Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika

| 19. August 2018 | 0 Comments

Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika von Derek B. Miller ist ein interessanter und spannender Kriminalroman, der einem gekonnt die Unterschiede zwischen europäischer und US-amerikanischer Kultur auf leicht ironische Art und Weise näher bringt, aber sich nicht darüber lustig macht oder wertend dabei wird. Wie immer geht es Derek B. Miller dabei um Themen wie Freiheit, Trauer und Individualität.

Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika von Derek B. Miller, Rechte bei Rowohlt Verlag

Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika von Derek B. Miller, Rechte bei Rowohlt Verlag

Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika kann man als inoffiziellen Nachfolger seines Debütromans Ein seltsamer Ort zum Sterben sehen. Diesmal geht es aber, nach einem kurzem Intro in Norwegen, direkt nach Amerika. Zwischen Irv und Sigrid entwickelt sich eine konträre, anfänglich misstrauische Partnerschaft, welche aber zunehmend von gegenseitigem Respekt und vor allem verdeckten Bewunderung und einer gehörigen Portion Neugierde geprägt wird. Die Frage ob Marcus Ødegård seine Freundin die College-Professorin Lydia Jones getötet hat, wird dabei zeitweilig zur Nebensache. Aber Derek B. Miller nimmt gegen Ende diese Frage erneut auf und führt sie zu einer überraschenden Antwort. Dabei kommen die Zutaten Schmerz, Leid, Hoffnung und vor allem auch ein tragischer, aber augenzwinkernder Humor nicht zu kurz.

Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika handelt einerseits von Chefinspektorin Sigrid Ødegård, welche einen Menschen erschossen hat. Das ist im Dienst passiert und aus Notwehr, wie sie es schwarz auf weiß hat, doch sie kommt über den Vorfall nicht hinweg. Denn in Norwegen schießt die Polizei nunmal keine Leute tot. Oslo ist nicht Amerika. Und andererseits handelt der Roman von dem US-amerikanischen Sheriff Irv Wylie, welcher sogar Cowboyhut und Stiefel trägt. Irv ist auf der Suche nach einem Mann, der seine Freundin umgebracht haben soll, ein Europäer aus Norwegen. Und plötzlich hat Irv die Schwester des Flüchtigen am Hals. Will die Inspektorin aus Oslo Amtshilfe leisten? Oder Fluchthilfe?

Der polyglotte Derek B. Miller, geboren 1970 in Boston, Vereinigte Staaten arbeitet für zahlreiche Gremien der UNO und Universitäten weltweit und ist Direktor eines Forschungsinstituts. Nach längeren Aufenthalten in den USA, Israel, England, Ungarn und der Schweiz lebt er in Norwegen und hat seinen Debütroman Ein seltsamer Ort zum Sterben als forderndes Buch voller schöner Momente geschrieben.

Der Rowohlt Verlag wurde von Ernst Rowohlt 1908 in Leipzig gründet. Schon seit den 1920er Jahren gehören besonders amerikanische Autoren zum Kern des Rowohlt-Programms und seit jeher wurde auch die deutschsprachige Literatur gepflegt. rororo kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Die erste Taschenbuchreihe startete im Juni 1950. Der Roman Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika erschien im Original unter dem Titel American By Day bei Houghton Mifflin Harcourt, Boston.

Fotos: © Camilla Waszink / Rowohlt Verlag
Das Buch Sigrid Ødegårds Reise nach Amerika von Derek B. Miller, in der Übersetzung von Jan Schönherr, ist im August 2018 beim Rowohlt Verlag als Paperback und eBook erschienen.
83 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
Derek B. Miller erzählt auf poetische Weise
ein Roman voller Schönheit, Witz und berührender Momente
der Autor verurteilt keine der beiden Kulturen
der Roman ist dramaturgisch spannend aufgebaut
Negatives
manches wird zu pragmatisch geschildert
die Suche nach der Wahrheit geht teilweise verloren

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Category: Bücher

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Als Bücherwurm geboren, liebe ich fast jede Gattung der Literatur und verschlinge Bücher zu jeder Tages- und Nachtzeit. F Ich freue mich bereits für Weltenraum mein Talent einsetzen zu können und unseren Lesern viele gute Bücher empfehlen zu können.

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