ReCore

| 16. September 2016 | 2 Comments

ReCore von Microsoft Studios ist ein Action-Adventure-Game mit Jump´n´Run Elementen und mit einer realistischen Grafik auf einer fremden Welt. Der Spieler rekrutiert während seines Abenteuers eine Gruppe von Robotern, welche ihm beim Erkunden der gefährlichen Welt und bei seinen abenteuerlichen Missionen zur Seite stehen. Wir haben es gespielt.

Xbox One Cover - ReCore, Rechte bei Microsoft Studios

ReCore, Rechte bei Microsoft Studios

ReCore erfindet das Genre nicht neu, aber man könnte sagen Keiji Inafune hat das Gameplay, welches er mit seiner Mega Man Reihe begonnen hat, zu einem Höhepunkt geführt. Mögen Innovationen fehlen, ist das Game, abgesehen von der grauslich langen Wartezeit, gelungen umgesetzt. Es bietet eine symphatische Hauptfigur, hat mit den Robotergefährten echte Stars mit Disney Qualität zu bieten und erzählt, im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Games, sogar eine echte Geschichte.

ReCore hat neben einer charmanten Figur mit starker Persönlichkeit namens Joule Adams, welche vom Gamer gesteuert wird, 5 weitere Helden – die Robotergefährten. Da gibt es z.B. Mack, Seth oder Duncan und jeder von ihnen hat neben besonderen Spezialfähigkeiten seine eigene Persönlichkeit, die einen berührt und amüsiert. In der Werkstatt kann man nach der Erforschung der Gegend seine Gefährten mit unterschiedlichen Teilen ausrüsten und somit nicht nur die Werte verbessern, sondern auch das Aussehen leicht umgestalten.

ReCore handelt von Joule Adams, welche die sterbende Erde verlassen hat um auf New Eden ein neues Leben beginnen zu können. Doch alles ist anders als gedacht. Der Planet wird von zerstörungswütigen Robotern kontrolliert. Um zu überleben schließt man Freundschaften mit einer mutigen Gruppe von Robotergefährten, die über einzigartige Fähigkeiten verfügen. Als Spieler führst du diesen Trupp eigenartiger Helden in einem epischen Abenteuer durch eine geheimnisvolle, dynamische Welt.

Das Gameplay ist recht eingängig. So gibt es auch kein echtes Tutorial. Man kann Feinde anvisieren, mit dem Lasergewehr auf sie schießen, Schüsse aufladen und man kann springen, auch einen Doppelsprung.  Man kann in der Luft sogar eine schnelle Vorwärtsbewegung machen, oder man gibt seinem Roboterbegleiter einen Angriffsbefehl. Doch die Roboterbegleiter können einem auch beim Überwinden von Hindernissen helfen, während man Gegner-Robotern ihren Kern entreißen kann. Viel mehr kommt dann nicht mehr an Moves und Möglichkeiten und das wichtigste ist, es ist alles leicht zu merken, alles recht übersichtlich und geht schnell von der Hand. Einzig das Entreißen des Kerns verlangt einiges an Timing und Geschick, denn einerseits wird man weiterhin von den Feinden bekämpft, andererseits muss man rechtzeitig, wenn sich das Seil weiß färbt, den Zug vom Seil nehmen ohne es loszulassen da es sonst abreißt. Das erfordert ein wenig Übung.

Generell kann man sagen dass nach einer Art Eingewöhnungsphase die Nebenmissionen zahlreicher werden und auch der Schwierigkeitsgrad rasant ansteigt. Neben zahlreichen Gegnerhorden sind es auch Zeitgefühl und Reaktionsvermögen welche vom Spieler abverlangt werden. So rast Seth, eine Art Roboter-Spinne meist über spezielle Schienenstränge in die Luft und man muss rechtzeitig springen, die Schienen wechseln und auf Gefahren reagieren, sonst landet man unten am Boden und beginnt von vorne damit sich seinen Weg durch die Ruinen zu suchen, sollte man nicht das Pech haben und bei einen der wenigen Möglichkeiten doch gleich sterben.

Gut gelöst ist dass sich das Lasergewehr automatisch mit dem Levelaufstieg verbessert. Es verfügt über bis zu vier Aufsätze mit den Farben rot, blau, gelb und weiß, die mit den Kernfarben der Roboter übereinstimmen. Mit dem Steuerkreuz kann man einen der Aufsätze wählen und wenn die Farbe mit dem Roboter übereinstimmt, verursacht man höheren Schaden. Auch sammelt man Energie in diesen Farben um damit den Angriff, die Verteidigung und die Energie seiner Roboterbegleiter zu verbessern. Das gelungene Gameplay zeigt sich auch durch kleine Details, wie die in die Welt gesetzten Würfelobjekte, die anzeigen welche der vier Farben man am besten für die nächsten Kämpfe wählt.

ReCore bietet eine beeindruckende, recht große und wirklich menschenleere Welt, wenngleich die Wege trotz des Schnellreisesystem mit dem niedlichen Roboter Violet dadurch recht lang werden. Doch das zeigt eben auch die Einsamkeit in dieser so wüsten Welt.

Sehr gelungen ist auch die Sprachausgabe. Die Stimmen von Joule und ihren Gefährten sind alle voller Emotion, besonders die Sprecherin von Joule Adams verleiht dem Charakter eine Art trotzige Jetzt-erst-recht Mentalität mit sympathischem Unterton. Der Sound verleiht dem Game, neben der gelungenen Grafik einen ziemlich epischen Hollywood Touch.

Technisch ist das Game ebenfalls gelungen, es gibt allerdings ein paar kleinere grafische Fehler die auftauchen können. Einzig wirklich störend sind die langen Ladezeiten, welche das Game lähmen. Auch darum ist der Tod von Joule gefürchtet, denn die Hölle besteht aus minutenlangen Ladezeiten. Weniger frustrierend ist der recht hohe Schwierigkeitsgrad. Das Game richtet sich eindeutig eher an erfahrene Gamer, die aber durchaus gefordert werden, vor allem, aber nicht nur durch die echt knackigen Bossmonstern.

ReCore wurde von Comcept und Armature Studio für den Publisher Microsoft Studios entwickelt. Das japanische Software Studio Comcept wurde 2010 von Keiji Inafune gegründet. Zuletzt hat Comcept, welches vor allem mit anderen Studios größere Projekte umsetzt, Mighty No. 9 entwickelt. Keiji Inafune ist der Mann hinter der Mega Man Serie und zählt zu den profiliertesten Gamesentwickler unserer Zeit. Das US-amerikanische Armature Studio wurde 2008 in Texas gegründet und ist neben dem Game Batman: Arkham Origins Blackgate vor allem für die PS Vita Portierung großer Games bekannt geworden. Microsoft Studios zählt nicht nur selbst zu den größten Software Studios, sondern fungiert oftmals als Publisher für die Exklusiv-Titel der Xbox Konsolen, wie Alan Wake, ScreamRide, Quantum Break oder auch für die Halo Serie.

Wir haben ReCore auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet. Das Game von Microsoft Studios ist ab 16. September 2016 für Xbox One und für Microsoft Windows erhältlich und unterstützt Xbox Play Anywhere.
90 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
gelungenes und durchdachtes Kampfsystem
Robotergefährten zeigen Emotionen und Witz
die Welt lädt zum erkunden ein
Gefühl der Einsamkeit der Überlebenden gut rübergebracht
Plattform Rätsel sind gelungen in die Welt eingefügt
tolle Lokalisierung, die Sprecher vermitteln Kinofeeling
Negatives
wirklich grauslich lange Ladezeiten lähmen das Game
große Innovationen darf man sich nicht erwarten
man kann den Schwierigkeitsgrad leider nicht reduzieren

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Category: Games, TopPost, Xbox One

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

Comments (2)

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  1. Gis Corona Gis Corona sagt:

    Also mit dem Voting seid ihr ja recht großzügig 😉 Von mir persönlich bekommt das Game grad mal 6 von 10 Punkten. Das einzige was ich ganz OK finde ist die Grafik, Sound und Syncro. Aber wo ist die Story. Es ist zudem sehr monoton und geradlinig und kaum abwechslungsreich. Als ich zum ersten mal den Trailer sah dachte ich mir auch “ WOOW“ das das bestimmt ein richtig geiles sci-fi OpenWorld RPG werden wird und dann spuckt MS sowas aus 🙁 schade eigentlich

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