The Others

| 19. März 2017 | 0 Comments

The Others von Eric M. Lang ist ein abwechslungsreiches, schnelles und taktisches Brettspiel für 2 bis 5 Spieler, bei der ein Spieler die Rolle der Sünde übernimmt und gegen die anderen Spieler, die Helden, kämpft, wobei diese den durch den Hellfire Club ausgelösten Untergang der Welt verhindern wollen. Dabei müssen die Helden darauf achten selbst nicht der Verderbheit zu unterliegen.

The Others, Rechte bei Asmodee

The Others, Rechte bei Asmodee

The Others bezeichnet sich als Horror-Brettspiel, wobei wirklich gruselig wird es nie, es ist mehr ein fesselnder Slasher Thriller, der bis zum Schluss spannend ist, denn die Sünde kann die Spieler durchaus mit einigen Ereignissen überraschen. Gelungen ist auch, dass der Widerspielwert durch zahlreiche Variationen sehr hoch bleibt, so fühlt sich jedes Game tatsächlich recht unterschiedlich an.

Die Spieltechnik ist sehr durchdacht und es gibt auch zahlreiche Marker für die verschiedesten Spielereignisse. Wenn man diesbezüglich etwas kritiseren möchte, wäre es, dass es zwar einen Marker für den Missionsfortschritt gibt, aber keinen Marker für das Missionsziel oder dass es zwar für Karl in seiner Menschengestalt einen grüner Basering gibt, aber keinen für seine Werwolfs Figur, bzw. wäre das ständige Wechseln des Rings eher mühsam. Aber das ist Jammern auf hohen Niveau, denn das Spielmaterial ist wirklich gut und sehr durchdacht. Vor allem die Figuren sind sehr detailreich und schön gestaltet, sie warten nur darauf bemalt zu werden. Aber auch vor einer Bemalung sind die Helden (blau) von den Monster (grau) und den Akolythen (braun) jeweils farblich getrennt gut zu erkennen.

The Others konfrontiert die Spieler mit den Manifestationen der Todsünden selbst. Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle einer Todsünde, Hochmut und Trägheit liegen bei, weitere Süden können als Ergänzungen gekauft werden. Die Sünde versucht, die Stadt Haven ins Verderben zu stürzen. Als Mitglieder des gut ausgebildeten und schwer bewaffneten Heldenteams F.A.I.T.H. ziehen die übrigen Spieler in 7 unterschiedlichen Storys in den Kampf, gegen die Verderbtheit und Zerstörung der Metropole. Doch müssen sie sich auch selbst vor dem alles verschlingenden Einfluss der Sünde schützen, sonst schreiten sie auf ihrem persönlichen Weg ins Verderben voran und können zu einer Gefahr für sich und das Team werden.

The Others, Rechte bei Asmodee

The Others, Rechte bei Asmodee

Durch die Anzahl der Stories, dass jede Story zwei Aufbaumöglichkeiten bietet, dass es drei Arten von Spielmodi gibt, 2 unterschiedliche Sünden beiliegen jeweils mit ihren eigenen Avataren und Monstern, sowie dass es drei unterschiedliche Arten von Akolythen gibt, welche jeweils eine eigene Sonderfertigkeiten haben, ist genug Variation gegeben.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Nach der Vorbereitung mit der Wahl des Spielmodus, der Story, der Map, der Sünde, der Akolythen versuchen die Spieler ihre 3 Missionen pro Story zu erfüllen, während der Spieler der Sünde dies zu verhindern versucht, meist indem er genügend Helden tötet.

In jeder Runde werden zunächst storyabhängige Sonderregeln umgesetzt, anschließend bestimmen die Spieler ihren Startspieler. Jeder Spieler kann 2x pro Runde einen Spielzug durchführen, der aus einer Bewegung und einer Aktion besteht. Die Aktion ist entweder ein Kampf oder der Versuch ein Areal zu säubern. Wenn eine Säuberung gelingt, werden für die Spieler nachteilige Marker entfernt. Bei einem Kampf bereitet der Spieler seinen Würfelpool vor, während der Spieler der Sünde die Monsterwerte aller beteiligten Monster zusammen zählt. Der Spieler muss genügend Treffer erwürfeln, während die Sünde neben Treffern auch Verderbheit bei den Spielern verursachen kann. Der Kampfablauf ist auch derselbe wenn der Spieler der Sünde eine seiner vier Reaktionen pro Runde einsetzt, um die Helden zu bekämpfen.

Gelungen ist dass Spieler selbst ihre Verderbheit erhöhen können, um dafür Boni zu erhalten. Je höher die Verderbheit ist, desto mehr Boni können zur Anwendung kommen. Aber Wunden reduzieren diese Boni wieder, indem die Boni durch Wunden abgedeckt werden. Wenn ein Held 5 Wunden erhält, ist er tot. Glücklicherweise gibt es insgesamt 7 Helden, sodass die Spieler Reservehelden haben. Doch wenn kein Held mehr in Spiel geholt werden kann, siegt der Spieler der Sünde.

Gefallen hat uns dass die Stadt auf der Seite der Helden ist, so kann man in den Distriken seinen Stadtmarker einsetzen um 2 bis 3 Sonderaktionen durchzuführen. Aber erst am Ende der Runde werden die Stadtmarker wieder eingesammelt und blockieren bis dahin eine Wiederholung der Stadtaktionen dieses Distrikt. Weiters kann man sagen, dass sich das Spiel durchaus ausgeglichen beim Spielen anfühlt, sodass beide Seiten gewinnen können. Allerdings müssen die Helden taktisch vorgehen. Wenn sie sich zu viele Fehler erlauben oder zu sehr alleine unterwegs sind, hat die Sünde ein leichteres Spiel. Das ist auch eine interessante Idee, dass es wirklich von Vorteil ist, wenn Helden gemeinsam auf einem Feld stehen.

Ein weiterer Bonuspunkt ist, dass die Regeln des Brettspieles eigentlich recht rasch erklärt sind. Es gibt zwar einige Marker und Möglichkeiten, allerdings sind diese weder kompliziert noch zu umfangreich. So kann sich jeder Spieler seine Möglichkeiten recht rasch merken und man kann schnell wieder ins Spiel finden, auch wenn man es nicht so regelmäßig spielt. Trotzdem bleibt es spannend bis zur letzten Runde und man fühlt sich richtig als Team, das eine Aufgabe schaffen muss.

The Others wurde vom US-amerikanischen Spieleerfinder Eric M. Lang entwickelt, welcher bisher mehr als zwei Dutzend Spiele für die großen Spieleverlage in den USA entwickelt hat. Darunter bekannte Spiele wie XCOM: Das Brettspiel oder Chaos in der alten Welt.

The Others, ursprünglich von CMON, früher als CoolMiniOrNot bekannt, ist im Oktober 2016 bei Asmodee in deutscher Übersetzung herausgekommen. Wir haben bei unserem Test mit 5 Spielern je Mission ungefähr 3 bis 4 Stunden benötigt, exkl. Aufbau.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
die Spielmechaniken sind gut durchdacht und gut nachvollziehbar
kaum Regelfragen aufgetaucht, alles wurde gut erklärt
Spannung bis zum Ende hoch, Helden stehen immer unter Druck
schönes Spielmaterial, liebevoll designt
Negatives
weniger taktische Raffinesse als andere CMON Spiele
Sünde ist gegenüber Helden leicht im Vorteil

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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