PaPYRoS – Die Seele der Wörter

| 31. Juli 2016 | 0 Comments

PaPYRoS – Die Seele der Wörter von Georg Schumacher und Nicola Berger erscheint im Moses Verlag und bietet für bis zu 4 Spieler ein Scrabble-ähnliches Spielerlebenis. Es gilt zu bereits auf dem Brett liegenden Konsonanten Vokale hinzuzulegen und damit sogenannte Deben zu erhalten. Wer als erstes 49 Deben erringt bekommt auch die Hand der Pharaonentochter.

Brettspielschachtel - PaPYRoS - Die Seele der Wörter, Rechte bei moses. Verlag

PaPYRoS – Die Seele der Wörter, Rechte bei moses. Verlag

PaPYRoS – Die Seele der Wörter ist sehr schön gestaltet, auch die Anleitung ist wie ein kleines Märchen geschrieben, denn die Pharaonentochter soll einen Bräutigam erwählen und lässt alsdann drei Prinzen gegeneinander spielen. Auch das Spielbrett, die Debenmünzen sind schön gestaltet, die Vokale und Konsanten sind eher von mittlerer Qualität, da wären kleine Holzplättchen ansprechender gewesen. Sehr billig und dünn sind die Aktionskarten geraten, da muss man wirklich aufpassen dass man sie nicht knickt.

Das Spiel selbst ist recht glücksanfällig, da man bemüht ist seine Vokale abzulegen und wenn man Pech hat, jede Runde 1 bis 2 zusätzliche verliert, da auf dem Würfel, dem man vor seinen Zug wirft, auch Abzüge vorhanden sind. So kann es passieren dass man leider auch den einen Vokal verliert, den man am Ende der Runde bekommt. Hat man keine Vokale mehr kann es passieren dass man dann auch mehrere Runden aussetzen muss weil Würfelpech hat. Grundsätzlich sollte man vor dem Spiel auch festlegen welche Wörter wie z.B. Städtebzeichnungen, Abkürzungen etc. gelegt werden dürfen und welche nicht, damit es nachher zu keinen Streitereien oder Diskussionen kommt.

PaPYRoS – Die Seele der Wörter ist nicht nur ein simples Wortgitterrätsel, sondern ein Spiel welches die grauen Zellen ganz schön fordert. Es gilt nämlich nicht nur mit den gezogenen Vokalsteinen und den Konsonanten, die auf dem Spielfeld verteilt sind, Wörter zu bilden. Aktionskarten und Sonnengott Aton heizen die Spieldynamik zusätzlich an.

PaPYRoS - Die Seele der Wörter, Rechte bei moses. Verlag

PaPYRoS – Die Seele der Wörter, Rechte bei moses. Verlag

PaPYRoS – Die Seele der Wörter beginnt mit der zufälligen Verteilung von Konsonanten auf den Hieroglyphen Felder des Spielbretts, anschließend zieht jeder Spieler 9 Vokale aus dem Beutel. Es wird abwechselnd gespielt, zu Beginn würfelt man, das Ergebnis ist entweder der Verlust von bis zu 2 Vokalen, das Ziehen von bis zu 2 Vokalen oder das Ziehen einer Aktionskarte. Anschließend kann man Karten spielen durch die man entweder zwei Konsonanten zweier unbeseelter Gruppen tauschen kann, oder man dreht beliebig viele Konsonanten von unbeseelten Gruppen um, denn auf der Rückseite finden sich andere Buchstaben. Aber es gibt auch die Möglichkeit sich mittels Karte mit einem anderen Spieler zu verbünden. So kann man in diesem Zug gemeinsam zusammenarbeiten und beide erhalten Deben.

Anschließend kann man mit seinen Vokalen eine Gruppe von Konsonantengruppen beseelen oder zu beseelten Konsonanten anlegen. Beseelt sind die Kononanten, welche auf dem Spielbrett in Gruppen zu zwei oder drei Konsonanten liegen, wenn sie um Vokale ergänzt wurden. Liegt z.B. ein B und N auf dem Spielbrett könnte man mit einem O und einem E ein OBEN legen. Man erhält für jeden Buchstaben in dieser Gruppe einen Deben, in diesem Fall wären es also 4 Deben.

Zum Schluss zieht man noch einen Vokal aus dem Beutel und sobald man 49 Deben erhalten hat, hat man gewonnen. Das ist vor allem nach den ersten Runden ein wenig glücksabhängig, denn wenn man zu Beginn mit dem Würfel Vokale verliert und keine zum legen hat, da man sich erst am Ende des Zuges wieder einen aus dem Beutel ziehen kann, muss man aussetzen und verliert so eine Chance Deben zu erhalten. Bei unserem Spiel wurde so beinahe ein Sieg vereitelt, denn einer der Spieler hatte kurz vor seinem Sieg derartiges Würfelpech, dass er 3 Runden hintereinander aussetzen musste und beinahe eine andere Spielerin gewonnen hätte. Das ist für den aussetzenden Spieler natürlich ziemlich frustrierend, wenngleich die anderen durchaus erfreut waren, noch ein paar Chancen zu bekommen aufzuholen oder selbst den Sieg zu erringen.

PaPYRoS – Die Seele der Wörter wurde von dem deuschen Spielerfinder und Werber Georg Schumacher erfunden. Der bekennende Querdenker bemüht sich als Dozent an der Fachhochschule Wetzlar seinen Studenten völlig neue Horizonte zu erschließen. Mittlerweile hat er ein halbes Dutzend Knobel- und Denkspiele ausgetüftelt.

PaPYRoS – Die Seele der Wörter erschien im Mai 2013 beim moses. Verlag und wir haben bei unserem Test mit 3 Spielern ungefähr 45 bis 60 Minuten pro Partie benötigt.
58% von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
zum Teil bietet das Spiel sehr schönes Material
Anleitung sehr charmant dargebracht, passenderweise als Schriftrolle
witzige Spielidee nur Vokale zu ausliegenden Konsonanten zu legen
Negatives
teilweise ist der Glücksfaktor einfach zu hoch
in späteren Runden zäh aufgrund weniger Vokale
Spielkarten zu dünn und knicken sehr leicht
die Anleitung ist zum Teil zu schwach geschrieben

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Category: Brettspiele, Spiele

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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