Winter der Toten: Spiel mit dem Schicksal

| 12. April 2015 | 0 Comments

Es herrscht eine Zombie-Apokalypse in der Stadt, doch es gibt Hoffnung, denn es gibt einen sicheren Unterschlupf. Aber es scheint, als wäre schon jemand hier und tatsächlich, es ist eine Kolonie Überlebender, auch wenn man sich natürlich nie sicher sein kann, ob man den anderen trauen kann und wieweit sie für einen gehen.

Winter der Toten - Cover

Winter der Toten – Cover, Rechte beim Heidelberger Spieleverlag

Winter der Toten spielt im Winter in einer Kolonie von Überlebenden einer Zombie-Apokalypse und die Nahrungsmittel und Medikamente sind knapp, darum müssen die Menschen immer wieder raus, um in der Polizeiwache, dem Supermarkt, der Schule, der Tankstelle, der Bücherei oder dem Krankenhaus nach nützlichem Material und Überlebenden zu suchen. Außerdem ist es natürlich wichtig, immer wieder Zombies zu töten, um nicht überrannt zu werden. Aber Vorsicht, denn man sollte nicht zu laut dabei werden.

Die Spieler bekommen jeder zwei Überlebende, sowie 5 Objektkarten, sowie eine geheime Zielkarte. Dabei kann es sein, dass eine Verräter-Karte gezogen wird, die Aufgaben hat, die wohl mehr gegen die Gruppe sind. Aber auch die anderen haben nicht nur das Gruppenziel, sondern auch ihr eigenes Ziel im Auge, denn es gewinnt nur der, der das gemeinsame Ziel und sein eigenes verwirklichen kann. Der Verräter braucht nur seines.

Dann geht es los. Zunächst zieht man die gemeinsame Zielkarte, von denen es einige in unterschiedlichen Zeitlängen gibt: kurz, mittel und lang. Jede Aufgabe gibt es in normal und schwierig, so gibt es viele unterschiedliche Szenarien zu spielen. Jetzt wird der Startspieler bestimmt, indem man die Einflusswerte seiner Menschen überprüft. Dann wird eine Krise aufgedeckt, für die man 1 Runde Zeit hat, sie abzuwenden, sonst wird die Kolonie überfallen, Zombies kommen oder die Moral innerhalb des Unterschlupfs sinkt, wobei Chaos ausbricht, wenn sie auf 0 fällt.
Dann würfelt jeder Spieler seine Aktionswürfel und der Startspieler beginnt damit, seine Spielzüge durchzuführen. Dabei kann er sich bewegen, oder Zombies töten, was allerdings die Gefahr birgt, sich selbst zu infizieren, verletzt zu werden oder Erfrierungen zu bekommen. Man kann auch die unterschiedlichen Orte nach Nützlichem durchsuchen, sich verbarrikadieren, den Abfall in der Kolonie entsorgen, oder Zombies anlocken, um sie zu töten oder woanders wegzubekommen.  Aber man kann auch Nahrung beschaffen, Ausrüstung verteilen, oder diverse Karten ausspielen.
Gleichzeitig hebt der Spieler zur Rechten des aktiven Spielers eine Schicksalskarte ab und prüft, ob die Bedingung eintritt, die positiv oder negativ sein kann.

Zieht man die Verräter-Karte muss man sehr geschickt vorgehen, um sich nicht zu früh zu verraten, da dies zur Verbannung führen wird und man dann nur noch eingeschränkte Möglichkeiten hat. Außerdem verändert sich eine der Aufgaben, um noch gewinnen zu können, was aufgrund der begrenzten Zeit durch die limitierte Anzahl von Runden nun noch schwieriger wird. Für die Gruppe ist diese Verbannung die Möglichkeit den Schaden, den ein Verräter anrichtet, einzudämmen. Aber man sollte Spieler nicht zu leichtfertig verbannen, denn werden zwei Spieler verbannt, welche nicht Verräter sind, sinkt die Moral automatisch auf Null, was das Spiel sofort beendet.

Winter der Toten - Aufbau

Winter der Toten – Aufbau, Rechte bei Weltenraum

Das Spiel ist wirklich schön gemacht und es gibt sehr viel Spielmaterial, diverse Zielkarten, 5 Übersichtsbögen, diverse Objektkarten, Krisenkarten, Schicksalskarten, Wundenmarker, Marker für hilflose Überlebende, Nahrungsmarker, Geräuschmarker, Barrikadenmarker, Hungermarker, Zombiefiguren und –marker, Figuren für Überlebende, sowie genug Plastikstandfüße für alle Figuren. Außerdem gibt es einen Koloniespielplan, 6 Standortkarten, 30 Aktionswürfel, 1 Infektionswürfel, sowie ein Heft mit Spielregeln. Das Spielmaterial ist hochwertig und schön designt. Die Autoren John Gillmore und Isaac Vega haben sich ein wirklich tolles Spiel einfallen lassen und man merkt, dass sie sich viele Gedanken über das Leben in einer Zombie-Apokalypse gemacht haben. Es ist zwar schon wieder ein Zombie-Spiel, deren es momentan sehr viele gibt, aber es ist eines der besten, die es gibt. Fernanda Suarez hat das Spiel illustriert und man merkt, dass es liebevoll gemacht wurde und wirklich schön aussieht.

Das Spiel macht Spaß und ist durchaus taktisch angelegt. Natürlich ist es auch ein wenig glücksabhängig, doch das Würfeln wurde z.B. so gestaltet, dass jeder Spieler alle seine Würfel am Anfang gleich wirft und sich dann entscheidet, welchen Würfel er für welche Aktion aufwendet. Außerdem ist es gut, dass es Zielkarten in 3 unterschiedlichen Längen gibt. So kann man die Spieldauer vorher schon ein wenig bestimmen. Kurz bedeutet, dass zwischen 45-90 Minuten gespielt wird, Mittel 90-120 Minuten und Lang zwischen 120-210 Minuten. Dabei können 3-5 Spieler spielen, wobei es auch eine Spezialvariante für 2 Spieler gibt, die aber eher eine Notlösung ist.
Das Spiel ist für Spieler ab 14 Jahre empfohlen.

Die Regeln sind recht ausführlich und auch durchaus gut beschrieben, es gibt aber auch ein FAQ auf der Homepage, in dem zusätzliche wichtige Information vermerkt ist. Manchmal findet man immer noch Fragen, zu denen man leider keine Antwort findet. Da es ein kooperatives Spiel ist, kann man sich dann aber meistens recht schnell auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen.

Winter der Toten vom Heidelberger Spieleverlag ist seit Februar 2015 verfügbar.
90% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives

sehr schön gestaltet
teilweise kooperativ
spannend und gut durchdacht
wirklich innovatives Zombie-Spiel
Spiel mit Verräter geschickt gelöst
sehr vielschichtiges Game
auch nach mehrmaligem Spielen abwechslungsreich

Negatives

ein Überlebender kann durch 1 Wurf tot sein
Spielanleitung könnte besser gegliedert sein
mehr Zombiefiguren wären gut

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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