Unheil im Schwarzen Keiler

| 27. Februar 2016 | 0 Comments

Grotho, Garax, Grotho Greifax, Graf von Gratenfels war die unheilvolle Grußformel welche die Helden in den Dungeon des ersten Abenteuerbandes des größten deutschen Rollenspiels Das Schwarze Auge einbrachte. Rechtzeitig zum 30. Jubiläum dieses Abenteuers von Werner Fuchs schicken Maria Eckervogt & Tobias Töpp die Spieler wieder zurück in diesen Dungeon.

Abenteuer Cover - Unheil im Schwarzen Keiler, Rechte bei Ulisses Spiele

Unheil im Schwarzen Keiler, Rechte bei Ulisses Spiele

Unheil im Schwarzen Keiler ist für viele Spieler der erste Abstieg im Schwarzen Keiler, dem kleinen Wirtshaus am Fuße der Koschberge, für unsere Gruppe war es größtenteils eine Rückkehr zu den Ur-Zeiten von Das schwarze Auge, in ihre eigene Kindheit und zu den Anfängen ihrer eigenen Rollenspielkarriere. Aber davon abgesehen ist das Abenteuer, welches übrigens das dritte ist, welches in diesem Wirtshaus spielt, eher eines der schwächeren und könnte ohne Nostalgie-Faktor nicht bestehen. Man sollte zwar auf jeden Fall das Originalabenteuer gespielt haben, muss aber nicht das zweite Abenteuer Rückkehr zum Schwarzen Keiler, welches zwar einen wesentlich geringeren Nostalgiefaktor besitzt, aber eindeutig das stärkste der drei Abenteuer ist, kennen.

Unheil im Schwarzen Keiler bietet nicht nur die Gelegenheit noch einmal in der Schänke des Schreckens abzusteigen, Leti wiederzutreffen und nachzuschauen was denn aus all den Leichen geworden ist, die damals zurückgelassen wurden, sondern man kann auch wieder nach den Regeln der 1. Edition Das Schwarze Auge spielen.

Sehr praktisch sind die im Anhang vorgefertigten Helden nach DSA1-Regeln, um direkt losspielen zu können – und sich natürlich den legendären Plan des Schicksals zu stellen, welcher aber nach einem heutigen Artwork entworfen wurde und wirklich sehr ansprechend aussieht. Der Plan des Schicksals ist die Karte des Dungeons, ein wichtiger Teil des Abenteuers.

Unheil im Schwarzen Keiler hat mich insofern überrascht als dass man sich wirklich eine kleine Geschichte ausgedacht hat, welche heutigen Ansprüchen durchaus gerecht wird. Wurde man im Original Abenteuer noch direkt in den Weinkeller gesperrt, wo die Flucht durch den Dungeon ihren Ausgang nahm, so gibt es heute eine kleine Geschichte über verschwundenen Kinder, über dessen Spur die Helden (erneut) absteigen in den Dungeon unter dem Wirtshaus.

Abgesehen vom aktuellen Plan des Schicksals zeichnet sich das Abenteuer durch das damalige Layout und auch dem dazugehörigen Zeichenstil aus, das wohl dazu beitragen soll sich in die damalige Zeit zurückversetzt zu fühlen. Man merkt aber auch wie sich die Rollenspielszene generell weiter entwickelt hat und dass nicht nur an den Zeichnungen. Auch die Produzenten haben sich geändert und legen den Fokus anders als früher. Für Spieler welche unbedarft auf das Abenteuer stossen wird Unheil im Schwarzen Keiler eher für Kopfschütteln sorgen, die Geschichte ist zwar nett, aber eher ein Zugeständnis an den aktuellen Rollenspielgeschmack, doch sonst gibt es hauptsächlich Kämpfe in einem langen Dungeon und somit ist es doch einiges anders als die modernen Abenteuer.

Unheil im Schwarzen Keiler ist ein Abenteuer für das Rollenspielsystem Das schwarze Auge von Ulisses Spiele und ab 21. Jänner 2015 als pdf und als Softcover erhältlich.
67% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
wirklich gelungener Ausflug zu den Anfängen von DSA
beinhaltet auch die fürs Abenteuer notwendigen Regeln der 1. Edition
Layout, Zeichnungen und Sprache sind stimmig umgesetzt
das Abenteuer besteht aus mehr als nur einem Dungeon
Negatives
das Abenteuer selbst ist recht schwach
für nostalgischen Spaß sollte man das Original kennen
ein modernes Layout wäre besser gewesen
nach heutigen Maßstäben ist das Abenteuer nicht mehr zeitgemäß

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Category: Rollenspiele, Spiele, TopPost

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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