Spieltheorie

| 7. Juni 2015 | 0 Comments

Den Begriff Spieltheorie kennen die meisten Menschen, doch was alles dahintersteckt wissen die wenigsten. An sich ist es ein ziemlich komplexes und umfangreiches Thema, doch die Grundsätze können relativ einfach erklärt werden. Spieltheorie beschreibt viele der menschlichen Handlungsweisen und bietet die Möglichkeit gewisse Verhaltensmuster vorauszuberechnen.

Spieltheorie - Cover

Spieltheorie – Cover, Rechte bei Reclam

Menschen handeln auf gewisse, beschreibbare Arten und so lange sie rational handeln gibt es erkennbare Regeln hinter den Verhaltensmustern. Auch Strategien basieren auf solchem Verhalten, genauso wie Ökonomie, evolutionäre Biologie, das Börseverhalten, Beziehungen und Verhandlungen. Die Spieltheorie erklärt warum sich Menschen für was entscheiden.

Im Buch wird die Entstehung der Spieltheorie beschrieben, aber auch anhand von recht einfachen Beispielen erklärt. So beginnt es recht einfach beim Kopf/Zahl bzw. Gerade/Ungerade-Spiel, bei dem es jeweils nur zwei Möglichkeiten gibt. Dazu werden Grafiken der einzelnen Spieler eingeführt und auch die Auszahlungstabellen mit allen möglichen Ausgängen. Diese sollen dem Leser helfen die Erklärungen besser zu verstehen. Anschließend folgt eine Passage über John von Neumann und seine Thesen. Der Autor versucht in relativ einfachen Worten für ein möglichst großes Publikum Spieltheorie zu erklären. Dabei geht er aber auch wissenschaftlich vor und so wird es auch recht rasch recht komplex. Es ist sicher kein Buch, dass man nebenher zur Entspannung liest, es ist ein Sachbuch, das Wissen vermittelt und dies auf recht hohem Niveau. Es kann sicher auch gut genutzt werden, um Studenten Spieltheorie in einfacheren Worten beizubringen, oder Interessierte das Thema näherzubringen. Es wird aber niemand lesen wollen, den das Thema Spieltheorie nicht interessiert. Dazu ist es zu komplex und zu sachlich geschrieben, wenngleich immer wieder Vergleiche und Anspielungen auf Film, Theater, etc. gemacht werden.

Das Buch gliedert sich in zehn Kapitel und umfasst 272 Seiten. Am Ende findet sich verwendete und weiterführende Literatur, für Leser, die nach dem Buch noch tiefer in das Gebiet der Spieltheorie eintauchen wollen. Außerdem gibt es einen Abbildungsnachweis und ein wirklich gut gemachtes Register. Dieses eignet sich auch gut, um nach Fachbegriffen zu suchen und dann gezielt über diese nachzulesen. Das Buch ist flüssig geschrieben und in viele kleine Unterkapitel unterteilt, sodass man sich beim Lesen auch nicht erschlagen fühlt. Es wirkt wie kleine Häppchen, dazwischen mal ein wenig Pause, um das eben gelesene setzten zu lassen und dem Leser Zeit zu geben darüber nachzudenken.

Ken Binmore, der Autor des Buches, wurde im September 1940 in Großbritannien geboren und studierte Mathematik am Imperial College London, wo er auch seine Doktorarbeit schrieb. Er ist ein Pionier der experimentellen Ökonomie und Wirtschaftsforschung, denn er begann bereits in den 1980ern die Spieltheorie im Labor einzusetzen, was kaum ein anderer für möglich gehalten hat. Er hat herausgefunden dass man mittels Spieltheorie menschliches Verhalten voraussagen kann. Er wird immer wieder neben Nash und Rubinstein erwähnt, wenn es um Spieltheorie geht. Außerdem beschäftigt er sich mit analytischer Philosphie und widmet sich der Lehre. Er ist Autor von mehr als 100 wissenschaftlichen Papern und 14 Büchern.

Spieltheorie von Ken Binmore, im Reclam Sachbuch Verlag erschienen, ist seit Juni 2013 erhältlich.
80 von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives

gut geschriebenes Sachbuch mit vielen Beispielen
einfache und übersichtliche Grafiken
gute Formatierung mit vielen Absätzen
interessantes Fachgebiet

Negatives

recht komplex und teilweise schwer zu verstehen
nur für ein gezieltes Publikum geeignet
Grundkenntnisse & Grundbegriffe sind Voraussetzung

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Category: Bücher

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About the Author ()

Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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