50 Clues: Das Pendel der Toten

| 18. April 2020 | 0 Comments

50 Clues: Das Pendel der Toten von Jeppe Norsker ist der erste Teil der Leopold Trilogie und gehört zu den sogenannten Escape Room Spielen. Die Leopold-Trilogie ist kein Escape-Room-Spiel zum Wohlfühlen. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rolle einer, aus der forensischen Psychiatrie ausgebrochenen Frau und sehen die Welt aus ihrer Perspektive.

50 Clues: Das Pendel der Toten, Rechte bei Game Factory / Norsker Games

50 Clues: Das Pendel der Toten ist etwas verstörend. Die Hauptfigur scheint kein unschuldiges Opfer einer Intrige zu sein, wobei es schwierig ist dahinterzukommen, was sich wirklich abspielt oder was ihrer Fantasie entspringt, immerhin war Maria in einer forensischen Psychiatrie eingesperrt und in Behandlung.

Die Story ist etwas beklemmend, aber durchaus interessant und hebt sich von den üblichen Escape Room Games ab, welche zumeist die Spieler selbst in den Mittelpunkt stellen. So ist man sonst z.B. in einer Hütte eingesperrt, macht bei einem Experiment mit oder ist gar auf einer Insel abgestürzt. Auch wenn die Geschichte hier in sich abgeschlossen ist, ist man doch gespannt wie es weitergeht.

Das Spiel ist eine gelungene Kombination aus Thriller, Rätsel und Spiel. Zwingend notwendig ist dazu aber eine App. An einigen Stellen kann man einen Code eingeben, um weiterführende Texte lesen zu können, in der Regel hätten die aber auch auf den Karten Platz gehabt. Auch um zu wissen, welche Karten man als nächstes aufdecken darf, bedarf es eine Codeeingabe in der App. Die Geschichte bleibt etwas einfach, ist aber substantieller als bei vielen anderen Escape Spielen. Irgendwie hätten wir uns trotzdem mehr erwartet, das Spiel hat nämlich durchaus Potential für eine spannende Erzählung.

Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist recht unterschiedlich. Einige sind recht schwer, doch die meisten sind recht gut zu bewältigen. Wir haben öfter einmal zu kompliziert gedacht. Es gab allerdings auch ein Rätsel, das wir selbst nach der Auflösung nicht verstanden haben. Und es ist recht verwirrend eine dreidimensionale Lösung für ein zweidimensionales Bild zu finden.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt

Man startet mit der ersten Karte vom Stapel mit durchnummerierten Karten, die eine kleine Einleitung bringt und bald auch das erste Rätsel. Grundsätzlich kann man Zahlen in sanftem Weiß gehalten finden. Die Karten mit diesen Nummern kann man gleich heraussuchen und verwenden. Es gibt aber auch rote Zahlen, die mit anderen roten Zahlen kombiniert werden müssen, um einen vollständigen Code zu erhalten. So kann man die Zahl eines Feuerzeugs mit der Zahl eines Bettes kombinieren und in die App eintragen, um z.B. zu versuchen es in Brand zu setzen.

Liegt man richtig, hat man das Rätsel gelöst und erhält in der Regel eine neue Karte, liegt man aber falsch erfährt man das ebenfalls durch die App. Uns ist es ein paar Mal passiert, dass Codes falsch waren, weil wir die Schritte in einer anderen Reihenfolge gemacht haben. Wahllos herumraten sollte man aber nicht, man bekommt nämlich für Rätsel auch eine 5 Sterne Wertung und im schlimmsten Fall bleiben nur noch Null Sterne übrig. Meistens hat man Zeit sich die Lösung zu überlegen, oder durchzudiskutieren, doch ab und zu gibt es auch einen Timer und man muss das Rätsel lösen, bevor er abgelaufen ist.

Zu jeder Situation gibt es bis zu drei Hinweise über die App, wobei der letzte Hinweis die Lösung ist, sodass man niemals feststecken kann. Sehr gut empfanden wir, dass auf vielen neuen Karten auch angegeben ist, welche Karten man gefahrlos weglegen kann. So bleibt das Spiel übersichtlich. Man braucht nämlich durchaus auch mal ältere Karten, da ist es wirklich anzuraten, dass man die nicht mehr gebrauchten Karten weglegen kann. Man sollte aber auch nicht mehr weglegen. Schließlich kommt man zur letzten Karte und zur finalen Auflösung. Nachdem es sich um eine Triologie handelt, bleiben noch einige Fragen offen. Es wäre schön gewesen, wenn zumindest ein bisschen mehr Licht in die Geschichte gebracht worden wäre.

Jeppe Norsker ist ein dänischer Spieleerfinder und bereits sein erstes großes Familienbrettspiel Match Madness hat den Årets Spil Best Family Game Preis gewonnen. Ursprünglich hat er als Interactive Design Manager gearbeitet, mittlerweile konzentriert er sich auf die Entwicklung der 50 Clues Spiele und hat den Spiele Verlag Norsker Games gegründet. 50 Clues ist eine Escape-Thriller-Trilogie, die im deutschsprachigen Raum in dem Verlag Game Factory erschienen ist.

Game Factory hat uns ein Rezensionsexemplar für Review-Zwecke zur Verfügung gestellt.

Das Pendel der Toten erschien im Jänner 2020 bei Game Factory. Wir haben bei unserem Test mit 2 Spielern ungefähr 60 Minuten für dieses Spiel benötigt.
77 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
es ist der Auftakt einer spannenden Spielreihe
die App liefert durchaus einen Mehrwert
ein recht schneller, unkomplizierter Spielablauf
die Hauptfigur und die Geschichte sind durchaus interessant
Negatives
man braucht zwingend eine App für das Spiel
durch die verstörende Geschichte nichts für Kinder
optisch einen sehr einfachem Stil
es bleiben noch einige Fragen offen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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