Until Dawn

| 29. August 2015 | 0 Comments

Until Dawn von Sony Computer Entertainment bietet alles was ein Teenie-Slasher bieten muss. Es ist ein abgelegenes Haus im Wald, ein schreckliches Ereignis, welches sich vor der Jahresfrist ereignet hat, hübsche weibliche Protagonisten und männliche, welche sich in Streber und Sportskanonen aufteilen. Dazu folgt ein Serienmörder und eine gehörige Portion Erotik, sowie eine Brise Mystik. Es ist ein Slasher Erlebnis vom Feinsten. Doch Until Dawn ist kein Horrorfilm, sondern ein Horror-Videogame-Erlebnis vom Feinsten, exklusiv für die PlayStation 4.

PS4 Cover

Until Dawn, Rechte bei Sony Computer Entertainment

Until Dawn ist ein wirklich fesselndes Ereignis. Hier verschwimmen, wie noch nie zuvor bei einem Videogame die Grenzen zwischen Film und Game. Und ja es ist noch ein Game. Sehr gelungen ist auch dass viele Dialogszenen nicht nur als Zwischensequenz ablaufen, sondern während man seine Figur bewegt. Es werden abwechselnd und vom Game vorgegeben die einzelnen Personen gesteuert, so lernt man jede kennen und so manche lieben. Umso tragischer ist es wenn diese Figur dann stirbt und sterben können sie alle, aber es muss auch nicht so sein. Games, wo die Entscheidung der Spieler Auswirkungen haben sind ja schon seit langer Zeit beliebt, aber bis dato hatten bei kaum einem Game die Auswirkungen der Entscheidungen so sehr Einfluss auf den Spielverlauf. Inspiriert durch die Chaos Theorie können, aufgrund des sogenannten Butterfly-Effekts triviale Sekundenentscheidungen enorme Folgen nach sich ziehen. Dies wird auch im Game selbst öfters thematisiert. Und manche dieser Entscheidungen wird euch das Blut in den Adern gefrieren lassen. Auch der Tod ist allgegenwärtig. Und jeder kann der Nächste beim Sterben sein.

Man kann auch kleinere Totems finden, welche Einblick in zukünftige, mögliche Ereignisse geben. Diese müssen nicht eintreffen, verhindern kann man sie aber kaum. Dazu sind die Videos, die man sieht, zu kurz und wenn man die Umgbung erkennt, ist es meinst zu spät. Die Entscheidungen des Spielers haben ihn hierher geführt. Sehr gut ist wiederum dass es auch ein großes Video mit Hintergrundinformationen gibt, wobei aber immer nur eine kleine Sequenz beim Fund eines Totems freigeschaltet wird, der Rest bleibt einfaches Rauschen. Grausam und genial zugleich ist dass es keinerlei Möglichkeit gibt auf einen früheren Speicherpunkt zurückzugreifen. So kann man oft bei anderen Games schmerzhafte Entscheidungen oder Fehler bei einem Quick Time Event rückgängig machen, oder es gibt sonst auch oft die Möglichkeit dass man auf einen früheren Speicherpunkt zurückgreift oder dass beim Tod einer Hauptfigur das Game endet und man die Möglichkeit hat zu einem früherern Zeitpunkt wieder einzusteigen. Hier geht Until Dawn einen völlig anderen Weg, die Geschichte wird gnadenlos weitererzählt und der Spieler muss mit seinen Entscheidungen und seinen Fehlern leben. Der Spannungsaufbau ist perfekt und man will nach Ende von Until Dawn unbedingt sofort einen neuen Versuch starten um getroffen Entscheidungen zu revidieren und gemachte Fehler zu vermeiden.

Until Dawn – Überleben bis zum Morgengrauen! Das ist das Ziel im Videogame „Until Dawn“ von Sony Computer Entertainment Europe (SCEE). Zusammen mit Supermassive Games schickt Sony PlayStation die Spieler in eine angsteinflößende Nacht, in der ein brutaler Serienmörder sein Unwesen treibt und lässt sie allein entscheiden wer der acht jungen Protagonisten die Nacht in dem einsamen, verschneiten Luxus-Chalet überleben wird. Jede Wahl, die getroffen wird, und sei sie auf dem ersten Blick noch so unbedeutend, kann weitreichende Konsequenzen auf den Verlauf der gesamten Geschichte haben. Wegrennen, sich verstecken, etwas werfen oder nach jemanden suchen? Der Spieler entscheidet und bestimmt dabei wer lebt und wer stirbt.

Until Dawn ist technisch auf einem hohen Niveau. Die Personen agieren mit sichtbaren Emotionen und fügen sich wunderbar in die grafische Landschaft ein. Das Game ist in verschiedene Kapitel unterteilt, welche die Zeit bis zum Sonnenaufgang stundenweise verkürzen. Gleichzeitig gibt es bei Beginn jedes Kapitels eine kurze Zusammenfassung. Die Synchronisation ist wirklich sehr gut gemacht, die Stimmen sind hochwertig und vermitteln einem die Panik der Ereignisse. Das erste Kapitel ist ein wenig langatmig geraten, aber Supermassive Games muss auch die 8 Handlungsträger vorstellen, da die Vorgeschichte, welche die zum Teil doch sehr klischeehaften Ereignisse auslösen, sehr knapp und bündig erzählt wird und die Personen für mich erst nach dem ersten Kapitel gut auseinander zu halten sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die Kamerasteuerung beim Game, da diese automatisch passiert und man als Spieler nicht eingreifen kann. So wünscht man sich manches Mal auch in eine andere Richtung schauen zu können, was dann aber nicht geht. Allerdings ist es nie so, dass man überhaupt nichts sehen möchte, es ist vor allem ungewohnt. Doch je weiter das Spiel fortschreitet, umso weniger fällt einem das auf, denn an sich haben sich die Entwickler durchaus etwas dabei gedacht und können so teilweise auch die Horror-Elemente besser in Szene setzen.

Until Dawn wurden von britischen Entwicklerstudio Supermassive Games entwickelt und ist das erste Survival Horror Videogame dieser Softwareschmiede. Supermassive Games wurde 2008 in Guildford gegründet und hat für Sony Computer Entertainment einer unterhaltsame Games entwickelt, darunter zwei Games für die PlayStation Move Steuerung. Auch Until Dawn sollte ursprünglich mit PlayStation Move gesteuert werden, man hat dies genauso wie eine Umsetzung für die PS3 verworfen.

Until Dawn von Sony Computer Entertainment erscheint mit FSK 18 und ist exklusive für PlayStation 4 erhältlich. Wir haben das Game auf der PlayStation 4 mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
95% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
die Geschichte geht gnadenlos immer weiter
beste Verschmelzung von Film und Game
spannend erzählte Story mit toller Dramatik
man hat Angst um seine Protagonisten
Entscheidungen haben eine spürbare Auswirkung
Hintergrundvideo lässt sich durch Totemfunde freischalten
Dialoge werden auch während der Bewegung der Figuren geführt
Negatives
sehr klischeehafte Umsetzung eines Teenie-Slashers
Totem Vision nett, aber direkt kaum hilfreich
manchmal etwas seltsame Kameraführung

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Category: Games, PS 4

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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