Arkham Horror 3. Edition

| 9. November 2019 | 0 Comments

Arkham Horror 3. Edition von Nikki Valens basiert auf dem Original Brettspiel von Richard Launius und Kevin Wilson. In diesem kooperativen Brettspiel müssen die Spieler als furchtlose Ermittler die Welt vor einem der großen Alten, einem schrecklichen Gott aus fremder Dimension retten, welcher droht die Welt zu verschlingen. Die Geschichte kann sich dabei auf unterschiedliche, aber sehr spannende Art weiterentwickeln.

Brettspielschachtel

Arkham Horror 3. Edition, Rechte bei Asmodee

Arkham Horror 3. Edition ist eine gelungene Weiterentwicklung des bekannten Brettspiels. Es ist nicht nur wesentlich schneller geworden, sondern diesmal wird, ähnlich zum gleichnamigen Kartenspiel, auch eine kleine Geschichte erzählt. Dennoch wurden viele bekannte Elemente aus verschiedenen Spielen des Arkham Horror Universums wie Villen des Wahnsinns, Eldritch Horror oder Arkham Horror: Das Kartenspiel übernommen. Es gibt verschiedene Szenarien, dazu ändern sich die Geschichten des jeweiligen Szenarios abhängig davon wie erfolgreich oder weniger erfolgreich die Spieler vorankommen.

Das Brettspiel hat einige sehr geschickte Spielmechaniken, wie die Begegnungskarten, die gezogen werden, die Ereigniskarten, die reingemischt werden für die Hinweismarker, wie diese durch Anomaliemarker abgedeckt werden, oder wie man den Kodex erweitert. Die Unterschiede zur 2. Edition sind so groß, dass beide Editionen ihren jeweilig eigenen Reiz haben und man sich daher auf jeden Fall Arkham Horror 3. Edition anschauen sollte, auch wenn man die 2. Edition bereits besitzt.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt

Das genaue Ziel des Spiels ist zu Beginn noch nicht ganz klar. Es gilt zunächst Hinweismarker zu sammeln und Verderbensmarker zu vermeiden. Beide Marker bringen das Spiel voran, denn ist eine bestimmte Schwelle erreicht oder überschritten, erweitert sich der Kodex, was bedeutet es kommen neue Regeln hinzu und es treten bestimmte Ereignisse ein, bis man gemeinsam scheitert, oder gemeinsam die Welt gerettet hat.

Brettspiel Inhalt

Arkham Horror 3. Edition, Rechte bei Asmodee

Arkham Horror wird über mehrere Runden gespielt, die jeweils aus vier Phasen bestehen:

  1. Aktionsphase: In der Aktionsphase führt jeder Ermittler bis zu 2 Aktionen aus.
  2. Monsterphase: In der Monsterphase werden Monster aktiviert und greifen die Ermittler an, mit denen sie im Kampf sind, oder sie werden kampfbereit, falls sie zuvor erschöpft waren.
  3. Begegnungsphase: In der Begegnungsphase handelt jeder Ermittler, der in keinen Kampf verstrickt ist, eine Begegnung ab. Jede Begegnung ist eine kurze Episode über das, was dem Ermittler an seinem Standort widerfährt.
  4. Mythosphase: In der Mythosphase zieht jeder Ermittler 2 Marker. Diese können Hinweise, Monster und Verderben nach Arkham bringen.Nach der Mythosphase beginnt eine neue Spielrunde wieder mit der Aktionsphase.

Wir fanden das Brettspiel sehr spannend. Es hat sich, im Gegensatz zur 2. Edition, stark verändert ohne dass es den Arkham Horror Touch verliert. Man reist zwar nicht mehr zwangsweise durch andere Dimensionen, aber man hat noch immer Begegnungen und sammelt Hinweismarker ein, man bekämpft gefährliche Wesen und wird noch immer wahnsinnig und verrückt. Man hat das Brettspiel merklich entstaubt und beschleunigt, was aber nicht weniger Komplexität bedeutet. Gestiegen ist der Schwierigkeitsgrad, der bereits zuvor recht hoch war, wobei man es mit mehr Spielern leichter hat als mit weniger, dahingehend ist das Spiel nicht gut ausbalanciert.

Sehr gut gelungen ist der Kodex, welcher das jeweilige Abenteuer mit neuen Ereignissen, aber auch Wendungen bereichert. Mussten wir in einem Moment noch einen Ritualort suchen und danach das Schutzfeld durchbrechen, gelang es uns bei einer anderen Runde des selben Abenteuers nicht einmal die Suche nach diesem Ritualort zu starten, da die Geschichte sich anders, düsterer entwickelt hatte. Wenn man einige Arkham Horror Spiele bereits gespielt hat, wird man einige Spielmechaniken wiedererkennen, andere Änderungen sind ein wenig nervig. So darf man in einigen dieser Spiele seine Bewegung unterbrechen, in anderen nicht.

Arkham Horror 3. Edition wurde von Nikki Valens entwickelt und von Jeff Lee Johnson und seinem Team illustriert. Der amerikanische Spielautor Nikki Valens hat nach ein paar kleineren Spielen, gemeinsam mit Corey Konieczka, an Eldritch Horror als Autor mitgearbeitet. Nach der Überarbeitung von Villen des Wahnsinns hat er an einigen der Erweiterungen für Villen des Wahnsinns geschrieben und sie entworfen. Danach hat er sich der 3. Edition von Arkham Horror gewidmet.

Arkham Horror 3. Edition erschien im Jänner 2019 bei Asmodee. Wir haben bei unserem Test mit 4 bis 5 Spielern ungefähr 120 bis 180 Minuten benötigt, exkl. Aufbau und Regel durchgehen was ca. 25 Minuten gebraucht hat.
90 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
es wird bei jedem Szenario eine andere Geschichte erzählt
das Spiel wurde beschleunigt ohne an Kraft zu verlieren
viele gelungene Spielmechaniken anderer Arkham Horror Spiele
die verschiedenen Szenarien machen es abwechslungsreich
die Kodex Spielmechanik macht das Spiel sehr interessant
Negatives
der Schwierigkeitsgrad ist sehr hoch
schlechtes Balancing durch weniger Spieler

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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