Game, welches von Rebellion entwickelt und veröffentlicht wurde. Die britische Softwareschmiede Rebellion wurde bereits 1992 gegründet und ist für ihre Sniper Elite und Aliens vs. Predator Games bekannt geworden. Zur Gruppe selbst gehört unter anderem auch der Comicverlag 2000 AD und der Spieleverlag Mongoose Publishing.
Rebelion hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.
Atomfall von Rebellion erscheint mit PEGI 18 und ist ab 4. Februar 2025 u.a. für PlayStation 5 und Xbox Series X erhältlich. Wir haben das Game auf einer Xbox Series X getestet.