Tyrannen des Unterreichs

| 26. Mai 2019 | 0 Comments

Tyrannen des Unterreichs von Peter Lee, Rodney Thompson und Andrew Veen versetzt die Spieler als gnadenlose Herrscher eines Drow-Hauses in den Kampf um die Vorherrschaft ums Unterreich, wobei sie ihre niederträchtigen Mitspieler auf ihre Plätze verweisen müssen. Der Hintergrund des Spiels basiert dabei auf dem Rollenspiel Dungeons & Dragons, insbesondere auf dem Unterreich der Spielwelt der Vergessenen Reiche unter Faerûn.

Brettspielschachtel

Tyrannen des Unterreichs, Rechte bei Asmodee

Tyrannen des Unterreichs ist eine interessante Mischung aus Deck Building Game, bei dem es gilt die zu spielenden Karten zusammenzustellen und Area Control, bei dem es gilt die Kontrolle über Gebiete zu behalten. Jeder Spieler kontrolliert ein bekanntes Adelshaus der Dunkelelfen, da diese aber keine Fähigkeiten besitzen, ist es eine reine Farbwahl.

Man erhält im Laufe des Spiels immer bessere Karten für sein Deck und kann nach und nach versuchen seine Kontrolle über die Orte im Unterreich auszubreiten. Dabei gerät man unweigerlich in Konflikt mit den anderen Spielern und so wird mancher Ort hart umkämpft und andere Örtlichkeiten wechseln eher überraschend den Besitzer.

Die eigene Taktik wird stark dadurch bestimmt welche Karten ich mir kaufe, wie stark ich mein Deck anwachsen lasse und welche Karten ich in den Inneren Zirkel befördern kann. Durch kleine, aber verständliche Spielmechaniken, und auch dadurch dass immer nur 2 von 4 kaufbaren Kartenstapel im Spiel sind, bietet das Brettspiel auch viel Abwechslung.

Bei Tyrannen des Unterreichs gewinnt der Spieler, der am Ende die meisten Siegpunkte besitzt, die aus verschiedenen Quellen kommen. So zählen die Siegpunkte aller Karten aus dem Deck des Spielers, Siegpunkte die er im Verlauf des Spiels angehäuft hat, oder auch Siegpunkte durch die Kontrolle über verschiedene Orte im Unterreich. Die Spieler starten mit 10 Startkarten, die ihnen Einfluss- und Machtpunkte bieten. Mit Einflusspunkten kann man sich neue Karte für sein Deck kaufen, während man mit Machtpunkten feindliche Einheiten meuchelt und eigene Einheiten ins Unterreich bringt, um seine Macht im Unterreich auszubreiten.

Tyrannen des Unterreichs, Rechte bei Asmodee

Jeder Spieler zieht zu Beginn seines Zuges fünf Karten von seinem Deck, hat er nicht mehr genügend Karten mischt er seinen Ablagestapel zu einem neuen Deck. Die Karten werden vorwiegend dafür genutzt, um Einfluss und Machtpunkte zu generieren. Diese müssen auch im selben Zug verbraucht werden, anderenfalls verfallen sie. Auch nicht gespielte Karten kommen am Ende des Zugs aufs Ablagedeck. In zweiter Linie sind es die Sonderfähigkeiten der Karten. Insgesamt gibt es 4 Marktkartenstapeln: Dämonen, Drachen, Drows und Elementare, von denen immer 2 im Spiel sind. Immer 5 Karten davon kann man neben den Priester der Lolth und den Hausgardisten mit Einflusspunkten kaufen. Freie Markplätze werden immer aufgefüllt.

Grundsätzlich kann man nur auf den Örtlichkeiten oder Wegpunkten agieren, neben denen man angrenzend seine Einheiten hat, sodass man sich spinnennetzartig im Unterreich ausbreitet. Ein interessanter Kniff ist es aber, dass man Spione hat, die man aussenden kann, vor allem an Orte, an denen man keine Präsenz hat. Sobald man mehr Einheiten als jeder andere Spieler hat, oder auch mehr als die neutralen Truppen anderer Häuser, erlangt man die Kontrolle, was einen bei einigen Orten einen Vorteil bringt. Ein Kontrollchip wandert in den Besitz des vorherrschenden Spielers. Für die vollständige Kontrolle, welche den Bonus erhöht, muss man aber den Ort komplett mit seinen Einheiten gefüllt haben und es darf auch kein feindlicher Spion an diesem Ort sein.

Des Weiteren kommen auch viele Sonderfähigkeiten der Karten ins Spiel, mit denen man feindliche Einheiten meucheln kann, Spione aussenden kann oder feindliche Spione heimschickt. Man kann Einheiten austauschen, eigene Einheiten bewegen und vieles mehr. Schwächere Karten kann man unter Umständen aussortieren, um sie in den Inneren Kreis zu befördern. Dadurch blockieren sie einem nicht nur nicht mehr das eigene Deck, sondern sind auch mehr Siegpunkte am Ende wert. Dafür kann man sie nicht mehr im Spiel verwenden.

Tyrannen des Unterreichs wurde von Peter Lee, Rodney Thompson, Andrew Veen erfunden. Die drei amerikanischen Spieledesigner haben unterschiedliche Erfahrungen im Bereich von verschieden Dungeons & Dragons Spielen sammeln können. Ein Teil des Regelheftes widmet sich der kurzen Beschreibung aller am Spielplan vorkommenden Örtlichkeiten.

Tyrannen des Unterreichs, ursprünglich von Gale Force Nine / Wizards of the Coast, erschien im August 2018 bei Asmodee in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 2 bis 2,5 Stunden pro Partie benötigt.
88 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein sehr abwechslungsreiches Spiel
die Macht im Unterreich wechselt sehr stark
man kann seine Strategie stark durch die Karten festlegen
das Spiel ist sehr offen gehalten
das Artwork ist sehr gelungen
Negatives
es braucht auch ein gewisses Glück
die jeweiligen Häuser sind austauschbar
die Einheiten sind recht fad designt

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Category: Brettspiele, Spiele

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Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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