Protektor – Monsterjäger mit Sockenschuss

| 3. April 2016 | 1 Comment

In Andre Wieslers durch Crowdfunding finanziertem, neuen Roman schlägt sich ein arbeitsloser, tollpatschiger Pechvogel als Protektor gegen die Mächte des Bösen. Dumm nur, dass sich Klaus Holger so gar nicht dazu eignet und erst in seine Rolle hereinwachsen muss. Doppelt dumm, dass ihm als tierischer Helfer ausgerechnet eine Kuh namens Kunigunde zur Seite steht.

Protektor -Mosterjäger mit Sockenschuss

Protektor -Mosterjäger mit Sockenschuss, Rechte bei André Wiesler und dem Verlag Torsten Low

Klaus Holger ist langzeitarbeitslos, verlottert und frustriert vom Leben. Dieses Leben findet zu Beginn von Protektor in seiner grindigen Behausung voller Schimmel, Pizzakartons und Unterschichten-TV statt. Da kommt es gut, dass auch gleich ein Brief von der Bundesagentur für Arbeit ins Haus flattert, der ihm ein Downgrade vom Arbeitslosengeld auf Hartz IV beschert. Danach wird er in Ereignisse verwickelt, die zunächst zufällig aussehen, ihn aber schließlich gegen seinen eigenen Willen in die Rolle des Protektors gegen das Böse zwingen. So spürt er ab sofort das Böse in all seinen Manifestationen und kann seine neu erwachten Kräfte dagegen einsetzen.

Mit Protektor (Monsterjäger mit Sockenschuss) versucht sich der Wuppertaler Autor André Wiesler an einem lustigen Mystery-Thriller. So ist der Schreibstil sehr auf Humor getrimmt, Klaus Holger kommentiert viele Szenen mit bissigen Beobachtungen und Sarkasmus. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, die gegenwärtige Handlung im Perfekt, die Rückblenden im Präsens. Die Voraussetzungen für eine unterhaltsame Lektüre sind da.

Der Mystery-Teil des Buchs, der ungefähr nach dem ersten Drittel einsetzt, bietet auf jeden Fall genug Aufregung und eine spannende Handlung. Klaus Holger als Ich-Erzähler beurteilt die Menschen nur nach ihrer äußeren Erscheinung und hat seine Probleme (unter anderem) mit Homosexuellen, Frauen, Veganern und alternativer Medizin. In den Rückblenden bekommen Leser als Charakterisierungshilfe Klaus Holgers jugendliche Masturbationsfantasien serviert. Der humoristische Anteil des Buchs wird vor allem Freunde von sofort zündenden Schenkelklopfern und Karnevalsansprachen erfreuen.

Ab dem zweiten Drittel wird das Buch unterhaltsamer, und man möchte durchaus wissen, wie es mit Klaus Holger und Kunigunde weitergeht. Jetzt, wo die Origin-Story bereits da ist, wäre Potential für Teil 2 durchaus gegeben. Wenn der Humor zukünftig eher mit Holzpflock als mit dem Hammer ausgeteilt wird, steht einer erfolgreichen Humor-Mystery-Reihe nichts im Weg.

Wir haben zum Rezensionsexemplar des Buchs auch noch das Hörbuch vom Autor gestellt bekommen. Wenn man fest entschlossen ist, das Buch zu lesen, sollte man vielleicht auf das Hörbuch zurückgreifen. Es wurde vom Autor und seiner Frau eingesprochen, und beide haben wahnsinnig angenehme Stimmen und ein gutes Sprechtempo.

André Wiesler hat dieses Herzensprojekt ins Leben gerufen und über Crowdfunding finanziert, nachdem sich kein Verlag für lustige Mystery begeistern konnte. Nach erfolgreichem Aufruf zum Crowdfunding hat der Roman beim Verlag Torsten Low ein Zuhause gefunden, ist dort als E-Book, Hörbuch und Taschenbuch verfügbar. Mehr über das Buch, Klaus Holger und Kunigunde findet sich auf der Website http://www.protektor-das-buch.de/

Protektor – Monsterjäger mit Sockenschuss, geschrieben von André Wiesler und herausgegeben vom Verlag Torten Low ist seit Mitte März als Taschenbuch, ebook und Hörbuch erhältlich.

74% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
Selbst veröffentliches Herzensprojekt
spannende Mystery-Handlung
cooler Sidekick, Kunigunde die Kuh
Negatives
recht simpler Humor
teilweise etwas bedenkliche Witze
Mystery Handlung setzt recht spät ein

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Category: Bücher

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Lektorin & Sprachwissenschafterin. Außerdem: Büchervertilgerin & passionierte Kinogängerin. Nintendo-Nerd. Pen-&-Paper-Prinzessin.

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