Tannhäuser

| 22. November 2012 | 1 Comment

Das Brettspiel Tannhäuser hat den Ruf der EgoShooter unter den Brettspielen zu sein. Ist dieser  begründet oder trägt es ihn zu Unrecht? Wir haben gespielt und wollen darüber berichten.

TH

Tannhäuser, Rechte beim Verlag

Die Story von Tannhäuser ist cool und das Spielmaterial solide und es hat einen hohen Qualitätsfaktor. Es ist ein spannendes Spiel, mit einer innovativen Idee und guten Ansätzen. Es macht Spaß sich darauf einzulassen. Die ersten ein,  zwei Spiele waren noch ein wenig holprig, aber die Regeln werden gut erklärt und dann lief das Game sehr flüssig. Die Qualität des Spiels ist hervorragend, die Regeln sind größtenteils verständlich und die Heidelberg Community für Regelfragen sehr zu empfehlen. Am meisten Flair bietet für mich der Story Modus mit seinen einzelnen Missionen. Es ist spannend, taktisch und sehr kurzweilig. Die Regeln sind zunächst recht umfangreich, vor allem die Auswahl und das Verständnis der einzelnen Ausrüstungsgegenstände, aber das Spiel selbst ist sehr schnell und spannend. Der Hintergrund ist durchaus ungewöhnlich, aber passend zum düsteren Flair des Spieles. Womöglich ist das Spiel eine Möglichkeit für den Hardcore Computergamer einen ersten Schritt zu Brettspielen zu machen.

Tannhäuser wird vom Spieleverlag Heidelberg in seiner deutschen Version verlegt, ihm zugrunde liegt die englische Version dieses Spiels von Fantasy Flight Games, welches auf der französischen Originalversion von William Grosselin und Didier Poli aus dem Jahr 2006 basiert. Beide Spieleautoren sind vor allem durch ihre Arbeit an Tannhäuser und verschiedenen Erweiterungen bekannt geworden.

TH SB

Tannhäuser, Rechte beim Verlag

Tannhäuser spielt in einer düsteren, fiktiven Welt, in der noch der Schrecken des ersten Weltkrieges andauert und dieser wird mit höllischen Mysterien kombiniert. Die Spieler sind Mitglieder einer Elite Einheit, wahlweise der Alliierten oder der Achsenmächte, dessen Obscura Korps gerade dabei ist, das Portal zur Hölle endgültig zu öffnen, welches die Spieler der Alliierten durch geschicktes Taktieren und der optimalen Verwendung ihrer Ausrüstung und Fertigkeiten verhindern müssen.

Tannhäuser bietet je nach Spielmodus eine bestimmte Anzahl von Spielrunden bis zum Ende des Spiels. Dazu gibt es verschiedene Spielszenarien zur Auswahl. Am Anfang jeder Runde wird festgelegt welcher der beiden Spieler beginnt und  so ziehen diese abwechselnd ihre noch im Spiel befindlichen Figuren und haben dabei eine Bewegungsphase und Aktionsphase zur Verfügung. Neben dem sogenannten Story-Modus bei der die Spieler bestimmte Missionsziele erreichen müssen, gibt es noch die aus Ego-Shootern bekannten Spielmodi „Capture-the-Flag“, bei welcher der Spieler gewinnt der mindestens 2 gegnerische Flaggen erobert und der Modus „Deathmatch“, wo es darum geht die Spielfiguren des Gegners zu eliminieren. Außerdem gibt es den Herrschaftsmodus wo derjenige Sieger wird, welcher als erster vier Zonen kontrolliert. Das Material ist sehr gut und künstlerisch sehr stimmig.

Wir hatten die überarbeitete Edition von Tannhäuser in der deutschen Fassung zum testen und das Spiel ist ab 1. Juli 2009 erhältlich.

Bewertung

PositivesNegatives

  • schnelles Spiel
  • viele Ausrüstungsoptionen
  • solides Spielmaterial
  • verschiedene Spielmodi
  • vorgemalte Spielfiguren

  • Story im Story Modus hätte umfangreicher sein können
  • Regeleinstieg durchaus schwierig

Rating
73%

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

Comments (1)

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  1. avatar Anatol Lugendorf-Fischhof sagt:

    Ist ein spannender Ansatz, wirkt aber sehr düster, aber meinem Enkerl gefällt sowas ja, der wird sich freuen und sitzt dann mal nicht vor seinem Computerkastel

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