Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung

| 11. Oktober 2015 | 0 Comments

Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung ist ein kurzweiliges Kartenspiel mit frechem Comiclayout von Frederic Guerard, bei dem die Spieler mittels ihrer Raumflotte um Planeten mit wertvollen Titanium Vorkommen kämpfen. Sieger ist derjenige Spieler welcher sich eine vorbestimmte Anzahl von Titaniumvorkommen sichern kann.

Titanium Wars - Cover

Titanium Wars – Cover, Rechte beim Heidelberger Spieleverlag

Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung ist ein kurzweiliges Spiel und für alle Spieler eine gute Wahl, denen Spiele mit ähnlicher Thematik zu umfangreich und komplex sind. Das Balancing ist recht gut, aber wurde nicht bis zur letzten Konsequenz durchdacht und obgleich vieles limitiert ist, müssen die Spieler vor allem im Spiel zu dritt sehr stark darauf achten dass keiner zu früh zu stark wird. Da ist es notfalls auch eine wichtige Taktik einem Spieler auch mal einen Planeten zu überlassen damit sich nicht zwei Spieler gegenseitig ihre Flotten zerstören und dem dritten Spieler in der nächsten Runde durch seine intakte Flotte den Sieg überlassen. Bekommt ein Spieler gleich 2 Planeten hintereinander während die anderen noch keine haben, kann es sonst dazu kommen, dass dieser Spieler kaum mehr zu schlagen ist. Dennoch hat das Spiel einige geschickte Mechanismen. So werden viele Karten durch ein Technologielevel limitiert. Um also höherwertige Karten kaufen zu können muss man zunächst Labore kaufen. Auch kann man beim Kampf jede Runde eine zusätzliche Taktikkarte gratis abwerfen und für 100 Credits weitere Karten. Das ermöglicht dass man seine Kartenhand tauschen kann. Auch dass man jede Kampfrunde Taktikkarten nachzieht und man somit immer mind. 3 Taktikkarten zur Auswahl hat, ist gut gelöst. Ein Manko hingegen ist es, dass ein Spieler, der das Spiel gut kennt, das Spiel sehr schnell dominieren kann. Darum ist es empfehlenswerter zu viert zu spielen, da die anderen Spieler dann durchaus als Regulativ wirken können und man zu dritt gegen einen übermächtigen Gegner noch eine gewisse Chance hat. Auch wenn die 6 Seiten an Spielregeln nicht zur Gänze alle Fragen beantworten, nach der ersten Partie sieht man klarer und es geht für ein recht einfaches Spiel dann taktisch doch recht intensiv zur Sache.

Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung hat das Ziel Planeten zu erobern, um eine bestimmte Anzahl an Titanium Vorkommen zu kontrollieren. Wer als erster Spieler mindestens die erforderliche Anzahl Titanium Vorkommen kontrolliert, übernimmt auch die Kontrolle über die Galaxis und gewinnt das Spiel. Die Deutsche Ausgabe von Titanium Wars enthält die Erweiterung Confrontation, welche das Spiel bereits mit 2 Spielern spielbar macht und auch mit zahlreichen zusätzlichen Karten aufwarten kann.

Die Confrontation Erweiterung bietet weiters die Möglichkeit eines Spiels 1 vs 1 oder als Team 2 vs 2. Vor allem 2 vs 2 ist eine nette kleine Adapation des Hauptspiels. Die Erweiterung bietet, wenngleich beim Spielaufbau nicht sofort ersichtlich, die Möglichkeit ihre Karten auch ins Hauptspiel zu integrieren. Man muss einfach die Stapel dazu erweitern.

Titanium Wars - Inhalt

Titanium Wars – Inhalt, Rechte beim Heidelberger Spieleverlag

Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung beginnt damit, dass jeder Spieler zwei Anführer zieht und einen davon behält. Auf der Anführerkarte ist zugleich ein Planet verzeichnet. Jeder Planet bietet ein regelmäßiges Einkommen, eine Anzahl von Gebäudeerweitungsmöglichkeiten und bis auf den Anführerplaneten hat jede andere Planetenkarte eine bestimmte Anzahl von Titanium. Der Planet des Anführers limitiert auch die Anzahl der Taktikkarten und die Anzahl seiner Schiffe in der Flotte. Durch andere Planeten, Gebäude und/oder Aufrüstung kann man dieses Limit erhöhen. Die Zahl der für den Sieg benötigten Titaniumvorkommen variert, je nachdem ob man 3 oder 4 Spieler und ob man kurz, mittel oder lang spielen möchte, zwischen 6 und 9. Das bedeutet in vielen Fällen hat man trotz unterschiedlicher Varianten nach 2, aber meistens nach 3 eroberten Planeten den Sieg errungen.

Titanium Wars inkl. Confrontation Erweiterung ist in mehrere Phasen unterteilt. Zu Beginn der Phase wird ein neuer Planet den es zu erobern gilt entdeckt. Dieser ist gleichzeitig auch eine Ereigniskarte, mit einem Spezialtext welche für die gesamte Runde gilt. Danach bekommen alle Spieler durch ihr Geld, mit dem sie Flotten, Aufrüstungen und Gebäude kaufen können. Anschließend kommt die wichtigste Phase, die Eroberung. Jeder Spieler entscheidet ob er seine Flotte aussendet, um den aktuellen Planeten zu erobern. Wenn mehr als ein Spieler seine Flotte aussendet wird mittels Taktikkarte der Angriff gestartet. Dabei hat jede Taktikkarte auch einen Rang mit dem die Reihenfolge festgelegt wird. So kann man durch geschickten Einsatz dem Gegner Schiffe zerstören sodass dieser keinen Kampfzug mehr hat. Diese Phase wird so lange wiederholt bis es einen eindeutigen Sieger gibt, welcher den Planeten erhält. Danch werden alle Schadensmarker von den Raumschiffen entfernt und man geht in die nächste Runde und zieht eine neue Planetenkarte.

Titanium Wars erschien im März 2015 bei Heidelberger Spieleverlag in deutscher Übersetzung. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 60 bis 75 Minuten benötigt, inkl. Aufbau und Regeln durchgehen.
74% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
sehr schicker Look durch comicartiges Spielmaterial
nach jedem Angriff kann man seine Taktikkarten ersetzen
einfaches, recht schnelles Spiel
Negatives
Anführerfähigkeiten oft zu komplex und speziell
ein Spieler kann dominieren

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Category: Brettspiele, Kartenspiele, Spiele

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Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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