Sea of Thieves

| 21. März 2018 | 0 Comments

Yo-ho, Yo-ho und ne Buddel voll Rum“ – Ja, singen und tanzen gehört zur Grundausstattung des feuchtfröhlichen Piratenlebens. Ausgerüstet mit ein paar Aufträgen von den Handelsgesellschaften setzen wir Segel und nach einem kurzen Blick auf die Karte stechen wir in See. Wir segeln durch die Nacht und unterschätzen dabei, dass wir mit unseren Laternen feindliche Piraten anlocken und ein gutes Ziel abgeben. Schon fliegen die Kanonenkugeln über uns hinweg. Wir haben es gespielt.

Sea of Thieves, Rechte bei Microsoft Studios

Sea of Thieves, Rechte bei Microsoft Studios

Sea of Thieves ist nicht nur recht witzig geworden, sondern es macht vor allem wirklich sehr viel Spaß, wenn man gemeinsam in See sticht und die Meere unsicher macht. Damit ist ein guter Grundstein gelegt, doch auch die verschiedenen Aufträge sind amüsant und durch verschiedene Gameplaytechniken wird das Zusammenspiel stark gefördert. Ein wichtiger Aspekt wird aber sein, wie sich das Game weiterentwickelt und ob die Langzeitmotivation hochgehalten werden kann.

Sea of Thieves hat viele nette Ideen. So wird ein Raid durch ein riesige Totenkopfwolke angezeigt, der alle Piraten anlockt. Auf dieser Insel können sie um die Vorherrschaft kämpfen. Lustig ist es auch, dass man, wenn man stirbt, auf dem Schiff der Untoten in einer Zwischenwelt landet. Dort kann man ein bisschen herumgehen, muss aber im Prinzip warten, bis man wieder zurück kann. Ebenfalls nett ist, dass man, nachdem man sein Schiff auf Grund und Boden gesetzt hat, im Meer auf eine Meerjungfrau trifft, die einem den Respawn auf das Schiff oder eine Insel ermöglicht.

Doch woran noch ein wenig geschraubt werden muss, ist nicht nur die etwas leer wirkende Welt, sondern auch, dass man unliebsame oder schlimme Crewmitglieder per Abstimmung in den Käfig stecken kann, wobei man ohne Zeitlimit in diesem festsitzt. So muss dieser Spieler gegebenenfalls aus dem Game aussteigen. Das mag zwar manches Mal durchaus angebracht sein, aber diese Möglichkeit kann auch recht leicht missbraucht werden.

Ein kleiner Nachteil ist auch, dass Sea of Thieves den Anfänger ein wenig alleine lässt. Es fehlt eine Anfangsmission, die womöglich auch überspringbar sein könnte, aber so muss man vieles ausprobieren, üben, versuchen und hat – trotz der schönen Welt – viele leere Kilometer zu absolvieren, bis man langsam herausfindet wie Aufträge ablaufen und welche Möglichkeiten man innerhalb des Games hat. Die verschiedenen Aufträge der drei Handelsgesellschaften sind auch thematisch unterschiedlich. So gibt es die klassische Schatzsuchen, Kopfgeldjagden oder Handelsaufträge.

Sea of Thieves bietet eine ziemlich schöne comicartige Grafik, wie sie bei vielen MMOs auf den Konsolen derzeit vorherrscht. Dabei gibt es wirklich wahnsinnig viele, recht witzige Details zu entdecken. Aber wirklich beeindruckend ist das Wasser. Wenn dabei noch die Sonne langsam im Meer versinkt, fühlt man sich regelrecht in die Karibik, in die goldene Zeit der Piraten zurückversetzt. Doch die sehr große Welt fühlt sich trotz zahlreicher Insel recht leer an, es fehlt einfach an Leben. Es gibt zwar einige Außenposten mit verschiedenen recht kauzigen Händlern oder Tavernenwirtinnen, aber ansonsten ist es derzeit noch recht leer.

Das Piratensetting ist schön umgesetzt, so hat man auch gleich zu Beginn ein Musikinstrument auf dem Shantys, Seemanns- und Piratenlieder spielen kann. Die Details sind recht stimmig, die Schiffe, mit denen man unterwegs sind, aber vor allem auch das Meer selbst sind wirklich toll anzusehen. Und auch wenn man alleine in See stechen kann, es macht erst richtig viel Spaß in der Gruppe, wenn man als Piraten Crew loslegt. Die größte Gefahr derzeit, geht eindeutig von den menschlichen Gegnern aus, bzw. von den eigenen Segelkünsten. Aber es gibt auch ein paar Tiere und Skelette, die einem zusetzen können, vor allem wenn man gerade nicht aufpasst.

Witzig sind auch die verschiedenen Emotionen, die jeder Charakter kann. Darunter ist auch das dazu passende Tanzen wählbar und seinen Mitspielern kann man ein Ahoi oder Aye zuwerfen. Gelungen ist außerdem, dass die Auswahl an Nachrichten, die man mitteilen kann, sich abhängig von Situation und Örtlichkeit ändern. Das ist nur eines der vielen kleinen Details, die dem Game seine Atmosphäre verleihen.

Sea of Thieves ist ein Action Adventure Massively Multiplayer Online Game, welches von Rare für Microsoft Studios entwickelt wurde. Das britischen Softwarestudio Rare wurde 1985 von Tim und Chris Stamper gegründet und hat lange Zeit exklusive für Nintendo gearbeitet und dabei zahlreiche Klassiker wie Battletoads, Donkey Kong Country und viele mehr entwickelt.

Im Jahr 2002 wurde Rare von Microsoft übernommen und hat exklusive Titel wie Kinect Sports, Kinect Sports Rivals oder Killer Instinct herausgebracht. Microsoft Studios zählt nicht nur selbst zu den größten Software-Studios, sondern fungiert oftmals als Publisher für die Exklusiv-Titel der Xbox Konsolen, wie Alan Wake, ScreamRide, Quantum Break, oder auch für die Halo Serie.

Wir haben Sea of Thieves auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet. Das Game von Microsoft Studios ist ab 20. März 2018 exklusive für Windows PC und Xbox One erhältlich.
87 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
das Game steckt voller witziger Details
macht sehr viel Spaß als Multiplayer
das Game hat ein sehr stimmiges Gameplay
es kommt richtiges, aber auch witziges Piratenfeeling auf
die comicartige Grafik ist sehr prachtvoll geworden
Negatives
es fehlt ein Tutorial mit den wichtigsten Erklärungen
die Frage ist ob die Langzeitmotivation hält
die Welt wirkt etwas leer

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Category: Games, Xbox One

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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