Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu

| 18. Juni 2017 | 3 Comments

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu von Chuck D. Yager ist ein spannendes kooperatives Brettspiel über die Rettung der Welt. Das Brettspiel basiert dabei auf dem bekannten Brettspiel Pandemie von Matt Leacock. Doch diesmal sind es keine Seuchen, welche die Welt bedrohen, sondern Kultisten, welche gewaltige Götter, die sogenannten Großen Alten heraufbeschwören.

Pandemic - Die Schreckensherrschaft des Cthulhu, Rechte bei Asmodee

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu, Rechte bei Asmodee

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu basiert auf dem kooperativen Brettspiel Pandemie und wer es schon mal gespielt hat, wird sich auch im vorliegenden Brettspiel recht schnell zurechtfinden. Dennoch gibt es einige Unterschiede und dadurch wird es nicht nur zum Pandemie-Klon, sondern zu einem sehr eigenständigen und interessanten Spiel. Die größten Unterschiede sind, dass es zu keinem Dominoeffekt beim Ausbruch kommt, dass die Effekte der Großen Alten das Spiel beeinflussen und dass Shoggothen sich auf die Tore zubewegen.

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu wird mehr verloren als gewonnen. Siegreich ist man, wenn man alle vier Tore schließt. Verloren hat man, wenn eine der folgenden Bedingungen eingetreten ist:

  • Cthulhu, der letzte der Großen Alten erwacht
  • es sind nicht mehr genügend Kultisten vorhanden
  • es sind nicht mehr genügend Shoggothen vorhanden
  • es können keine Spielerkarten mehr nachgezogen werden oder
  • alle Spieler sind dem Wahnsinn anheim gefallen

Der Spielablauf wird vereinfacht dargestellt. Jede Runde ist in drei Phasen gegliedert. In der Aktionsphase werden 4 Aktionen ausgeführt, darunter auch Bewegungen, Artefakt- oder Hinweiskarten mit anderen Spielern tauschen, ein Tor versiegeln, einen Kultisten entfernen oder einen Shoggothen vernichten, was gleich 3 Aktionen kostet. Die Spezialfähigkeiten der Ermittler kosten keine eigene Aktionen, sondern verbessern sie. So kann die Jägerin entweder mit 1 Aktion alle Kultisten eines Standorts vernichten oder mit 1 statt mit 3 Aktionen einen Shoggothen entfernen.

Danach zieht man 2 Spielerkarten vom Spielerkartenstapel, welcher aus den Hinweiskarten der vier Städte besteht. Ein Spieler braucht 5 Hinweiskarten einer Stadt um das betreffende Tor zu schließen, aber auch für die schnelle Reise per Bus braucht man Hinweiskarten. Außerdem finden sich im Spielerkartenstapel auch Artefaktkarten, sowie die 4 gefürchteten „Das Böse regt sich“-Karten.

„Das Böse regt sich“-Karten führt möglicherweise zum Wahnsinn des Ermittlers, denn man muss einen Stabilitätswürfel werfen. Es wird auf jeden Fall der nächste große Alte aufgedeckt und dessen Effekt sofort durchgeführt, einige wirken dabei bis zum Ende des Spiels. Ein Shoggothe erscheint und schließlich werden alle Karten aus dem Beschwörungskarten-Ablagestapel gemischt und oben auf den Beschwörungskartenstapel gelegt. Dadurch kommen vermehrt Kultisten auf Standorte, wo bereits andere Kultisten sind.

Zum Abschluss gibt es noch die Beschwörungsphase, wo eine entsprechende Menge Beschwörungskarten, gemäß der Beschwörungsrate aufgedeckt werden. Jede dieser Karten zeigt einen Standort an, an dem ein Kultist aufgestellt wird. Bei einem Symbol eines Shoggothen wird zusätzlich jeder Shoggothe ein Feld in Richtung des nächsten noch nicht versiegelten Tors bewegt. Sollte ein Shoggothe bereits auf einem solchen Torfeld stehen, wird er vom Spielbrett genommen und ein Ritual des Erwachens setzt ein. Auch wenn bereits 3 Kultisten auf einem Standort sind und durch die Beschwörungskarte würde ein 4. Kultist dazugestellt werden, kommt es zu einem Ritual des Erwachsens. Dabei wird der nächste Große Alte aufgedeckt, was zunächst nicht tragisch klingt, aber man kommt damit sehr schnell zu Cthulhu und das Spiel endet und die Ermittler haben verloren.

Wir haben uns bei unseren Partien immer stark absprechen müssen, um keine Zeit zu verlieren oder falsche Entscheidungen zu treffen. Bei der ersten Partie hatten wir verloren ohne zu merken dass wir bereits verloren hatte, denn all unsere Ermittler waren bereits wahnsinnig. Das düstere Cthulhu Feeling kommt gut rüber, dafür haben wir ein bisschen den Epidemie-Ausbruch vermisst.

Es ist aber eine nette Idee, dass grundsätzlich wahnsinnig gewordene Ermittler – und Wahnsinn gehört einfach zum Cthulhu Feeling – weiterhin im Spiel bleiben, eingeschränkt indem sie weniger Aktionen und schwächere Spezialfähigkeiten oder sogar Nachteilen haben, aber immerhin. Es dürfen nur nicht alle gleichzeitig wahnsinnig sein. Man muss recht konzentriert spielen, denn selbst ohne Fehler wird es recht schwer zu gewinnen. Nett ist, dass es ein große Auswahl an Ermittlern, aber auch an Großen Alten gibt, so gibt es Abwechslung bei den verschiedenen Partien.

Cthulhu ist nicht der mächtigste, aber der bekannteste Gott, welcher vom amerikanischen Horror Schriftsteller H.P. Lovecraft (1890-1937) erschaffen wurde. Er verfasste Geschichten für Pulp Magazine wie Weird Tales. Lovecraft war zu Lebzeiten relativ unbekannt und konnte kaum seinen Lebensunterhalt bestreiten. Inspiriert wurde er unter anderem von Autoren wie Edgar Allan Poe. Heute genießt er, zumindest bei Fans des Genres Kult-Status und viele Künstler, Filmemacher und Autoren wurden und werden von ihm inspiriert.

Chuck D. Yager ist Produzent bei verschiedenen Video Games von High Moon Studio und auch Gründer seines Brettspielstudios Dragon King Games, über das er verschiedene Brettspiele produziert. Zu seinen bekanntesten Brettspielen gehört sicher Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu. Das kooperative Brettspiel Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu erschien ursprünglich bei Z-Man Games.

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu ist bei Asmodee im Oktober 2016 erschienen. Wir haben bei unserem Test mit 4 Spielern ungefähr 60 bis 75 Minuten pro Partie benötigt, exkl. Aufbau und Erklärung der Spielregeln.
89 von 100%
Weltenraum WertungWertung
Positives
spannend, da man recht schnell verlieren kann
es ist ein sehr taktisches Spiel
das Cthulhu Feeling kommt recht gut rüber
man muss stark zusammenarbeiten um zu gewinnen
Negatives
für Fehler gibt es keinen Spielraum
die Reisen durchs Tor sind zu "teuer"
starke Ähnlichkeit mit Pandemie

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Category: Brettspiele, Spiele, TopPost

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About the Author ()

Ich bin in der RPG Community unter dem Namen Kanzler von Moosbach bekannt und bin der Spielleiter ein kleinen, aber feinen Wiener Rollenspielgruppe. Ich spiele schon seit mehr als zwei Jahrzehnten verschiedene Rollenspielsysteme, einige wie Cthulhu schon seit Anfang an, andere wie Schattenjäger erst seit kurzer Zeit. Ich spiele dabei selbstgeschriebene Abenteuer, sowie auch Kaufabenteuer, halte mich in manchen Kampagnen sehr eng an den Kanon, bei anderen ändere ich die Systemwelt sehr stark nach meinem Geschmack und den Gruppenbedürfnissen ab. Ich habe kein spezielles Lieblingssystem, weil viele Systeme ihre Stärken und Schwächen haben und ich lieber diese für meine Abenteuer und Kampagnen nutzen möchte, als daraus ein "Lieblingssystem" für alle Gegebenheiten zu schnitzen. Seit einiger Zeit habe ich die Ehre auch für Weltenraum, dem österreichischen Magazin für Spiele, Film und Lesestoff, als Redakteur für Rollenspiele schreiben zu dürfen.

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