Raids

| 1. Juni 2019 | 0 Comments

Raids ist ein Brettspiel von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan, bei dem man auf vier Seereisen sein robustes Langschiff immer weiter ausbaut, es mit einer tapferen Wikingerbesatzung bemannt und dann lossegelt, um die Welt zu entdecken. Man kann schreckliche Ungeheuer besiegen, wertvolle Güter plündern und regen Handel treiben. Am Ende zählt einzig und alleine der Ruhm, den man dadurch erhalten hat.

Raids, Rechte bei Iello

Raids war recht lustig, auch wenn die Bewegung zu Beginn ein wenig ungewohnt war. Doch das Spielprinzip ist schnell verstanden. Es gilt strategisch zu überlegen wie weit man fährt, bzw. ob man schon genügend erreicht hat, um im Zielhafen belohnt zu werden. Außerdem sollte man schauen, wie es mit den anderen Spieler aussieht, ob man einen Kampf riskieren soll, um ein bestimmtes Reiseplättchen zu erhalten, oder ob man elegant vorbeisegelt. So ist das Spiel doch viel taktischer, als es zuerst vermuten ließ und gleichzeitig leicht verständlich und unterhaltsam.

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Sieger ist der Spieler, welcher am Ende der vierten Seereise die meisten Ruhmespunkte hat. Jeder Zug eines Spielers besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase nimmt man das Reise-Plättchen, vor dem dein Langschiff steht. Je nach Art des Plättchen, legt man es auf sein Langschiff-Tableau, oder ersetzt dort eines deiner Plättchen, außer die mächtigen Runenplättchen, welche keinen Platz an Bord des Schiffes verbrauchen, und die Handelsplättchen, mit denen man sofort Waren verkaufen kann.

In der zweiten Phase reist man in Pfeilrichtung weiter, wobei man alle Reise-Plättchen abwerfen muss, die gerade zwischen einem selbst und dem nächsten Spieler auf der Weltkarte liegen. Außerdem muss man sich mindestens so weit bewegen, bis man den nächsten Spieler eingeholt hat, aber man kannst ihn auch überholen und bis maximal zum Starthafen vor reisen. Solltest du dabei auf dem Platz eines anderen Spielers Halt machen, kommt es zum Kampf.

Bei einem Kampf muss man eine beliebige Anzahl Wikinger opfern. Der andere Spieler kann fliehen, indem er sich weiterbewegt, oder kämpfen, dann muss er um 1 Wikingerfigur mehr als der Angreifer ablegen. Der Angreifer kann dann ebenfalls fliehen, oder weiterkämpfen, muss aber ebenfalls um 1 Wikingerfigur mehr ablegen als der Spieler, der zurückgeschlagen hat. Der Vorteil eines gewonnen Kampfes ist, dass man, sofern man nicht bis dahin selbst angegriffen wird, das dortige Reiseplättchen aufnehmen darf.

Raids, Rechte bei Iello

Einige der Reiseplättchen, welche per Zufall verteilt werden, haben Besonderheiten, welche das Spiel interessanter machen. So gibt es Monster zu bekämpfen, oder Langboot-Fahnen mit Mjölnir-Symbolen zu entdecken. Per Zufall wird außerdem ein Hafenplättchen bestimmt. Jedes dieser Hafenplättchen gibt für die jeweilige Runde ein Ziel vor und welche Belohnung man als erster, zweiter, manchmal sogar als dritter und vierter Spieler erhält, der den Hafen erreicht.

Bei unseren Testspielen hatten wir durchaus Spaß. Ein wenig vermisst haben wir eine Abwechslung bei den Reiseplättchen. Auch wenn die meisten davon abgeworfen werden, so wäre es nett gewesen, wenn der Vorrat an Reiseplättchen größer wäre als die Plättchen, die ausgelegt werden. Abwechslungsreich und auch manchmal recht verzwickt waren die Hafenplättchen mit den unterschiedlichen Aufgaben. Da galt es auch schon mal ein, zwei Runden vorher ein wenig zu überlegen was auf einen zukommt.

Raids wurde von von Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan erfunden. Das Artwork des Brettspiels ist bunt und stimmungsvoll, die Illustrationen stammen dabei von Biboun und das Grafik-Design von Allison Machepy. Matthew Dunstan ist ein australischer Spieledesigner, der in Cambridge, in England, wohnt, wo er als Materialchemiker arbeitet. Nach seinem ersten Spiel Relic Runners, das 2013 erschienen ist, hat er über 10 weitere Spiele veröffentlicht. Brett J. Gilbert ist ein englischer Spieledesigner, der bereits einige Spiele entwickelt hat und mit Elysium 2015 für den Preis Kennerspiel des Jahres nominiert war. Ein ebenfalls bekanntes Spiel von Brett J. Gilbert ist Divinare, das für das Spiel des Jahres empfohlen wurde.

Raids ist bei Iello im Februar 2018 erschienen. Das Spiel wird von Hutter Trade vertrieben. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 60 Minuten pro Partie benötigt, inkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
80 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
ein schnelles und im Grunde gut verständliches Spiel
das Artwork ist sehr gelungen und stimmungsvoll
das Spiel ist wesentlich taktischer als es den Anschein hat
einfache Regeln, die dennoch viel Abwechslung bieten
Negatives
es könnten mehr Reiseplättchen zur Auswahl stehen
die Phase 1 hätte man besser erklären können

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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