XCOM: Das Brettspiel

| 5. Februar 2017 | 0 Comments

Während im Orbit gerade unser letzter Satellit verglüht, gehört der Himmel über Europa bereits den Aliens. Unsere Abfangjäger sind zerstört, der Kontinent verfällt in Panik. Aufatmen gibt es dafür in Afrika, denn wir konnten alle feindlichen UFOs abschießen. Doch dann wird unser Stützpunkt angegriffen. Wenn wir jetzt das HQ verlieren, ist auch die Menschheit verloren. Wir haben es gespielt.

XCOM: Das Brettspiel, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

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XCOM: Das Brettspiel gelingt es, die Atmosphäre und auch den Zeitdruck des Videogames gelungen auf das Brettspiel umzusetzen. Wichtig ist dabei die App, ohne die das Brettspiel nicht spielbar ist. Da aber Brettspiele häufig eine wesentlich höhere Lebensdauer haben als Videogames, ist das durchaus ein kritischer Punkt, da man darauf hoffen muss dass, in diesem Fall der Spieleverlag des englischen Originalspiels Fantasy Flight Games, die App für aktuelle Devices aktuell hält. Die App selbst ist übrigens mehrsprachig und inkludiert neben Englisch und Deutsch auch weitere Sprachen.

Auch wenn die App gut aufgebaut ist und vor allem im Tutorial vieles erklärt, wäre durchaus ein erklärendes Regelheft sehr nützlich gewesen, welches die einzelnen Entscheidungen, aber auch die Forschungsergebnisse im Detail erläutert. So tauchen Fragen auf, welche man in der Echtzeitphase unmöglich klären kann. Glücklicherweise konnten wir die meisten Fragen in der Auswertungsphase dann ausdiskutieren und zum Teil durch nachschauen klären.

Das Spiel selbst fordert eine Gruppe durchaus stark, denn selbst auf einem leichten Schwierigkeitsgrad muss man schnell Entscheidungen treffen und sollte durchaus nicht auf die Pausenfunktion treffen. Damit hat man das Videogame gut getroffen. Überraschend hart ist der Glücksfaktor von XCOM, denn ein schlechter Würfelwurf und man hat alle Abfangjäger verloren, auch wenn viele Forschungsergebnisse sehr nützlich sein können und einem in den besten Fällen sogar manche Würfelwürfe sogar erspart.

In XCOM: Das Brettspiel übernehmen die Spieler, analog zum Videogame, die Rollen der Befehlshaber der internationalen Geheimorganisation XCOM. Gemeinsam müssen sie die Menschheit beschützen und die Alieninvasion zurückschlagen, während die Panik sich weltweit ausbreitet. Um Erfolge zu verbuchen, wo die Militärorganisationen der Welt versagt haben, müssen die Spieler ihre Ressourcen taktisch geschickt einsetzten. Währenddessen muss die Welt lange genug vor der absoluten Panik und den darauf folgenden Zusammenbruch gerettet werden, bis eine finale Mission die Invasion ein für alle mal zurückschlagen kann.

XCOM: Das Brettspiel, Rechte bei Heidelberger Spieleverlag

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Der Spielablauf wird hier vereinfacht und gekürzt dargestellt. Nach dem Aufbau des Spielbretts und dem Zuteilen der vier Funktionen Central Officer, Commander, Einsatzleiter und Forschungsleiter wird der Schwierigkeitsgrad bestimmt. Jede Runde besteht aus Echtzeitphase und der Auswertungsphase. Nach einer durch die App bestimmten und von dem Erfolg oder Misserfolg der Spieler beeinflussten Anzahl von Runden hat man die Chance mittels eines abschließenden Einsatzes den Invasionsplan der Aliens zu durchkreuzen.

In der Echtzeitphase haben die Spieler, je nach Schwierigkeitsgrad und Aufgabenstellung, eine unterschiedliche Zeit zwischen 5 und 55 Sekunden, um eine Entscheidung zu treffen oder eine Auswahl zu tätigen wie die Wahl der Geldmenge aus der Notfallreserve, die Zuteilung von Abfangjäger zu den Kontinenten, der Auswahl welche Forschung man betreiben möchte, etc.

Wer mehr über die Vorlage erfahren möchte, kann hier über das Videogame XCOM: Enemy Within und hier über das aktuelle XCOM 2 lesen.

In der Auswertungsphase wird mittels Würfelwurf festgestellt, ob man erfolgreich war. Dazu würfelt man eine bestimmte Anzahl von Würfel, um Erfolgssymbole zu sammeln, aber auch einen Alienwürfel, welcher festlegt ob man vor Abschluss der Mission bzw. Aufgabe scheitert. Man kann den Würfelwurf öfters wiederholen, dabei steigt jedes Mal die Bedrohungsanzeige um 1 Punkt. Falls der Alienwürfel dann diesen oder einen niedrigeren Wert anzeigt, hat man verloren, was meist den Verlust der eingesetzten Ressourcen oder ihrer Sperre für die nächste Runde bedeutet.

Die Karten sind der Grafik des Videogames stimmig nachempfunden, der Sound der App verbreitet durchaus Hochspannung und Nervenkitzel. Die Soldaten, UFOs und Abfangjäger sind gut modeliert und bieten neben Stabilität auch einiges an Details.

Wir haben gelernt wie wichtig das Tutorial ist und dass man die Forschung auf keinen Fall vernachlässigen sollte, lieber am Anfang zu viel forschen und später weniger, als am Anfang diesen Bereich zu vernachlässigen. Die Hektik ist recht groß und wenn das Game noch neu ist, sollte man ruhig öfters die Pausenfunktion verwenden. Erst in höheren Schwierigkeitsgraden mündet das in Strafzeiten für die nachfolgenden Aufgaben. Auch wenn man das Spiel in der Theorie sogar alleine spielen könnte, ist es am besten und durchaus noch immer fordernd, wenn man zu dritt oder lieber sorgar zu viert spielt. Da die Aliens verschiedene Invasionspläne haben und die einzelnen Ereignisse, von Ausnahmen abgesehen, immer unterschiedlich stattfinden und die einzelnen Rollen der Spieler sich stark voneinander unterscheiden, ist der Wiederspielwert sehr hoch.

XCOM: Das Brettspiel von Eric M. Lang erscheint beim Heidelberger Spieleverlag im 1. Quartal 2017. Wir haben das Game mit 4 Spieler mit rund 2 Stunden Spielzeit pro Partie getestet.
86 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
gelungene Umsetzung des Videogames auf Brettspielebene
Atmosphäre und Entscheidungsfindung unter Druck spannend gemacht
taktisches Brettspiel, bei dem immer Mangel an Ressourcen herrscht
Aufgaben der einzelnen Spieler unterscheiden sich stark
hoher Wiederspielwert, immer wieder Abwechslung durch Rollen
Negatives
muss hoffen dass die App langfristig aktuell gehalten wird
hoher Glücksfaktor, wenngleich der Vorlage entsprechend
ergänzendes Regelheft mit mehr Information wäre nützlich gewesen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig.

Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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