Past Cure

| 27. Februar 2018 | 0 Comments

Bei diesem Versuch habe ich den Turm geopfert und es gibt einen Weg aus dem Raum, der zuvor nicht da war. Ich betrete ihn und erneut werde ich mit gesichtslosen, keramikartigen Kreaturen konfrontiert, die mich, sofern sie mich in ihre Finger bekommen, brutal zu Boden werfen und meinen Schädel zertreten. Doch ich bin nicht wehrlos, abgesehen von meiner Pistole sind es vor allem meine Fähigkeiten, mit der ich die Zeit verlangsamen kann und meine Astralprojektion, die mir helfen. Ich werde aus diesem Alptraum entkommen. Wir haben es gespielt.

Past Cure, Rechte bei Phantom 8 Studio

Rechte bei Phantom 8 Studio

Past Cure ist wohl ein zu ambitioniertes Projekt für das kleine Studio gewesen. Die Ansätze sind wirklich gut und vor allem die Story ist wirklich sehr gelungen, doch die technische Umsetzung hat Nachholbedarf. Das heißt nicht, dass das Game schlecht ist, man sollte sich nur vor Augen führen, dass es sich hier um ein Indie Studio handelt und dass das Game grafisch nicht perfekt ist. Man kann aber auf jeden Fall eine spannende Story erleben. Was einen auch etwas wehmütig zurücklässt ist, dass man dem Game anmerkt, welches Potential es gehabt hätte, wobei dieses wohl auch wegen der kurzen Zeit nicht ausgeschöpft werden konnte. Zum Teil wurde das Game daher etwas schlampig umgesetzt.

Das Gameplay selbst ist nett, aber nicht so rund wie das der großen Vorbilder, wie Quantum Break oder Heavy Rain, denen man spürbar nacheifert. Das ist ja an sich völlig legitim, aber in diesem Fall ist es so markant, dass man die Games unbewusst immer wieder vergleicht und da bleibt Past Cure leider recht enttäuschend zurück.

Past Cure ist ein dunkler Psychothriller, in dem die Grenzen zwischen Traum und Realität immer mehr verwischen. Der Gamer wird herausgefordert seine mentale Fähigkeiten zu nutzen, um am Leben zu bleiben. Nach jahrelangen Qualen lebt der ehemalige Soldat Ian, zusammen mit seinem Bruder, in einem sicheren Unterschlupf. Ian kämpft mit Gedächtnisverlust und den Folgen militärischer Experimente, die er über sich ergehen lassen musste. Seine Peiniger haben sein Hirn zermartert beim Versuch, die verborgenen Kräfte seines Geistes zu erschließen und ihn mit übernatürlichen mentalen Fähigkeiten, wie Zeitkontrolle oder Telekinese ausgestattet.

Getrieben durch seinen Drang zur Wahrheit, eröffnet Ian, mit Hilfe seines Bruders, die spannende Jagd auf die Drahtzieher hinter der Verschwörung. Ian stürzt sich in eine kriminelle Unterwelt, um seine einzige Spur zu verfolgen. Dabei wird er gezwungen mehr und mehr von seinen Kräften zu verwenden, um so am Leben zu bleiben. Aber mit jeder Verwendung löst sich sein Verstand von der Realität, was die Aufmerksamkeit einer alptraumhaften Kraft jenseits des menschlichen Verstandes auf sich zieht.

Past Cure ist grafisch nicht gänzlich ausgereizt. Neben Kantenflimmern und anderen kleineren Mängeln wirken die einzelnen Levels oft ein wenig detailarm und reduziert. Die Auflösung allein ist dabei eben nicht alles. Wirklich sehr gelungen sind hingegen die animierten Zwischensequenzen, welche die durchaus spannende und fesselnde Handlung vorantreiben. Da kann die grafische Qualität des Games nicht mithalten. Außerdem sind die Levels eher schlauchartig angelegt.

Das Gameplay funktioniert grundsätzlich, aber für einen Shooter hat man mit einer Pistole eine recht geringe Waffenauswahl und für einen Stealth Action Adventure vermisst man einen Schalldämpfer oder ähnliches. Ein wenig später im Spiel gibt es kleine Ergänzungen. Auch die beiden geistigen Fähigkeiten, mit denen man einerseits die Zeit verlangsamen kann und andererseits seinen Körper als Astrale Projektion durch den Raum bewegt, finde ich nicht gänzlich ausgereift.

Der englische Sprecher von Ian klingt manches Mal etwas zu müde, aber im Grunde ist die Vertonung gut. Es gibt deutsche Untertitel, welche aber stellenweise verschwinden oder durch englische Untertitel ersetzt werden. Schlampig finde ich auch kleine Unstimmigkeiten, wie z.B. dass neben den Untertiteln auch immer eine Schachfigur, die zuerst am Nachtkästchen angezeigt wird, zu sehen ist, die dann aber verschwindet. Bei einer Aufgabe muss man dafür das notwendige Gepäck finden, doch es ist weder im Schlafzimmer, noch im begehbaren Kleiderschrank, auch nicht im Wohnzimmer oder in der Küche, sondern im Keller, im Raum wo man den Schlüssel für den Schießstand gefunden hat. Das ist einfach unlogisch. Aber auch andere Bezeichnungen führen gern mal in die Irre.

Past Cure, ein Action Stealth Adventure mit Shooter Elementen wurde von Phantom 8 Studio entwickelt. Das deutsche Indie Developer Studio wurde Anfang 2016 in Berlin gegründet und das kleine 10-köpfige Team hat mit Past Cure in weniger als 3 Jahren sein Erstlingswerk entwickelt. Für so ein kleines Studio ist es ein durchaus ambioniertes Projekt, das aber durchaus zeigt, was in dem Studio steckt.

Past Cure von Phantom 8 Studio ist ab 23. Februar 2018 für die PlayStation 4, Microsoft Windows und Xbox One erhältlich. Wir haben das Game auf der Xbox One mit einer Home Cinema Anlage LG Electronics BH9530TW getestet.
60 / 100 Wertung
Weltenraum WertungWertung
Positives
das Game hat Potential
die Story ist ziemlich spannend
einige nette Ideen
für ein Indie Studio ein sehr ambitioniertes Projekt
Negatives
grafisch ist das Game stellenweise recht mau
die Levels sind recht uninspiriert ausgefallen
die geistigen Fähigkeiten sind nicht ausgereift
teilweise technisch recht schlampig umgesetzt
als Shooter kann das Game nicht überzeugen
teilweise etwas verwirrend oder unlogisch

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Category: Games, Xbox One

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About the Author ()

Ich habe früher auf einem C64, dem Amiga und dem PC gezockt. Jetzt zocke ich mittlerweile auf der XBox 360, Xbox One, WiiU, 3DS und PlayStation 4. Zusätzlich war ich längere Zeit als Redakteur bei einem der größten österreichischen Online Konsolen Magazine tätig. Aber im Grund meines Herzens bin ich einfach ein Gamer, der Spaß an spannenden, frischen, interessanten, unterhaltsamen Games hat und teste diese nun für Weltenraum auf Herz und Niere.

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