Zorn der Gerechten Teil 5: Herold des Elfenbeinlabyrinths

| 17. September 2016 | 0 Comments

Etwas Unvorstellbares ist geschehen, Baphomet, der mächtige Dämonenherrscher hat den Herold Iomedaes gefangen genommen und sinnt auf Rache. So müssen die Helden ins Elfenbein-Labyrinth reisen und dort nach dem Gefangenen suchen. Doch es stellt sich die Frage, ob sie ihn überhaupt finden, was bereits passiert ist und ob es sich um eine Falle handelt. Die Helden werden es wohl herausfinden…

Zorn der Gerechten - Teil 5 - Herold des Elfenbeinlabyrinths - Cover

Zorn der Gerechten – Teil 5 – Herold des Elfenbeinlabyrinths – Cover, Rechte bei Ulisses Spiele

Herold des Elfenbeinlabyrinths ist der fünfte und damit der vorletzte Teil des Abenteuerpfads Zorn der Gerechten. Es ist schon viel passiert und die Heldengruppe konnte bereits einige Erfolge feiern. Doch noch ist die Weltenwunde nicht geschlossen und jetzt wurde sogar Iomedaes Herold entführt und zwar von niemand geringerem als dem Dämonenherrscher persönlich, Baphomet. Die Helden haben bereits die Aufmerksamkeit der Mächtigen geweckt und so begegnen sie der Göttin persönlich, die sie darum bittet ins Elfenbein-Labyrinth zu reisen und ihren Herold zu befreien und wenn möglich auch Baphomet zu töten damit dieses Gräuel endlich einmal sein Ende findet.

So landen die Helden wenig später im Abyss und lernen das Elfenbein-Labyrinth kennen, ein außergewöhnliches Ding, denn die Orte und Wände verändern sich immerzu und es ist riesig. So dauert es durchaus Tage oder Wochen um von einem Teil des Labyrinths in den nächsten zu kommen und immer wieder stellen sich diverse Dämonen und andere Monster ihnen in den Weg, schließlich ist es ziemlich eindeutig, dass die Helden nicht hierher gehören. Doch nach und nach können sie durch geschicktes Vorgehen an Informationen kommen und Regionen ausschließen, in denen sich nicht suchen müssen. Schließlich gelangen sie an einen Ort mit vielen Brücken, von denen man tief fallen kann. Sie finden das Gefängnis, das wie eine Stachelkugel aussieht und nur einen einzigen Zugang zu haben scheint. Zyklopen bewachen den Eingang, doch sie haben nicht mit den legendären Helden gerechnet. Doch auch innen finden sich die Helden in einem Labyrinth wieder. So stehen sie ziemlich bald in der Folterkammer, einem schrecklichen Ort. Als sie die Folterknechte töten kommt eine Art Bürokrat. Von ihm können sie einige Informationen erhalten, über Igramalasch, einen wichtigen Gefangenen Baphomets. Von anderen hören von Uffrandir, einen Lindwurm und Baphomets Haustier, von der Hohepriesterin Svendack, der Obersten Aufseherin Ylleschka und dem mächtigen Runenherrscher Alderpasch, einem Untoten, der ihnen vielleicht helfen kann.

Es ist also nicht nur reine Kampfeskraft gefragt, sondern auch einiges an Taktik, Hinterlist, Diplomatie und Überzeugungskraft, um sicher durch diesen Kerker zu gelangen, einige Unschuldige zu befreien und an die wichtigen Informationen zu kommen, um nicht in einen Hinterhalt zu laufen, überrascht zu werden und um den Herold Iomedaes zu finden, denn natürlich ist dieser an einem ganz speziellen Ort versteckt, ist er doch ziemlich mächtig. Doch die Helden erhalten noch eine wichtige Information – Baphomet ist es gelungen den Herold zu verderben und ihn zum Herold des Elfenbein-Labyrinths zu machen. Dazu musste er dessen Herz aus seinem Körper reißen und es an einem anderen Ort verstecken. Es reicht also nicht nur den Körper des Herolds zu finden, wenn man ihn retten möchte, sondern man braucht auch noch das Herz.

Es gibt also viel zu tun, ehe man überhaupt zum Herold gelangt und dann ist es die Frage, ob es den Helden gelingt ihn zu retten, oder ob sie ihn töten müssen, damit er zumindest nicht mehr hier gefangen ist und endlich befreit ist von der Last. Aber natürlich ist es auch möglich dass die Helden selbst ihr Leben verlieren, schließlich gab es noch nie so viele mächtige Gegner in so kurzer Zeit und es gibt hier kaum einen Rückzugsort, keinen Ort sich auszuruhen, einmal durchzuschnaufen. Sie sind hier im Zentrum des Feindes und das bekommen sie auch zu spüren. Und dann kommt auch noch Baphomet persönlich und versucht den Helden endgültig den Garaus zu machen. Fliehen sie rechtzeitig, oder gelingt es ihnen sogar dem Dämonenherrscher etwas Schaden zuzufügen? Jedenfalls wartet eine Überraschung auf sie, wenn sie wieder zurückkommen und eine weitere Aufgabe, denn noch ist die Weltenwunde nicht geschlossen, der Feind konnte nur ziemlich geschwächt werden, sodass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist über den finalen Schritt nachzudenken.

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Der fünfte Teil, Herold des Elfenbeinlabyrinths ist ein wahrlich episches Abenteuer, aber auch ein etwas nerviges, schließlich gibt es im Labyrinth eine Unzahl an Zufallsbegegnungen, schnellen Kämpfen, die kaum mehr eine Herausforderung darstellen, sondern nur dazu dienen EP zu sammeln und womöglich auch ein wenig Zauber und Kräfte einzusetzen, die man dann eben nicht mehr für die mächtigeren Gegner hat. Allerdings vergehen im Labyrinth auch eine große Anzahl an Tagen, weshalb das mit den Zaubern und Kräften nur bedingt stimmt. Das Labyrinth selbst, mit seinen verwundenen, sich ändernden Gängen ist durchaus nett, aber es gibt nur ziemlich wenige Möglichkeiten wie man von einem Ort zum nächsten gelangen kann ohne allzu viel Zeit zu vertrödeln. Natürlich kann man auch auf gut Glück einfach in eine Richtung gehen, allerdings bedeutet das meistens noch mehr Zufallsbegegnungen, die keine Relevanz für das Abenteuer haben.

Die Stadt Finsterhort hat durchaus ihren Reiz und Charme. Man kommt als Spieler immerhin nicht so oft in eine Dämonenstadt. Außerdem gibt es dort einige interessante Möglichkeiten und Informationen. Höhepunkt ist natürlich der Unentrinnbare Kerker, wie das Gefängnis genannt wird. Dort überschlagen sich die Ereignisse und es gibt erstaunlich viel Vielfalt für einen Abenteuerpfad. Man wird regelrecht dazu ermutigt nicht alles nur durch Kampf zu lösen und auch vermeintliche Monster zu retten und sich auf Deals mit ihnen einzulassen. Auch die richtige Taktik hilft um nicht plötzlich vor einigen dieser mächtigen legendären Gegner zu stehen, denn hier merkt man plötzlich, dass es noch Gegner gibt, die einen wirklich fordern können.

Für den Spielleiter sind diese legendären Kämpfe ein ziemlich hoher Vorbereitungsaufwand, hat doch jeder dieser Gegner eine Vielzahl an Möglichkeiten, Kräften und Spezialfähigkeiten. Und es ist wichtig sich gut vorzubereiten, auch wenn es passieren kann dass der ein oder andere Kampf innerhalb von nur einer Runde geschlagen ist, aber bei allen Kämpfen wird es hier nicht gelingen. Mehr Optionen für den Spielleiter bezüglich der Nicht-Boss-Monster wären gut gewesen. Hin und wieder sollten womöglich doch auch stärkere Monster auftreten, die sich aber noch von den Hauptgegnern unterscheiden. So wurden viele Begegnungen erst gar nicht ausgespielt, da nicht einmal alle Helden zum Zug kamen, die Monster noch weniger. Es stellt sich aber natürlich durchaus die Frage, ob das vielleicht an der Gruppenzusammenstellung lag, denn wir hatten einen Paladin, einen Magjambischen Zauberwirker, einen Inquisitor und einen Herold, die eine ziemlich mächtige Kombination darstellten, vor allem dann auch mit den jeweils gewählten Legendenpfaden.

Die Idee vom Labyrinth selbst, dass es keinen fixen Plan hat, nur die Bereiche, die man durchwandert war jedoch äußerst gelungen, sowohl das gesamte Elfenbeinlabyrinth als auch der Kerker. Auch das moralische Dilemma, vor das die Helden gestellt werden, ist positiv hervorzuheben, genauso wie die vielen Optionen, die es gibt um mit dem Herold umzugehen. Am Ende wartet eine besondere Überraschung, doch die soll hier nicht verraten werden. Jedenfalls waren die Spieler ziemlich perplex als sie davon erfahren haben. Man kann auch legendäre Helden noch überraschen.

Die Spieler beginnen das Abenteuer mit Stufe 15 und Legendenstufe 7 und beenden es mit Stufe 18, Legendenstufe 9. Neben dem Abenteuer Herold des Elfenbeinlabyrinths von Wolfgang Baur gibt es wieder Hintergrundinformation und neue Monster in diesem Buch. So gibt es ein Kapitel über Baphomet und seinen finsteren Kult, in dem man mehr über den Dämonenherrscher erfahren kann, seine Tiere, seine Labyrinthe und die Minotauren, von denen man einigen begegnet, immerhin befindet man sich ja auch in ihrer bevorzugten Umgebung. Weiters gibt es hilfreiche Informationen zur Lebensweise der Demodanden und der Marilithen, die dem Spielleiter helfen die Monster genauer auszugestalten. Die Frage ist nur wie viel davon die Spieler mitbekommen, denn schließlich werden die Monster meist sehr rasch auch wieder getötet. Insofern sind diese Informationen für diesen Abenteuerpfad leider recht wenig verwendbar, allerdings sind sie interessant für andere Abenteuer.

Im fünften Buch des Abenteuerpfads finden sich auch vier neue Monster, nämlich Vilsteth, Faltendemodanden, Labyrinth-Minotauren und natürlich Baphomet, der Dämonenherrscher persönlich. Weiters gibt es eine Zufallstabelle mit Monstern im Elfenbein-Labyrinth, wobei man hier auch einige mächtigere Monster aufnehmen hätte können.

Anschließend an die Monster gibt es wieder einige recht hübsche Pläne für spezielle Räume, bzw allgemein ein Labyrinth, wobei es schwierig ist dafür Pläne zu machen, da es sich ja immer wieder verändert.

Auch ein paar Artefakte und Gegenstände werden in diesem Band beschrieben, wobei es sich hauptsächlich um normale oder mächtigere Artefakte handelt, alles andere macht auf diesen Stufen kaum mehr Sinn, sind doch sowohl die Helden als auch die Gegner schon ziemlich mächtig.

Zorn der Gerechten Band 5: Herold des Elfenbeinlabyrinths von Paizo wird in Deutsch von Ulisses Spiele herausgebracht. Das Buch mit Softcovereinband hat 96 Seiten und ist bunt illustriert.

Zorn der Gerechten Band 5: Herold des Elfenbeinlabyrinths ist der fünfte Teil der deutschsprachigen Ausgabe des Pathfinder-Abenteuerpfads und wird von Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH in deutscher Übersetzung herausgebracht und ist seit September 2015 als pdf und Softcover erhältlich.
88% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
Idee vom sich veränderten Labyrinth sehr gelungen
wirklich mächtige Gegner, Gefahr des Todes der Helden
moralisches Dilemma und viele Möglichkeiten
auch legendäre Helden können überrascht werden
einige interessante Begegnungen
Negatives
Zufallsmonster überhaupt keine Herausforderung
sehr viele ziemlich schwache Kämpfe
Gefahr dass Boss-Monster oder Helden schnell sterben
Hintergrundinformation fürs Abenteuer wenig verwertbar

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Category: Rollenspiele, Spiele

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Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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