T.I.M.E Stories – Der Marcy Fall

| 29. Juli 2018 | 0 Comments

Es ist mal wieder Zeit für die T.I.M.E-Agents einen Auftrag zu erledigen. Dieses Mal geht es nicht so weit zurück in die Vergangenheit, nur ein paar Jahrzehnte, ins Jahr 1992. Dort sollen sie eine junge Frau retten, die eine bedeutende Rolle für die Geschichte spielen wird. Doch in der amerikanischen Kleinstadt, in der sie sich befindet, geht eine mysteriöse Seuche um und diese könnte die Zeitlinie verändern.

Time Stories - Der Marcy Fall - Cover

Time Stories – Der Marcy Fall – Cover, Rechte bei Asmodee

Beim Marcy Fall geht es darum, ins Jahr 1992 in die USA zu reisen, um dort die siebzehnjährige Marcy zu finden und vor der Seuche und anderen Gefahren zu retten, da sie ein wichtiger Puzzleteil der Geschichte ist und sich alles verändern könnte, würde sie nicht gerettet werden. Also schlüpfen die Agents in die Wirte, die in diesem Fall Leibwächter, Ex-Marine, FBI-Agent und Reporterin sind, um die junge Frau zu finden, sie zu identifizieren und zu retten. Doch das ist gar nicht so einfach. Die Seuche hat die Welt fest im Griff und man hat mit Angriffen und Verletzungen zu rechnen. Es wundert einen nicht, dass jeder mit einer Pistole ausgestattet ist, doch diese verursacht auch einiges an Lärm und man sollte nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da man sonst schnell in zusätzlichen Ärger geraten kann. Außerdem haben die Agenten nur ein Bild von Marcy im Alter von 10 Jahren und die Seuche hilft nicht gerade dabei die richtige junge Frau zu identifizieren.

T.I.M.E Stories ist ein „Decksploration“-Spiel, das von Manuel Rozoy und Peggy Chassenet erfunden wurde. Es ist ein recht innovatives Brettspiel über mysteriöse Abenteuer in der Vergangenheit für 2 bis 4 Spieler. Dabei begibt man sich auf Zeitreisen, bei denen man gemeinsam mysteriöse Vorfälle untersucht, um eine Störung in der Zeitlinie zu beheben.

Das Spielprinzip wird durch die Erweiterung nicht verändert, sondern die Erweiterung beinhaltet ein neues Abenteuer. Es werden Karten, die eine Szene darstellen, auf den Feldern aufgelegt und die Spieler können sich für einzelne Karten entscheiden, um den Text auf der Rückseite, der den Bildaspekt beschreibt, zu lesen. Natürlich können auch mehrere Spieler auf einem Feld stehen, allerdings verbraucht man damit unnötig Zeiteinheiten, vor allem, wenn es einem Spieler alleine gelingt sich dem Inhalt auf der Karte zu stellen. Manches Mal ist es aber auch notwendig, dass sich alle Spieler gemeinsam an einem Ort befinden. Dies wird auf der entsprechenden Karte aber angezeigt. Bei den beschriebenen Begegnungen müssen die Spieler dann meistens einen Würfelwurf ablegen, um an weitere Informationen zu gelangen, oder um zur Lösung notwendige Objekte zu erhalten.

Aber wie bereits angesprochen, kostet jede Aktion, jedes Bewegen Zeit und wenn diese abgelaufen ist, wird man in die Gegenwart zurücktransferiert und muss einen neuen Anlauf nehmen. Man bekommt eine neue Chance, den Fall zu lösen und die Zeitanomalie zu beseitigen. Der Vorteil, wenn man das Abenteuer ein zweites, drittes oder gar viertes Mal durchläuft, ist, dass man bereits weiß wo sich die Sackgassen befinden, welche Person einen auf die falsche Spur schickt, welche Karten wichtige Informationen beinhalten und wo einem welche Würfelwürfe abverlangt werden. So kann man dann die Personen besser zuteilen und erspart sich Zeit, wodurch man wiederum im Abenteuer weiter voranschreiten kann.  Das Brettspiel lebt somit davon, dass man die Zeitlinie mehrmals bereist und dass man alte Fehler eben nicht wiederholt. Die Entscheidungen und Rätsel sind durchaus spannend gestalten und wir haben uns gefreut, wie wir das Ziel unserer Mission erreicht haben.

Interessant in diesem Abenteuer ist, dass es auch Karten gibt, die verschwinden, sollte sich keiner der Agents gleich zu Beginn dorthin begeben. Auch die Gefahr des Lärms ist eine interessante neue Spielmechanik. Man kann zwar schießen, allerdings sollte man sich wirklich überlegen, wann man das Risiko eingeht, denn der Lärm wird angesammelt und irgendwann kommt es dann zu einer zusätzlichen Begegnung auf der Straße, denn man lockt die seltsamsten, teilweise ziemlich gefährlichen Gestalten an, wenn man zu laut ist. Generell gibt es in diesem Szenario einige Kämpfe und einiges an Action. Auch dass es mehrere junge Frauen gibt und man die richtige finden muss, ist eine nette Idee.

Wir haben auch über das Grundspiel T.I.M.E Stories berichtet.

Bei unserem Test haben wir im dritten Anlauf den Fall gelöst und waren durchaus überrascht, dass es hier mehrere Möglichkeiten zum Ziel gibt und dass man im Prinzip nur einen Teil der Örtlichkeiten besuchen muss, um Marcy zu retten. Allerdings gibt es auch einige Örtlichkeiten, die sich zu Beginn als Sackgassen und großen Zeitverlust herausstellen. Gelungen fanden wir, dass die Reihenfolge der Besuche von Orten eine Auswirkung hat. Es gab auch wieder einige Rätsel, wobei ein paar kniffliger waren und ein paar weniger. Aber auch mit Raten kommt man hier teilweise weiter, wenn auch sicher nicht so schnell, wie wenn man durch Hinweise, die man erhält, auf die richtige Lösung stößt. Das war für einen Spieler ein wenig enttäuschend. Derjenige hätte sich gewünscht, dass man wirklich alle Rätsel auch lösen muss, um ans ZIel zu kommen, ein Gedanke der seine Berechtigung hat. Dafür haben wir uns gefreut, dass wir einen Hund als Hilfe bekommen haben, da wir das Spiel nur zu dritt getestet haben. Er ist eine gute Idee und durchaus hilfreich, ist es zu dritt sonst schwieriger den Fall zu lösen.

Das Szenario für Der Marcy Fall stammt von Nicolas Normandon, die Spielidee zu Time Stories hatte Manuel Rozoy, für die Entwicklung der Erweiterung ist Sébastien Pauchon verantwortlich. Illustriert wurden die Karten zu Der Marcy Fall von Looky und Pascal Quidault, der für die Basisgrafik verantwortlich ist.

T.I.M.E Stories – Der Marcy Fall, ursprünglich von Space Cowboys, ist im Februar 2018 bei Asmodee in deutscher Übersetzung herausgekommen. Wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 4 Stunden benötigt, exkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
einige andere Spielmechaniken
die Idee mit dem Lärm und verschiedenen jungen Frauen ist gelungen
nett und spannend bis zum Schluss
mehr Action als in anderen Szenarien
sehr unterschiedlich im Gegensatz zu anderen Szenarien
Negatives
man kommt mit Raten genauso weiter
weniger Rätsel als in anderen Szenarien
nur 4 Charaktere
einige Wege sind im 1. Durchlauf einfach nur verlorene Zeit
optisch weniger ansprechend als andere Szenarien

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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