Wiener Walzer

| 9. Juli 2017 | 0 Comments

Wiener Walzer von Reiner Knizia ist ein heiteres Familienspiel, bei dem es nicht nur um den Gesellschaftstanz und den Erfolg auf dem Parkett geht, sondern auch um den Genuss und Erfolg am Buffet. Ziel ist es am Ende, wenn alle Paare getanzt haben, in der Wertung am weitesten vorne zu liegen. Alles Walzer!

Wiener Walzer, Rechte bei Piatnik

Wiener Walzer, Rechte bei Piatnik

Wien ist die Stadt der rauschenden Ballnächte. Pompös gekleidete Damen und elegante Herren wiegen sich in prunkvollen Sälen auf den Tanzflächen. Die Gästeliste ist genauso exklusiv wie die kulinarischen Genüsse am Buffet. Wer wäre da nicht gerne einmal dabei? Dem Spiel gelingt es dabei die Wiener Ball Atmosphäre gut einzufangen und es ist ein Spiel für die ganze Familie. Die Regeln sind schnell erklärt und es gab beim Spiel auch keine größeren Fragen. Das angenehme ist, dass es zwar ein Taktikspiel ist, aber nicht mit den brutalen Regelmechanismen, man darf hierbei auch Fehler machen.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Je nach Anzahl der Spieler wird die Tanzfläche auf dem Spielbrett vergrößert. Jeder Spieler erhält einen gemischten Stapel mit seinen 12 Gäste-Kärtchen, der von ihm gewählten Nation. Es werden weiße Gäste-Kärtchen auf der Tanzfläche verteilt und der restliche Saal mit Buffet-Plättchen aufgefüllt. Die Gäste-Kärtchen sind sehr stimmungsvoll und die Namen der einzelnen Gäste der unterschiedlichen Farben, sprich Nationen, sind recht witzig.

Reihum zieht jeder Spieler sein oberstes Gäste-Kärtchen und tauscht es mit einem Buffet-Plättchen vom Spielplan. Hat man dabei mit seinem Gäste-Kärtchen ein anderes damit umzingelt, tanzt man mit dem Gäste-Kärtchen mit dem höchsten Punktewert des anderen Geschlechts. Falls es sich dabei nicht um ein weißes Gäste-Kärtchen handelt, erhalten beide Spieler den gesamten Punktewert für ihre Wertung.

Wiener Walzer, Rechte bei Piatnik

Wiener Walzer, Rechte bei Piatnik

Für Überraschungen sorgt die Variante mit Ereigniskarten, bei der immer, wenn ein Gast mit dem Punktewert 0 gespielt wird, der aktive Spieler sofort eine Ereigniskarte ziehen und anwenden muss. In der Regel werden dadurch verschiedene Plättchen auf dem Spielfeld getauscht, was so manche Strategie gehörig durcheinanderwirbeln kann.

Das Spiel endet, sobald alle Spieler ihre Gäste-Kärtchen gespielt haben. Anschließend werden noch die Buffet-Plättchen ausgewertet. Für jedes komplette Set aus den 5 verschiedenen Genüssen erhält man Punkte. Hat man mehr Sets gesammelt, gibt es auch mehr Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten auf der Wertung hat gewonnen.

Der studierte Mathematiker Reiner Knizia begann schon in frühen Kindesbeinen an sich Spiele auszudenken und zu erfinden. Der in Deutschland geborene und mittlerweile in England lebende Spieleerfinder hat mittlerweile weit über 500 veröffentlichte Spiele entwickelt. Seit 1997 ist er hauptberuflicher Spieleautor und zahlreiche seiner Spiele wurden mit Preisen ausgezeichnet. Fast jedes Jahr findet sich eines seiner Spiele auf der Auswahl-/Empfehlungs- oder Nominierungsliste des Spiel des Jahres.

Wiener Walzer ist bei Piatnik im März 2016 erschienen. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 30 bis 45 Minuten pro Partie benötigt, exkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
70 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein nettes, harmloses Brettspiel für die ganze Familie
das Spiel verzeiht durchaus den einen oder anderen taktischen Fehler
die Ereigniskarten bringen Schwung in das Brettspiel
Negatives
der Beginn ist zäh, die ersten Gäste-Kärtchen müssen ohne Tanz platziert werden
für zwischendurch ist es lustig, der langfristige Spielspaß fehlt ein bisschen

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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