St. Vincent

| 29. Mai 2015 | 0 Comments

St. Vincent von Regisseur Theodore Melfi, welcher auch das Drehbuch verfasste, mit Bill Murray in der Hauptrolle, der einmal mehr zeigt dass er neben einem Clown auch ein Charakterdarsteller ist. Im vorliegenden Film gibt er Vincent MacKenna, einen unsympathischen, schlecht gelaunten, im Ruhestand befindlichen, oft betrunkenen, Pferdewetten verfallenen Vietnamkriegsveteranen, der als Babysitter angeheuert wird. Das klingt nach Komödie, hat aber einen tragischen Unterton und ist einer der schönsten Filme der letzten Zeit.

DVD Cover

St. Vincent, Rechte bei polyband

St. Vincent zeigt wieso vieles zwei Seiten hat, auf der einen ist Vincent MacKenna ein übler Zeitgenosse, auf der anderen kümmert er sich rührend um seine an Alzheimer erkrankte Frau. Es ist eben im Leben nicht immer alles so wie es auf den ersten Blick scheint und das zeigt uns der Film von Theodore Melfi sehr gut. Das Thema selbst ist dabei nicht neu, aber es wird sehr charmant erzählt und lebt von seinen überragenden Darstellern. Neben Bill Murray ist das vor allem Naomi Watts0, die als schwangere Prostituierte mit dem Herz am rechten Fleck überzeugt. Aber auch Melissa McCarthy überzeugt als gestresste Mutter und Jaeden Lieberher ist ein kluger aber nicht altkluger Oliver. Unübertroffen ist aber Bill Murray, der überzeugend gleichzeitig ein Ekel wie auch einen Samariter darstellen kann, ohne dass es gekünstelt oder verstellt wirkt. Man muss dieses Ekel einfach lieben. Es darf natürlich auch kein Hollywood-Kitsch-Happy-End fehlen, aber der Film ist sehr sehenswert und irgendwie wäre er ohne Happy End sehr deprimierend gewesen.

St. Vincent handelt von Maggie (Melissa McCarthy), einer alleinerziehende Mutter, welche aufgrund ihrer Überstunden gezwungen ist ihren 12-jährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) in die Obhut ihres Nachbarn Vincent (Bill Murray) zu geben, einen griesgrämigen Rentner mit Hang zu Alkohol und Glücksspiel. Zwischen ihm und dem Jungen entwickelt sich bald eine ganz besondere Freundschaft. Die schwangere Prostituierte Daka (Naomi Watts) im Schlepptau, nimmt Vincent seinen Schützling mit auf alle Stationen seiner täglichen Routine: die Rennbahn, den Stripclub und die Kneipe nebenan. Während Vincent Oliver dabei hilft, ein Mann zu werden, beginnt Oliver in Vincent etwas zu sehen, was kein anderer sehen kann: einen missverstandenen Mann mit einem großen Herzen.

St. Vincent wird mit einem sauberen Bild im Format 1,85:1 (16×9) geboten. Der Sound mit einem gelungenen Soundtrack wird auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 geboten. Unter den Extras finden sich u.a. verschiedene Interviews, ein paar Deleted Scenes, ein Featurette sowie die obligatorischen Trailer. Für Regisseur Theodore Melfis ist es sein Regiedebüt in Spielfilmlänge und er hatte schon beim Schreiben den zynischen Bill Murray vor seinem Auge.

St. Vincent von polyband erscheint mit FSK 6 am 29. Mai 2015 auf DVD. Die DVD haben wir auf der Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
87% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives

ein herrlich zynischer Bill Murray, der dennoch nicht eindimensional ist
eine umwerfende Naomi Watts als schwangere Prostituierte Daka
die Geschichte wird sehr sympathisch und charmant erzählt
Theodore Melfi hat die Rolle Bill Murray auf den Leib geschneidert

Negatives

ein eher typisches Hollywood Ende
die Geschichte selbst ist nicht neu oder innovativ

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Category: Filme

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Ich liebe Theater und Kinofilme schon seit ich ein kleiner Junge war. Ich hatte das Glück, selbst einmal reinschnuppern zu können und kenne daher auch den Blick hinter die Kulissen. Zu meinen Lieblingsfilmen gehören Klassiker wie Der Pate I + II, Casablanca, Western wie Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod, österreichische Filme wie Der Bockerer, Extrablatt, aber auch Zeichentrickflime wie Das letzte Einhorn, Mary & Max, Literaturverfilmungen wie Die Verurteilten, Komödien wie Sein oder Nichtsein, Don Camillo und Peppone, Serial Mom und viele mehr.... Ich bin also regelmäßiger Besucher in Kinos und werde euch über diese Besuche auf weltenraum.at erzählen.

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