Rock in Vienna 2016

| 6. Juni 2016 | 0 Comments

Am Wochenende fand zum zweiten Mal das Rock in Vienna statt und nicht nur die Bands waren sehr unterschiedlich, auch die Besucher des Rock in Viennas waren unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Nationalität, doch sie alles hatten eines gemeinsam, sie rockten das Festival und hatten Spaß.

Rock in Vienna - Logo 2016

Rock in Vienna – Logo 2016, Rechte bei release public relations

Das Rock in Vienna wird nicht nur das erwachsenere Festival genannt, vor allem in Bezug auf das demnächst stattfindende Nova Rock im Burgenland, es ist auch das erwachsenere Festival. So liegt der Altersdurchschnitt zwischen 30-40 Jahren und es werden auch immer wieder Eltern mit ihren mehr oder weniger jugendlichen Kindern gesehen. Ein Grund dafür ist sicher, dass es keinen Zeltplatz gibt und man sich eher in den Hotels in Wien einquartiert, ein anderen mag wohl auch der Preis sein oder auch dass die Konzerte nicht ganz so lange dauern, da in der Stadt früher Schluss sein muss. Das Line-up selbst ist bunt gemischt und es findet sich für jede Altersgruppe etwas dabei. Insgesamt besuchten ca. 90.000 Menschen das Rock in Vienna 2016, wobei die Hälfte davon am Freitag auf die Donauinsel kam. Das merkte man auch an den Wartezeiten beim Eingang und natürlich beim Ausströmen der Menge nach dem letzten Act. Am Sonntag spielte sich der Regen eine bedeutende Rolle.

Am Freitag 03. Juni 2016 war die Eröffnung des Festivals und das merkte man an vielen langen Schlangen. Zum einen gab es einige, die sich online bestellte Tickets abholten, zum anderen gab es wirklich lange Warteschlagen bei der Eingangskontrolle und der Bändchenübergabe. Einige Besucher waren verärgert über die langen Wartezeiten, was durchaus verständlich ist, sieht man sich aber das gesamte Festival an, waren die Eingangsbereiche sonst durchaus ausreichend gestaltet. Die erste Band, die spielen durfte war Black Cage auf der Newcomer Bühne, der Jolly Roger Stage, einer österreichischen Rock’n Roll Band rund um Sängerin Kati Cher. Wie auf deren Facebookseite nachzulesen ist waren sie geflasht von den Menschenmengen, die vor der Bühne standen und ihnen zujubelten. Dabei konnten sie ein paar Fans mehr gewinnen. Ihr Vorteil war aber sicher auch, dass die Hauptbühne erst ab 15 Uhr bespielt wurde, unter anderem sicher auch, damit jeder in der Warteschlange die chance hat, die Hauptacts zu sehen. Dort spielten dann Eisbrecher, Pain, Anthrax, Babymetal, Slayer, Apocalyptica und Rammstein. Wir persönlich waren von Pain sehr angetan, der schwedischen Metalband, die wir zu unserer Schade zuvor noch nicht wirklich gekannt haben. Aber das ist das Gute an Festivals – man geht womöglich speziell wegen ein paar Bands und der guten Stimmung hin und kommt ein paar Erfahrungen reicher wieder heraus. Natürlich gibt es auch immer Acts, die einem weniger zusagen, aber diese Zeit kann man gut nutzen um die Jolly Roger Stage zu besuchen, auf der uns Serum 114 begeistert hat, oder sich eine Stärkung zu holen. Bezüglich Getränken gibt es ein großes Manko: es gibt nicht an allen Ständen antialkoholische Getränke zu kaufen, selbst Sodawasser kostet genauso viel wie Bier oder Spritzer und am Freitag gingen diese Getränke gegen Ende des Tages auch aus. Dass die Preise auf Festivals höher sind, das ist man gewohnt, aber bezüglich antialkoholischen Getränken sollte für nächstes Jahr wirklich etwas gemacht werden. Am Freitag fand außerdem die Red Bull Skydive Show statt, die aus ein paar Fallschirmspringern bestand. Nun, wir hätten uns etwas mehr erwartet, aber es war ganz nett anzusehen. Danach kamen die großen 3 des Freitags: Slayer, Apocalyptica und Rammstein. Man hörte immer wieder dass Apocalyptica etwas zu leise war, generell war es aber mal angenehm, dass der Geräuschpegel etwas niedriger war. Ja, Rock ist laut, Rock gehört laut, aber manches Mal wird auch ein wenig übertrieben. Rammstein als Höhepunkt war wirklich gut gelungen. Die Menge tobte und die Bühnenshow mit den Special Effects und dem Feuer war phänomenal. Es war ein würdiger Abschluss.

Rammstein beim Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Rammstein beim Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Am Samstag 04. Juni stand ein etwas ruhigeres Programm auf der Tagesordnung, was irgendwie interessant ist, könnte man doch eigentlich denken, dass der Samstag einer der Höhepunkte eines Festivals ist. Auch die Besucherzahlen waren an diesem Tag am niedrigsten, obwohl durchaus bekannte internationale Bands das Line-up zierten. So konnte man Anti-Flag, Graveyard, Royal Republic, Juliette and the Licks, The Subways, Mando Diao und Biffy Clyro hören, bevor Altmeister und Godfather of Punk, Iggy Pop die Bühne betrat und alles, was zuvor da war in den Schatten stellte.

Iggy Pop beim Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Iggy Pop beim Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Am Sonntag 06. Juni war es wieder sehr laut. Während The Vintage Caravan, Tremonti, Shinedown, Zakk Wylde, Powerwolf und Gojira abwechselnd die Soul Stage und die Mind Stage rockten, deren Layout beim Publikum sehr gut ankam, brannte die Sonne auf die Donauinsel herunter und schnell waren Kappen und Hüte an den Verkaufsständen ausverkauft. Auch die Waschbecken bei den Toiletten wurden regelmäßig frequentiert, um sich Abkühlung zu verschaffen, unter anderem indem man sich das Wasser über den Kopf laufen ließ. Bezüglich Toiletten ist zu sagen, dass diese für ein Festival durchaus sauber waren und es gab auch einige davon. Nur zu den Stoßzeiten gab es ein Gedränge. Hier wäre es vielleicht gut gewesen ein paar Guides zu den WC-Anlagen Eingängen zu stellen und das Gedränge hinein zu verhindern. Die Zugänge sind schließlich ziemliche Engpässe. Als Kreator um 17:20 die Bühne betrat war Headbangen angesagt, bis recht plötzlich der Himmel seine Pforten öffnete und ein Wind aufkam, der die danebenliegende Soul Stage, auf der Nightwish als nächstes auftreten sollte von ihrem Rockgrößen-Gedenkvorhang befreite. Recht bald wurde der Kreator-Auftritt beendet und die Organisatoren holten vorsorglich die Leinwände neben den Bühnen weiter herunter. Auch sonstige technische Hilfsmittel wurden schnell eingewickelt, während die Menge sich, so vorhanden, Regencapes überzog. Ein paar Besucher verließen den Festivalbereich, aber die meisten harrten den Regenschauer aus und freuten sich auf Nightwish, die nach einer kurzen Unterbrechung und einem Aufwischen der Bühne schließlich auftreten konnten. Allerdings wirkte es ein wenig so als hätte der Regen sowohl bei der Band als auch beim Publikum die Stimmung ein klein wenig getrübt. Womöglich war es auch das leise Donnergrollen, das die Besucher ein wenig in Verunsicherung geraten ließ. Immer wieder schaute man auf die schwarzen Wolken, die sich über dem Festivalgelände türmten. Nightwish bot aber eine phänomenale Leinwandshow und konnte mit ihren Liedern durchaus überzeugen. Danach stand In Extremo auf dem Programm, deren Auftritt aufgrund erneut einsetzenden Regens und Winds leider abgebrochen werden musste. In dieser Zeit strömten einige Besucher Richtung Ausgang, während andere das Festivalgelände erst betraten um Iron Maiden zu sehen. Kurzzeitig wurde von der Polizei die Brücke zum Festivalgelände gesperrt, wohl aus Sicherheitsgründen, ist sie doch über der Donau eine der höchsten Stellen und nach dem Blitzunfall beim Rock am Ring wollte man lieber nichts riskieren, was durchaus verständlich und vernünftig ist. Ein gewisses Unsicherheitsgefühl ob und wann es weitergeht machte sich breit. Hier wäre es gut gewesen, wenn Rock in Vienna auch Infos auf ihrer Facebookseite und ihrem Twitter-Account gepostet hätten. Immer wieder sah man Menschen auf ihr Handy schauen und nach Informationen suchen, besonders die Leute, die erst auf dem Weg zum Festival waren. Schließlich konnte Iron Maiden, die immer mit ihrem Flieger der Ed Force One unterwegs sind, doch mit ein bisschen Verspätung auftreten und mit ihrer bombastischen Show das Publikum begeistern und einen würdigen Abschluss des Rock in Vienna bilden.

Mit der Ed Force One zum Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Mit der Ed Force One zum Rock in Vienna 2016, #RIV2016, Foto: Rock in Vienna / Florian Matzhold

Insgesamt kann man sagen dass das Festival durchaus gelungen war, auch wenn es an den ein oder anderen Stellen noch etwas Verbesserungspotential gibt. Aber die Veranstalter lernen jedes Jahr dazu und es gibt viel, was sie gut machen. Ein Tipp wäre es auch noch ein bis zwei weitere Bankomaten aufzustellen, da der eine am Festival befindliche viel zu wenig war. Die Schlange dort war immer sehr lang und der Ausfall am Freitag sorgte für einiges an Unmut. Womöglich kann man auch an mehreren Stellen Festivalpläne aushängen, damit Leute sich besser orientieren können. Auf der Donauinsel hatte man auf jeden Fall das Gefühl, dass die Leute zu einem Großteil ziemlich zufrieden waren und sehr viele davon haben bereits davon gesprochen auch nächstes Jahr wieder dabei sein zu wollen. Man wartet schon gespannt, wie das Line-up in nächsten Jahr aussehen wird. Am Festival selbst konnte man bereits vergünstigt Tickets für 2017 kaufen, denn das 3. Rock in Vienna wird am ersten Juni-Wochenende 2017 stattfinden.

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Category: Events, Musik

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Ich spiele schon immer gerne Spiele und lese gerne, wobei die Leidenschaft mit Brettspielen und Bilderbüchern schon in frühen Kindesjahren begann, sich dann zu erwachseneren Büchern und PC Games erweiterte, bis dann auch Filme und XBox Games dazu kamen. Außerdem mache ich gerne Musik, widme mich Pen&Paper Rollenspielen und besuche gerne Theater und Konzerte.

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