Zombicide Season 2: Prison Outbreak

| 26. Juli 2015 | 0 Comments

 Die Welt befindet sich im Chaos. Zombies streunen durch die Straßen und machen den Überlebenden das Leben schwer. Viele Menschen sind geflohen, doch es gibt eine Gruppe an Leuten, die sich gegen die Zombies auflehnt. Sie versuchen die Monster in Schach zu halten und sichern ihre Straßen und Rückzugsorte. Doch dabei müssen sie sich einigen Gefahren stellen.

Zombicide - Prison Outbreak - Cover

Zombicide – Prison Outbreak – Cover, Rechte bei Asmodee

Zombicide Season 2: Prison Outbreak ist ein kooperatives Brettspiel, das in einigen Szenarien gespielt wird. Dabei geht es darum, gewisse Missionsziele zu erreichen und zu schauen, dass alle oder möglichst viele Spieler mehr oder weniger lebend das Ziel erreichen. Denn durchaus einzigartig ist, dass man bei diesem Spiel nicht nur bis zum Tod um sein Leben kämpft, sondern auch darüber hinaus. Durch den starken Glauben an die Sache, ihren Willen und die aktive Bekämpfung der Zombies werden zwar auch die Spieler womöglich zu Zombies, doch sie können ihren Drang zu töten auf die anderen Zombies beschränken und den anderen Spielern als Gefährten beistehen. Man wird zum Überzombie.
Beispiele für Ziele sind, dass man alle Überlebenden in ein Gefängnis bringen soll, doch das ist natürlich verschlossen und der Schlüssel befindet sich in einem Haus irgendwo in der Stadt. Also muss man diesen zuerst suchen. Doch dabei findet man überall Zombies und auch am Vorhof zum Gefängnis sammeln sich einige. Es ist also auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Doch die Geschichte entwickelt sich weiter und so muss man später das Gefängnis taktisch säubern, es erkunden, gewisse Fluchtrouten finden, Gegenstände und Vorräte besorgen und das Gefängnis vor den Zombies schützen. Doch wird es gelingen, das Gefängnis wirklich komplett abzuriegeln und gegen die Zombies zu bestehen?

Es gibt also viel zu tun und die Missionen sind durchaus unterschiedlich gestaltet, was einen recht hohen Wiederspielwert garantiert. Zur Spielmechanik ist zu sagen, dass es eine Weile dauert, sich die Regeln durchzulesen und zu verstehen, doch das 48 Seiten umfassende Regelwerk, mit 16 Seiten Missionen und einem guten Index ist schön und übersichtlich gestaltet und erklärt die Regeln ganz gut. Sollten doch noch Fragen offen bleiben, gibt es im Internet auch ein gutes F.A.Q und ein Forum, in dem man sich noch genauer informieren kann. Uns hat bei unserem Test das Regelheft alleine aber gereicht. Man spielt Menschen, die als Überlebende durch die Straßen ziehen, sich Ausrüstung und Waffen zusammensuchen und ihre Fertigkeiten haben. So beginnt jede Figur mit unterschiedlichen Anfangsfertigkeiten und einer Startausrüstung, die vom Szenario abhängt. Je mehr Zombies man erledigt und je mehr Missionsziele man erreicht, umso erfahrener wird man. Dies wird am Überlebenden-Ausweis angezeigt. Sobald man gewisse Schwellen überschritten hat, bekommt man neue Fertigkeiten dazu und kann immer wieder zwischen mehreren Möglichkeiten wählen. Insgesamt hat jeder Charakter 5 Ausrüstungsplätze, wobei nur zwei aktiv sind. Dies ist durchaus logisch, schließlich hat jeder Mensch nur 2 Hände. Der Rest ist verstaut und muss mit einer Aktion in die Hand genommen werden. Dafür packt man den anderen Ausrüstungsgegenstand dann zurück.
Es gibt aber noch viele andere Aktionen, wie sich zu bewegen, suchen, Türen zu öffnen, zu kämpfen, in ein Auto steigen oder aussteigen, etc. Pro Runde hat jeder Charakter 3 Aktionen, später können es auch mehr werden. Es wird hier absichtlich von Charakteren und nicht Spielern gesprochen, da je nach Spieleranzahl auch ein Spieler mehrere Charaktere spielt. Hier wird nicht über den Szenenaufbau und die Zombiezahl ein Gleichgewicht erstellt, sondern einfach über die Charakteranzahl, die immer ungefähr gleich bleibt.

Das Spiel selbst in mehrere Phasen unterteilt. Zunächst sind die Spieler am Zug und können ihre Aktionen beliebig setzten, wobei einige leiser sind und andere mehr Lärm verursachen, wobei die Zombies bekannterweise von Lärm angezogen werden. Dabei wird reihum vorgegangen, wobei jeder Spieler all seine Charaktere in einem Zug nacheinander steuert. Danach folgt die Zombiephase, in der Zombiephase, in der sie sich bewegen und Überlebende angreifen, die auf ihren Feldern stehen. Als Mensch hält man zwei solcher Angriffe statt. Stirbt man, wird man in der nächsten Runde zum Überzombie und hat nochmals fünf Lebenspunkte, wobei Wunden Ausrüstungsplätze belegen. Man sollte also durchaus aufpassen, was man riskiert und ein taktisches Vorgehen ist von Vorteil. Am Ende der Zombiephase tauchen, durch den Lärm angezogen, neue Zombies auf.
Am Ende der Runde werden alle Lärmmarker vom Spielbrett entfernt, der Startspieler wandert und eine neue Runde kann beginnen.
Der Spielablauf ist somit ziemlich einfach und geht gut voran. Es gibt auch eine schöne Übersicht auf der Cover-Rückseite des Regelheftes, damit man jederzeit nachschauen kann, welche Aktionen es gibt und auch welche Zombies mit welchen Waffen angegriffen werden können und wie viele Erfahrungspunkte sie geben.

In Zombicide Season 2: Prison Outbreak gibt es neben den Standard-Zombies, die sich in Schlurfer, Fettbrocken, Monstrum und Läufer aufteilen auch Berserker-Monster jeder Kategorie. Diese Monster sind nicht mit Schusswaffen zu treffen, was die ganze Sache natürlich etwas schwieriger macht und eine andere Taktik erfordert. Schließlich ist es durchaus hilfreich nicht mit 2 Schusswaffen durch die Gegend zu laufen.

Zombicide - Prison Outbreak - Ausschnitt aus dem Inhalt

Zombicide – Prison Outbreak – Ausschnitt aus dem Inhalt, Rechte bei Asmodee

Die Figuren und das Spielmaterial sind schön gestaltet. Die Grafik ist sehr comichaft. Es gibt aber nicht nur die typischen Helden, sondern auch Leute, die durchschnittlich aussehen. So ist Joshua ein etwas übergewichtiger Mann mit Brille oder Kim normal gebaut und voll bekleidet. Die Überlebenden-Ausweise sind aus starkem Papier, das schön bedruckt ist. Dazu gibt es noch Spielfiguren, wobei es jeweils eine für die Menschenform und die Überzombiefigur gibt. Jeder Charakter hat eine unterschiedliche Farbe. Die Miniaturen sind aus Kunststoff, wirken aber ziemlich stabil. Auch die Zombies werden als unterschiedliche Kunststoff-Miniaturen dargestellt, wobei die normalen Zombies in grau, die Berserker-Zombies in braun gegossen sind.
Weiters gibt es 83 Ausrüstungskarten, 48 Zombie-Karten, 24 Wunden-Karten, 6 rote Würfel, und diverse Plättchen und Marker aus Karton, die bunt bedruckt sind.
Das Spielfeld wird ebenfalls aus Kartonplatten aufgebaut. Je nach Szenario werden unterschiedliche Platten aneinander gelegt. Das funktioniert recht gut. Die Platten, Marker und Plättchen sind schön und bunt bedruckt, es gibt sehr eindeutige Farben und sie scheinen ziemlich stabil zu sein.

Bei unserem Test haben wir zu dritt gespielt, wobei hier jeder Spieler zwei Charaktere zu steuern hatte. Das ging ganz gut und es ist lustig, wenn man quasi sein eigenes kleines Team hat. Der Anfang ging etwas unkontrolliert los. Mit der Zeit haben wir eine Taktik ausgearbeitet und diese dann ziemlich gut umgesetzt. Etwas schwierig war es die richtige Ausrüstung zu finden, vor allem, da wir ziemlich am Anfang gleich auf ein Monstrum getroffen sind. Diese sind nur mit speziellen Waffen zu besiegen. Um die Waffen zu bekommen zieht man vom Ausrüstungsstapel. Hier ist es natürlich Glückssache, was man zieht. Auch beim Würfeln des Schadens ist immer eine Portion Glück dabei. Jedoch ist das Spiel selbst dadurch nur wenig glücksabhängig. Viel wichtiger ist die Taktik, mit der man vorgeht. Auch uneinig waren wir uns beim ersten Missionsziel. Hier ist die Frage aufgetaucht, ob es reicht, wenn alle Zombies im Gefängnisvorhof getötet sind, oder müssen dann noch alle Spieler durch die Türe, was sehr schwierig ist, denn jede Runde kommen neue Zombies in den Gefängnisvorhof, was bedeutet dass der erste Spieler alle Zombies töten muss und dann noch eine Aktion braucht, damit er durch das Tor gehen kann. Dass das Spiel bis zum Ende kooperativ ist, auch wenn sich einige Zombies in der Gruppe befinden, ist sehr gut. Je mehr Erfahrung die Spieler haben, umso mehr Zombies kommen. Gäbe es dann auch noch einen Spieler, der gegen einen arbeitet, wäre die Chance das Szenario zu gewinnen nur noch sehr gering. Außerdem macht es ja auch mehr Spaß, wenn man bis zum Schluss am ausgearbeiteten Plan mitarbeiten kann. Dadurch ist es auch möglich, dass Anfänger mit Zombiecide-Experten spielen.

Es wird Spannung aufgebaut, man hat aber auch Zeit zum Überlegen und zum Planen. Je nach Einigung der Spieler, nach Ideen und nach Überlegungszeit dauert eine Mission unterschiedlich lange. Man kann aber damit rechnen, dass man ca. 1 Stunde pro Mission braucht. Das erste Mal dauert es etwas länger, alle Regeln und Fähigkeiten durchzulesen, wenn man das aber einmal gemacht hat, geht es recht schnell zu spielen und den Mitspielern die Regeln zu erklären. Der Aufbau der Szenarien braucht nochmal ca. 5-10 Minuten. Das Spiel ist für 1-6 Spieler ab 13 Jahren geeignet.

Zombicide Season 2: Prison Outbreak stammt vom US-amerikanischen Spieleverlag CoolMiniOrNot, welcher im Jahr 2001 gegründet wurde. Der Verlag startet viele seiner Spiele als Kickstarter-Projekte und ist für die Spielereihe Zombicide, von der es einige Arten der Grundspiele und viele kleinere Erweiterungen gibt, bekannt geworden.

Zombicide Season 2: Prison Outbreak ist im Juni 2014 bei Asmodee in deutscher Übersetzung herausgekommen. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern je Mission ungefähr 60 bis 80 Minuten benötigt, exkl. Aufbau und Regeln durchgehen.
90% / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives

viele unterschiedliche Missionen
qualitatives, schönes Spielmaterial
Taktik wichtiger als Glück
sehr spannende Missionen
kooperatives Zombiespiel
unterschiedliche Fähigkeiten
recht ausgeglichen, egal wie viele Spieler spielen
unterschiedliche Erfahrungslevels ohne Nachteile

Negatives

erstes Mal Regeln durchlesen dauert recht lange
Missionsziel teilweise zu wenig konkret

Gestaltung des Innenlebens der Box nicht optimal

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Category: Brettspiele, Spiele

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Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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